Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

In Extremo: Raue Spree 2005

Netter Einblick in die Live-Fertigkeiten
Wertung: 99/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 0:0
Release: 10.02.2006
Label: Universal Music

Knapp drei Jahre ist es her, dass mit „In Extremo Live“ eine neue Live-DVD erschien, die neben dem Kyffhaeuser-Konzert auch Ausschnitte vom Taubertal- und M’era Luna Festival enthielt. Seitdem hat sich einiges getan, die beiden Alben „7“ und „Mein Rasend Herz“ ließen die Mittelalterrocker in ungeahnte Chart-Höhen schießen. Wohl nicht ganz unschuldig daran sind die beiden Singles „Küss Mich“ und vor allem „Nur Ihr Allein“. Gerade dieser zeigt die sieben Musiker von einer gänzlich unbekannten, fröhlich punkigen Seite, die das zugehörige Album in keiner Weise widerspiegelt. In Extremo sind nicht mehr der Geheimtipp, der sie mal waren. Die Szene blüht auf und diese Band hat wohl am ehesten davon profitiert und die anderen mediävalen Mitstreiter hinter sich gelassen. Nicht anders lässt sich zum Beispiel die anstehende Teilnahme am TV Total Bundesvision Contest und die schon dritte Singleauskopplung „Liam“ zu „Mein Rasend Herz“ erklären.

Logisch, dass Fans neuer Stunde sich nicht nur mit den alten Songs der Band auseinandersetzen wollen, sondern gierig auf neues Live-Material äugen. Das wird ihnen mit der neuen Live-DVD „Raue Spree 2005“ geboten. Vorab sei gesagt, dass ich mich nur auf die ersten 30 Minuten der DVD beziehen kann, da mir im Rahmen der Promotion mehr leider nicht zu Verfügung gestellt wurde.

Mit dieser DVD bieten die sieben einen Querschnitt durch ihre Karriere, dessen Schwerpunkt sich natürlich auf dem aktuellen Album findet. So sind 10 von den 24 Songs auf „Mein Rasend Herz“ zu finden. Klassiker wie „Herr Mannelig“ und „Spielmannsfluch“ dürfen natürlich trotz des Alters nicht fehlen. Letzteres wird in einer ansprechenden Highspeed-Version dargeboten und die Dudelsack-Fraktion hat sichtlich ihren Spaß. Sowieso ist der Sound sehr stark auf diese Instrumente ausgelegt. In Songs wie „Raue See“ oder „Macht und Dummheit“ wirkt die Gesangsstimme geradezu zweitrangig. Ansonsten ist sie aber klar und deutlich wahlweise in 5.1. Dolby Digital oder Stereo zu vernehmen. Das Verhältnis zur Lautstärke der Zuhörerschaft ist gut abgemischt. So bemerkt man die Präsenz mal mehr, mal weniger, fühlt sich jedoch nie durch zu lauten Jubel gestört. In der Halle dürfte dies Verhältnis wohl nicht ganz so angenehm gewesen sein, denn solche Zuschauermassen wie hier zu sehen sind, hätte man bei In Extremo nie vermutet. Doch bekommen sie einiges geboten: Pyro- und Lichteffekte en masse und die sieben Musiker, die ihr Bühnenbild passend zur Fernweh und Meeresromantik thematisierenden aktuellen CD gestaltet haben. Vor Sänger Michael Rhein steht ein großes Lenkrad, der hintere Teil der Musiker steht auf einem erhöhten Deck des Schiffes.

Die bei der ersten DVD oftmals kritisierte scheinbare Lustlosigkeit, die man auf Seiten der Band vermutete, ist hier nicht mehr zu bemerken. Zwar schränken Harfen, Dudelsäcke und Co. die Bewegungsfreiheit ein, jedoch geben die Musiker ihr Bestes und Rhein singt abwechslungsreich, gefühlvoll und absolut überzeugend.

Diese DVD gibt einen netten Einblick in die Live-Fertigkeiten der Band mit besonderer Beachtung der aktuellen Werke. Die Darbietung ist energiegeladener, der Sound gut. Eine Kaufempfehlung geht an neue Fans. Die früheren Sympathisanten sollten überlegen, ob sie zu Gunsten besserer Performance auf ihre Lieblingssongs von früher verzichten wollen.

comments powered by Disqus