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In Mourning: Garden Of Storms

Starker Abschluss der Ozean-Trilogie
Wertung: 8,5/10
Genre: Progressive/Melodic Death Metal
Spielzeit: 52:20
Release: 04.10.2019
Label: Agonia Records

Mit „Garden Of Storms“ vervollständigen In Mourning ihre 2012 in Gestalt von „The Weight Of Oceans“ begonnene und 2016 durch „Afterglow“ fortgeführte Trilogie über das Meer. Seit der letzten Platte hat sich im Line-up der Schweden wieder mal einiges getan, denn die Rhythmusgruppe musste komplett ausgetauscht werden, da Bassist und Gründungsmitglied Pierre Stam die Band nach 18 Jahren Zugehörigkeit verließ, ebenso wie der erst 2014 eingestiegene Ex-Katatonia-Drummer Daniel Liljekvist. Beide haben sich zusammengetan, um die neue Combo Mercury Rust aus der Taufe zu heben, die 2017 auch bereits ihr selbstbetiteltes Full-Length-Debüt veröffentlichten.

Adäquaten Ersatz fand man in Sebastian Svalland am Tieftöner und Joakim Strandberg-Nilsson hinter der Schießbude, die ihren Vorgängern in nichts nachstehen, wie die komplexe Rhythmusarbeit stetig beweist. Leicht machen es In Mourning ihren Fans auch auf ihrem insgesamt fünften Studioalbum nicht immer: Viele Breaks, vertrackte Strukturen und kompliziertes Riffing erfordern Geduld und mehrere Durchläufe, um die Kompositionsmuster zu durchschauen.

Besonders in der zweiten Hälfte bei donnernden Riffgewittern wie „Huntress Moon“ und dem phasenweise anstrengenden „Tribunal Of Suns“, dessen Hauptthema wirklich alles wegbläst, wird der Hörer auf eine harte Probe gestellt, doch dürfte – gerade auch wenn man die letzte Scheibe „Afterglow“ gehört hat – von vornherein wohl klar gewesen sein, dass „Garden Of Storms“ kein Sonntagnachmittagsspaziergang sein würde. Die Platte ist wild und stürmisch – ganz dem Titel und der Thematik gerecht werdend.

Der Opener „Black Storm“ setzt dementsprechend die Segel, heizt mit ordentlich Tempo ein und peitscht einem wie der aufgewühlte Ozean um die Ohren: Messerscharfe Riffs, mitreißende Dynamik und fieses Gekreisch vereinen sich zu einem Auftakt nach Maß, der Eindruck schindet und einen umgehend auf Betriebstemperatur bringt. Die Übergänge in die melancholischen Sequenzen mit klarem Gesang gelingen dabei vorzüglich, was den Track insgesamt zum vielleicht besten der Band seit „Colossus“ macht.

„Yields Of Sand“ startet ruhiger, mit cleanen Gitarren und postrockiger Schlagseite, die wiederum von einem düsteren, bedrohlich anmutenden Part, der mit tiefem Growling unterlegt ist, kontrastiert wird – und auch hier wirken die Wechsel nicht erzwungen, sondern sehr dynamisch. Es zeigt sich außerdem, dass Frontmann Tobias Netzell seine Gesangsleistung noch einmal verbessert hat: Die cleanen Vocals klingen ungekünstelt schön, die Growls mächtig, die Screams markerschütternd. Am besten glückt dies in „Magenta Ritual“, bei dem die Übergänge so fließend und unmittelbar sind wie sonst an keiner Stelle des Albums, was die Nummer zu einem unstrittigen Highlight macht, zumal Netzell hier mit den anmutigsten Gesangsmelodien der gesamten Platte glänzt.

In solchen Passagen sind In Mourning verdammt nah am Opeth-Niveau dran (auch wenn deren Eleganz und Geschmeidigkeit nicht ganz erreicht wird), mit denen die Faluner ja so gerne verglichen werden. Stets hieß es schließlich, die Truppe sei genau das richtige für die Leute, denen die alten Opeth fehlen – keine falsche Einschätzung, zumal auch In Mourning fraglos aus fantastischen Musikern bestehen, wenngleich man sich diesmal schon deutlicher von Mikael Åkerfeldt und Co. lösen kann. Akustikgitarren gibt es auch hier nicht zu hören, es bleibt an den gemäßigten Stellen weiterhin eher bei einer Art postrockiger Note, als dass man in Bereiche des Folk oder Siebziger-Prog vorstößt.

Die vom Label im Promoschreiben verwendete, schlichte Einordnung der Truppe als „Melodic Death & Doom Metal“ ist jedenfalls ein bisschen kurz gefasst, In Mourning agieren musikalisch schon ausgefeilter als jede x-beliebige Melodic Death Metal-Combo. Und doomig wird es allenfalls im letzten Stück „The Lost Outpost“, das als Finale bestens funktioniert und mit seiner unheilschwangeren Stimmung tatsächlich die Vorstellung eines Schiffes heraufbeschwört, das in einen Meeresstrudel hinabgezogen wird.

Kompositorisch haben sich die Schweden ohne nun gleich Riesensprünge zu machen weiterentwickelt und noch mal an ihren Arrangements gefeilt; dass hier drei Gitarristen am Werk sind, wird beispielsweise immer wieder deutlich. Vor allem ist die Produktion wesentlich besser als die des letzten Albums, das mit seinem dumpfen Sound den Eindruck vermittelte, überhaupt nicht gemastert worden zu sein. Die neuen Mitglieder fügen sich problemlos ein, Strandberg-Nilssons Drumming ist vielfältig und spannend und Svalland kann am Bass mit prägnanten Linien insbesondere bei den ruhigen Teilen Akzente setzen. Leicht zugänglich ist das wie erwähnt nicht immer, aber jeder sollte wissen, dass diese Art von Musik Beharrlichkeit und mehr als nur zwei, drei Sessions verlangt.

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