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In Fear And Faith: Your World On Fire

Eine CD mit Gänsehaut-Effekt - im positiven Sinne
Wertung: 10/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 35:17
Release: 06.01.2009
Label: Rise Records

Zahlreichen Konzerten ist es zu verdanken, dass die im Sommer 2006 gegründete Band In Fear And Faith sich bereits als Underground-Band eine große Fangemeinschaft aufbauen konnte und dadurch enorm hohe Verkaufszahlen der in Eigenregie veröffentlichten Demo-CD "Voyage" verzeichnen konnte. Nach der Trennung vom alten Sänger Tyler „Telle“ Smith hat man mit Scott Barnes schnell einen würdigen Ersatz gefunden, bei Rise Records unterschrieben und sich ins Studio eingeschlossen um endlich das lang erwartete Debüt-Album „Your World On Fire“ aufzunehmen:

Es beginnt, wie so viele, mit einem Intro – und bereits hier hört man, dass etwas Großes auf den Hörer zukommt; es scheint sich regelrecht etwas anzubahnen, ein Sturm kommt auf – und der Hörer mittendrin. Die sechs Jungs aus San Diego dachten sich im Studio: „Hey, auf unserer EP ist ein Song über Piraten, dann machen wir doch auf unserem Album direkt noch einen Song darüber“. So kam es also, dass der Song „Pirates…The Sequel“ (zu deutsch: „Piraten… Die Fortsetzung“) auf der CD landete. Gewaltige Riffs, nach Streichern klingende Synth-Sequenzen, Doublebass-lastiges Drumming und natürlich der abwechselnd klare Gesang von Scott und das kraftvolle Screaming des bandeigenen Screamers Cody sind die Grundzutaten dieses Tracks und ergeben im Endeffekt eine mehr als schmackhafte Mischung.

Das Schlagzeug-Intro von „The Road To Hell Is Paved With Good Intentions“ erinnert an das Intro des Tracks „My Immortal Guardian“ vom neuen Album der Metalcorer The Sorrow beziehungsweise sogar an „Painkiller“ von Judas Priest, ist jedoch bedeutend kürzer. Bei diesem Song zeigen In Fear And Faith wieder einmal wo ihre Stärken liegen – bei der Polyphonie. Während die aktuelle Chartmusik nahezu nur aus homophonen Stücken besteht, versteht es eine richtige Band wie diese noch, herrliche Pianomelodien, mehrere Gitarren, flächendeckende Synthesizer-Sounds und natürlich Gesang, Screaming, Bass und Schlagzeug gelungen zu vereinen. Der mehrstimmige Refrain geht sofort ins Ohr, die Hauptmelodie, der Gesang Scotts, der Backgroundgesang, für den sich Craig Owens (Chiodos) verantwortlich zeigt und das überragende Screaming klingen wie füreinander geschaffen.

Diese Band scheint nahezu nur Stärken zu haben – spieltechnisch und vom Songwriting her sind die Stücke enorm anspruchsvoll, so nutzen In Fear and Faith beispielsweise oft das Element – z.B. bei „Live Love Die“ zu finden - einer, oder mehrerer wuchtigen Rhythmusgitarren eine weitere Gitarrenspur hinzuzufügen, die dann weniger verzerrte Melodien und sogar Soli spielt, allerdings dabei nicht die geringste Spur nervig oder aufdrängend klingt.

Ein ganz großes Plus dieses Albums sind die Breakdowns. Diese Scheibe enthält derart gigantisch-brutale Breakdowns, dass sie nur bei voller CD-Qualität klar klingen, bei starken 320Kbits in MP3 ist dies bereits bereits nicht mehr vollkommen gegeben. Das beste Beispiel hierfür ist „Strength In Numbers“, mein persönliches Highlight des Albums. Ein grooviger, Doublebass-beeinflusster Beat, ein epischer Text, tolle Gesangsvariationen, himmlische Pianomelodien und im dritten Abschnitt des Songs erfolgt einer dieser berüchtigten Breakdowns – gefolgt von dem monströsestem Screaming, dass ich jemals gehört habe. Alleine diese Stelle könnte ich mir stundenlang anhören, nur wegen dieser wenigen Sekunden lohnt sich der Kauf, oder wenigstens das Reinhören in diese CD schon.

Das letzte Stück dieser CD nennt sich „Relapse Collapse“ und beginnt verhältnismäßig ruhig, getragen von klarem Gesang, dezentem, elektronisch verzerrtem Drumming und dem herrlichen Piano. Dieser Song ist eine ganz besondere Glanzleistung des neuen Sängers, der hier noch einmal sein ganzes Können demonstriert. Der so hervorragend emotional vorgetragene Text, die epischen Gitarren, die tragenden Flächenklänge, das Piano, das am Ende in Doublebass-Attacken endende Drumming, all das ist einfach perfekt. „Relapse Collapse“ ist ein Song, der sofort ins Ohr geht und bei dem ich selbst mich nur sehr schwer bremsen kann, nicht lauthals mitzusingen wenn ich ihn über den MP3-Player in öffentlichen Verkehrsmitteln höre. Respekt.

Ein klein wenig Kritik muss ich jedoch auch noch üben – bei allem Können und Talent des neuen Sängers; mir persönlich haben die älteren Versionen der beiden Songs „Live Love Die“ und „Taste Of Regret“ von der Debüt-EP „Voyage“ mit Sänger Tyler noch ein Stück weit besser gefallen, was aber keineswegs heißt, dass die neue Versionen schlecht sind.

Ein episches Album, das bei mir eine Gänsehaut hinterlassen hat. Das Jahr ist noch sehr jung, aber „Your World On Fire“ hat alle Chancen für mich, das Post-Hardcore-Album des Jahres zu werden, selten hat eine Band solch ein starkes Debüt-Album abgeliefert. Ich würde ohne zu zögern meine Hand dafür ins Feuer legen, dass wir von dieser Band noch lange viel Gutes hören werden. Hoffen wir, dass die Musikindustrie im Angesichte solcher Bands noch einige Jahrzehnte durchhält – absolute Kaufempfehlung!

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