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In Extremo: Sterneneisen

Eine geballte Ladung Emotion
Wertung: 9.5/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 46:32
Release: 25.02.2011
Label: Universal Music

In Extremo sind spätestens seit ihrem Album „7“ eine der Top-Rockbands aus deutschen Landen. Ihre Touren sind bestens besucht, oder, wie im Fall der gerade anstehenden Tour, sogar lange vor Beginn ausverkauft. Jetzt legen die Mittelalter-Rocker mit ihrem neuen Album „Sterneneisen“ nach. In Extremo hatten, mit Ausnahme der Alben bis “Weckt Die Toten“, kein einziges Album, das keinen vernünftigen Sound hatte. Auch „Sterneneisen“ bricht nicht aus dieser Reihe aus. Bei einer Band mit so vielen Instrumenten, von denen auch noch ein Großteil akustisch ist, hat man es nicht ganz einfach mit dem richtigen Gesamtsound. Bei „Sterneneisen“ lief aber alles prächtig und das Album erstrahlt in feinstem Soundgewand. Das ist natürlich für den Hörer die beste Voraussetzung, um in die ganze Tiefe der Musik einzutauchen.

Musikalisch bleibt die Band dem mit „Sängerkrieg“ eingeschlagenen Weg ziemlich treu und baut auf harte Gitarren, ein allzeit präsentes Schlagzeug und großzügigen Einsatz der Blasinstrumente. Auch zwei prominente Gastsänger geben sich auf der Scheibe die Ehre: So steuert der Graf von Unheilig seine Stimme zu „Hol Die Sterne“ bei, während Mille von Kreator bei „Unsichtbar“ mitgewirkt hat.

„Sterneneisen“ ist ein emotionsgeladenes Werk voller hintergründiger und bildgewaltiger Texte, das keinesfalls nur ein Abklatsch des Vorgängeralbums ist. Gerne erzählen In Extremo wieder Geschichten über das Thema, das die Band wohl selbst am besten repräsentiert: das Streben nach geistiger und körperlicher Freiheit. „Zigeunerskat“, „Hol Die Sterne“ oder auch „Schau zum Mond“ behandeln diese Thematik alle auf die eine oder andere Weise. Dabei klingt immer ein Hauch von Wehmut, aber auch Hoffnung und Zuversicht mit und mit ausreichend Fantasie kann man fast alle Stücke positiv oder negativ interpretieren. Mit „Viva La Vida“ hat das Septett einen besonderen Coup gelandet: Ein Song mit akutem Mitsingzwang, der sich direkt ins Gehirn brennt und dessen betrunkener Protagonist von Sänger Micha dermaßen realistisch gesungen wird, dass man sich des Eindrucks, der Gute habe bei der Aufnahme tatsächlich einen im Tee gehabt, kaum erwehren kann. Anders verhält es sich mit „Stalker“: Kein Partykracher, sondern ein ernster Song, der sich, wie der Titel zurecht andeutet, mit dem Thema Stalking auseinandersetzt.

Titel wie „Siehst Du Das Licht“ schlagen dann schon eher in eine nachdenkliche Richtung. Ohnehin sind einige kritische und hinterfragende Texte auf "Sterneneisen" vertreten; In Extremo haben zu einer gewissen Reife gefunden - ein Image, das ihnen sehr gut steht. Und so draufgängerisch und frisch, wie der neue Rundling beginnt, so dramatisch und depressiv endet er: "Vermiss Dich" setzt einen nachdenklichen Schlusspunkt ans Ende der Tracklist und eigentlich möchte man sich nicht so recht damit abfinden, dass dieses Album so zu Ende geht. Live dürfte dieser Song durchaus für das eine oder andere wässrige Auge sorgen.

Alle Fans der Band können und werden bei dieser Platte natürlich bedenkenlos zuschlagen. Hörern, die auf gute Rockmusik mit Mittelaltereinschlag stehen, sei dieses Album ebenfalls ans Herz gelegt, denn In Extremo sind nach wie vor eine Genrereferenz. „Sterneneisen“ eignet sich hervorragend zum aufmerksamen Hören bei Kerzenschein und einem Glas Wein. Oder, in diesem speziellen Fall, einem Humpen Met.

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