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In Grief: Deserted Soul

Es kann so schön sein, zwischen allen Stühlen zu sitzen
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 47:21
Release: 07.04.2009
Label: Bombwork Records

In Grief stammen aus dem Norden Norwegens und beehren uns nicht etwa, wie man nun vermuten könnte, mit True Black Metal, sondern eher mit einer erfrischenden Version progressiven Metals, der aber auch die ein oder andere Überraschung parat hält. Dabei scheinen Benny Røste (Gitarre), Jonas Andreassen (Gitarre), Bruno Barra (Drums), Daniel Sandvik (Synthies), Tobias Odmundson (Bass und Vocals) und David Sandvik (Vocals) ihre Vorbilder in Opeth, Soilwork oder auch Scar Symmetry gefunden zu haben. 

„Deserted Soul“ ist also das erste musikalische Lebenszeichen dieser jungen Band und beheimatet mit „Darkening Horizon“ ein Intro, wie es im Buche steht und wo keinerlei Wünsche offen bleiben, was den Aufbau einer spannungsgeladenen Atmosphäre angeht. Den Einstand in ihr Erstlingswerk bestehen die Norweger also mit Bravour.
Der erste reguläre Song „I Am“ startet geheimnisvoll mit Feuerprasseln, Kindergeschrei und allerhand Synthieeinlagen. Der markige Eingangsgrowl, den David loslässt, weist alle Kritiker in ihre Schranken. Doch die melden sich wieder, wenn es um den abgehackt vorgetragenen Refrain geht oder auch um die stark Richtung nervig tendierenden Synthie-Ausuferungen, von denen ich nicht gerade die brennendste Anhängerin bin. Das allerdings, was an den Saiteninstrumenten in diesem wie auch den noch kommenden Stücken zum Besten gegeben wird, gefällt dafür umso mehr.  

Auch in „Invited War” ist selbstverständlich wieder das Keyboard mit von der Partie, doch hier scheint es weitaus besser in das Gesamtkonzept integriert und lässt den Gitarren bei deren genialen Soli ihren angemessenen Freiraum. Sehr viel Gefallen findet man hier an den Cleanvocals, die überaus harmonisch rüber kommen. Irgendwie kann dieses Stück auch einen leichten gothic-mäßigen Touch nicht von der Hand weisen.

Nicht so ganz leicht in Fahrt zu kommen scheint “Modern Truth”, dies aber zum Glück nur am unmittelbaren Beginn, denn dann nimmt dieses Geschoss richtig Fahrt auf. Die Breaks mit den fast an ruhige Momente des Blut Aus Nord-Werkes „Memoria Vestusta II..“ erinnernden Synthie-Einlagen kommt ungemein atmosphärisch rüber, richtig schön. Schön ist in diesem Stück auch die Lead-Melodie.  

Die Mitte des Albums ist erreicht und nun ist es Zeit für den Titeltrack „Deserted Soul“. Und dieser startet geheimnisvoll mit sphärischen und futuristischen Klängen, wobei das Riffing in diesem Zusammenhang sogar einen entfernten Gedanken an alte Dream Theater aufkommen lässt. Die Grundstimmung dieses Stückes fällt deutlich düsterer aus als in den vorangegangenen Songs. Ein innerer Zwiespalt macht sich im weiteren Verlauf des Tracks auf, denn einerseits wird ein erstklassiges Gitarrensolo geboten, dem dann allerdings ein grausig klingendes Keyboardspiel folgt.  

Mit ruhigen Gitarrenklängen samt dezent im Hintergrund agierenden Synthies gehen die Jungs in „In The End“ auf die Zielgerade. Eine weitere absolut grandiose Melodieführung zelebrieren die Norweger in diesem Stück und können den kleinen Keyboard-Ausrutscher aus dem Titeltrack locker wieder wettmachen. Dramatisch auch der kleine Soundschnipsel zwischendrin, bei dem eine Bombe in eine schreiende Menschenmasse einschlägt. Das dramatische Gitarrensolo, das dem Ganzen folgt, gehört zweifelsfrei zu dem Besten, was ich in den letzten Monaten vernehmen durfte; auch von der Melodieführung her ein einfach wunderschöner Song.  

Pompös könnte man es bezeichnen, wie die Jungs den keyboardlastigen Start von “Weak” aufziehen, bevor sie noch ein letztes Mal voll aufdrehen. Lediglich die Clean-Vocals wirken leider Gottes ein wenig verunglückt. Ansonsten lässt dieses Stück Assoziationen an die Australier von Red Descending auf deren aktuellem Werk "Where Dreams Come To Die" aufkommen. Ganz am Ende erklingt, einer Rahmenhandlung gleich, wieder die Melodie, welche man auch schon zu Beginn des Albums zu Ohren bekam. 

Fazit: Die Norweger zelebrieren wunderbaren vielseitigen Progressive Metal ohne Schubladendenken, der auch mal gehörig auf den Putz haut. Wird definitiv in der unmittelbaren Reichweite nahe meines CD-Players bleiben, da man so etwas einfach gern immer wieder mal hört.

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