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In Flames: Whoracle

Die Apokalypse nach der Geschichte von In Flames
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 44:29
Release: 27.10.1997
Label: Nuclear Blast

1997 war für In Flames ein Jahr, in dem eigentlich alles klar war. Inzwischen war die Band bei Nuclear Blast fest unter Vertrag und die Konzertbesucherzahlen schnellten ebenfalls in die Höhe. Mit “Whoracle“ veröffentlichten die Schweden innerhalb kürzester Zeit ihr bereits drittes Album und landeten damit einen weiteren Volltreffer.

„Whoracle“ ist ein Album, das komplett der Apokalypse gewidmet ist und die Geschichte des menschlichen (oder gesamtbiologischen) Niedergangs rückwärts erzählt. Wenn der Hörer also mit „Jotun“ in die Geschichte einsteigt, dann ist schon alles im Sack. Welt im Arsch, Menschheit im Arsch. Gar nicht im Arsch sind allerdings die grandiosen Gitarrenarrangements, die zu der Zeit so unglaublich relevant waren für In Flames und viele andere Bands. Zweistimmige Kompositionen, Kanonartig versetzte Interpretationen und vor allem die nie wirklich (von anderen Bands) wieder erreichten Akustikgitarreneinlagen erschaffen eine Stimmung, die seither wohl kaum wieder erzeugt worden ist.  

Witzigerweise beschreibt die Scheibe über den Niedergang unserer Welt einen weiteren Sprung nach vorne für die Schweden. Zwar war noch nicht richtig abzusehen welchen Hype die Band zwei Alben später erleben würde, aber große Touren bahnten sich schon an und immer mehr Metalfans interessierten sich für den Göteborg-Sound von In Flames.

Die Highlights auf dem Album sind die Titel „Food For The Gods“ und vor allem „Episode 666“, dieser Titel war noch sehr lange aus dem Live-Set der Band nicht wegzudenken. Für die besondere Atmosphäre der Platte sorgten aber andere Werke, allen voran „Jester Script Transfigured“, welches in der bis dahin für In Flames so typischen Mischung aus akustischen Teilmengen und brachialen Refrain- und Chorusteilen besteht. Die fast sechs Minuten lange Nummer hebt sich damit am meisten auf der Platte ab und markiert auch den Rückzug dieser Kompositionsweise, denn schon ab dem folgenden Langspieler werden die Schweden beginnen, ihren Sound vom Melodic Death Metal abzuwenden. Erst sehr langsam, dann später in großen Schritten.

1997 hat sich diesen Schritt sicherlich noch kein Fan der Band vorstellen können. Herausstellungsmerkmale von „Whoracle“ sind vor allem der kompaktere Sound, die weitere Abwendung von Folkeinflüssen und die Tatsache, dass Anders beginnt seinen Gesang umzustellen. Das ist zu der Zeit auch noch niemandem richtig aufgefallen, aber mit „Whoracle“ beginnt tatsächlich schon die Verwandlung der schwedischen Ausnahmeband.

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