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In Flames: Battles

Harte Arbeit macht sich bezahlt
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 47:38
Release: 11.11.2016
Label: Nuclear Blast

Es ist tatsächlich bereits das zwölfte Studioalbum für die Schweden In Flames. Seit dem Erstlingswerk „Lunar Strain“ hat sich bei den Schweden einiges getan und mit der Zeitspanne, die verstrich, hat sich auch die Musik des Fünfers verändert. Von einer recht Black Metal angehauchten Melo-Death-Combo hat man sich über die Jahre zu einem sehr innovativen und modernen harten Musikstil weiterentwickelt. Das hat nicht jedem Fan gefallen, aber wäre es besser gewesen, wenn die Truppe zwölf Platten auf den Markt geworfen hätte, die wie die Erstveröffentlichung klingen? Wohl kaum.

So schreiten In Flames auch mit dem aktuellen Album konsequent ihren Weg fort und dieser entfernt sich nun einen Schritt weiter von den traditionellen Wurzeln. Damit soll aber keineswegs eine Wertung abgegeben werden, denn selbst der größte Nostalgiker kann der Band nicht anlasten, dass die Qualität der Musik nachgelassen hätte oder gar schlecht wäre.

In Flames zeigen ganz im Gegenteil, wie gewandt sie Musik arrangieren und komponieren können, indem sie verzwickte und technisch anspruchsvolle Elemente eng mit catchy Melodien und eingängigen Rhythmen verknüpfen und aus dieser Mixtur einen gut hörbaren und trotzdem auf längere Sicht interessanten Cocktail mixen. Paradebeispiele dafür gibt es genug auf der Platte. Als Exempel soll hier der Titelsong dienen. Die Schweden verweben hier ein brachiales Riff, das sehr schwer durch den Äther wiegt, mit einem sehr eingängigen Refrain, der sich sofort ins Hirn bohrt. Während der Hörer noch vor sich hinträumt, kommt aber schon die nächste Schelle der verzerrten Gitarren und reißt den Zuhörer schnell aus den Geistesspielereien zurück auf den harten Asphalt der gedachten Realität. Einige kleine Kratzer als Andenken sind inbegriffen.

So funktionieren fast alle Stücke auf der Scheibe. Um den Kontrast noch weiter zu erhöhen, greifen die Musiker in ein paar Fällen sogar auf Kinderchöre zurück, die die Spannung nochmals erhöhen, allerdings auch immer an der Kotzgrenze zum Kitsch stehen.

Gibt es Kritik? Ja, gibt es. Der glattgebügelte Sound zerstört viel des eigentlich nicht schlechten Ambiente. Hier wird viel Potenzial einfach vernichtet und durch den Fleischwolf gedreht. Das wäre so nicht nötig. In Flames könnten sich ruhig einen natürlicheren und kantigeren Sound leisten. Warum die Thematik überhaupt erwähnenswert ist, erklärt sich darin, dass zum Beispiel Volbeat inzwischen ständiger Kandidat für die 08/15 Radiosender sind und es für Veteranen wie die Schweden hoffentlich nicht erstrebenswert ist, diese Karriere zu imitieren. Unabhängig davon zeigen In Flames einmal mehr, dass die Entwicklung der modernen Rockmusik bei weitem noch nicht ihr Ende erreicht hat. Dafür sollten alle dankbar sein.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann