Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

In Extremo: Quid Pro Quo

Immer für eine Überraschung gut
Wertung: 9/10
Genre: Rock
Spielzeit: 42:39
Release: 24.06.2016
Label: Vertigo/Universal Music

Was fielen bei den letzten Alben von In Extremo nicht immer wieder für kritische Worte, von Mainstream, Ausverkauf und Abkehr von den Wurzeln war die Rede. Drei Jahre nach ihrem letzten Output „Kunstraub“ schieben die Sieben nun mit „Quid Pro Quo“ einen neuen Silberling ins Rennen. Und just in dem Moment, wo wohl niemand mehr an die Rückkehr in mittelalterliche Gefilde glaubte oder man eigentlich annahm, die ganze Sache sei nunmehr ausgelutscht, bringt das neue Album einige Überraschungen mit sich.

Dabei möchte man nicht behaupten, dass die Berliner hier konsequent rückwärts schielen. Vielmehr macht diese Scheibe aus, dass es hier eine fast vollkommene Vereinigung aus traditionellen und modernen Richtungen gibt. So kann „Pikse Palve“ sicher auf jedem Mittelaltermarkt punkten und damit wohl auch Fans der ersten Stunde begeistern. Zudem kommt der Titel mit einer ordentlichen Wucht herüber, dass auch Freunde der Rockfraktion dem Song geneigt sein dürften.

Ähnlich sind auch „Dacw´Nghariad“ und „Schwarzer Rabe“ gelagert, wenngleich hier die härtere Saitenfraktion ebenso ausreichend Platz erhält. Demgegenüber steht insbesondere „Flaschenteufel“, der anfangs mit einem kleinen Monolog noch so herrlich einlullt, sich dann aber ganz anders öffnet. Hier wird im Grundgerüst schon mit Metalanteilen gearbeitet, die allerdings vor allem dem Warmwerden dienen sollten, denn immerhin werden noch Marcus Bischoff und Alexander Dietz von Heaven Shall Burn von der Leine gelassen. Dass In Extremo mal mit einer Metalcore-Attitüde aufwarten, damit hätten wohl die Wenigsten gerechnet, dafür funktioniert der Überraschungsmoment wirklich grandios.

Wenn man allerdings schon bei Gästen ist, sollte „Roter Stern“ nicht unerwähnt bleiben, immerhin gibt hier Hansi Kürsch von Blind Guardian sein Debüt im deutschsprachigen Gesang. Selbst wenn die Hommage an Russland nicht wirklich spektakulär ausfällt und sich auch schwer gegen die restlichen Titel durchsetzen kann, strömt der Song so viel Liebe zu dem Land und seinen Menschen aus, dass man ihn einfach mögen muss.  

Ungewohnte Sozialkritik äußert das Septett in „Quid Pro Quo“. Gier und übertriebene Nehmermentalität werden an den Pranger gestellt, dies geschieht mit kurzen Akkorden, wobei man im Refrain wieder zur Eingängigkeit und dem typischen In-Ex-Sound zurückkehrt. Mit noch etwas mehr Tiefe kommt „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“ einhergezogen. Man darf den Titel sicher getrost als Anti-Kriegs-Lied einstufen, welcher aber eben nicht vom gehobenen Zeigefinger dominiert wird, sondern vielmehr als Geschichte funktioniert. Zudem wartet der Song noch mit einem zerstörerischen Finale auf, welches „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“ hin zu einem der stärksten Tracks des Albums katapultiert.

Neben diesen Alt-und Neuentdeckungen gibt es natürlich auch noch einige Stampfer in In Extremo-Manier zu hören, so zum Beispiel der Opener „Störtebecker“, der gleich mit ordentlich Drive den Silberling aufmischt. Nicht zu vergessen natürlich das Sauflied „Sternhagelvoll“, welches mit einer fast schon an Bösartigkeit grenzenden Ohrwurmqualität ausgestattet ist.

Insgesamt bieten die Berliner mit „Quid Pro Quo“ ein abwechslungsreiches Album an, mit dem sie selbst nach gut zwanzig Jahren Bandgeschichte nochmals überraschen können. Traditionelle Musik, Metalcore und Rockmusik stehen sich hier nicht im Weg, sondern werden zu einem kompakten Ganzen vereint. Selbst wenn man nicht jeden Titel als Knaller bezeichnen möchte und es sicher auch lyrisch begnadetere Kollegen gibt, kann man In Extremo nur zu einem sehr starken Album gratulieren, welches bei Fans mit Sicherheit in Dauerschleife laufen wird.

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann