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In Extremo: Kunstraub

Wie weit kann sich eine Band von ihrem eigentlichen Stil entfernen?
Wertung: 8/10
Genre: Mittelalterrock
Spielzeit: 45:10
Release: 27.09.2013
Label: Vertigo/ Universal

Eine neue In Extremo. Die Spannung steigt. Zuletzt hat die Combo sich immer weiter von ihren Wurzeln getrennt und das letzte Album „Sterneneisen“ konnte zwar viele fette Songs („Sterneneisen“, „Viva La Vida“ und andere) bieten, mit der Band, die Anfang der 2000er Jahre mit „Sünder Ohne Zügel“ ein ganz neues Genre salonfähig machte, hatte die Platte aber fast gar nichts mehr zu tun.

Diesen Weg gehen In Extremo konsequent fort. „Kunstraub“ tendiert weiter weg von den Wurzeln und immer mehr hin zu Top 40 Rocknummern.

Beim ersten Anspielen und nebenbei mithören kann das Album überhaupt nicht fesseln. Die Melodien klingen allesamt abgedroschen, nach Standardrock mit hier und da einem Mittelalterinstrument verziert und eher lieblos auf CD gebannt. Ist das der Spielmannsfluch, der die Band trifft? Nun niemandem soll nur eine Chance gewährt werden und so soll es auch „Kunstraub“ ergehen.

In der zweiten Runde kann die Musik immer nur marginal überzeugen, aber die Texte fallen teilweise positiv zu Buche. „Wege ohne Namen“, „Himmel und Hölle“ und die Ballade „Die Beute“ sind Lieder, die textlich tiefsinnig und nicht immer ganz einfach zu deuten sind. „Der die Sonne schlafen schickt“ ist zwar nicht so tiefsinnig, aber trotzdem ein cooler Text, der vor allem auch durch den Gesang von Sänger Micha eine große Wirkung erzielen kann.

Ok, also so schlecht ist die Platte nicht, man muss nur den Zugang finden. Nach und nach entfalten sich auch die Kompositionen, die bei genauerem Hinsehen nicht im geringsten so primitiv aussehen, wie sie (leider auch nach vielfachem Hören) oft klingen. Im Prinzip ist genau das Gegenteil zu behaupten. Es ist garantiert eine Kunst, so viele Instrumente in einen Song zu packen, der, als fertiges Stück, so einfach klingt wie ein Mainstream-Rocksong. „Wege ohne Namen“ wäre hier als schönes Beispiel anzuführen. Im ersten Moment erkennt man nur die Begleitriffs der Gitarre, aber nach und nach erschließen sich auch die Sounds der Akustikfraktion. Leider ist diese allgemein einfach ein wenig leise geraten (die Soloparts ausgenommen).

Dafür ist sonst an der Platte nichts leise. Der Sound ist extrem fett und knapp an der Grenze zum Überproduzierten. Im Gegenzug erhält man ein Album, das keinerlei Störungen enthält oder flach klingt. Sogar die Harfe bei „Gaukler“ klingt (bei entsprechend guter Heimstereoanlage) als Stünde der Musiker direkt leicht links versetzt vor einem und spielt dort live. 

Die abschließende Meinung zu „Kunstraub“ bleibt zwiegespalten. Nimmt man die Platte als Einzelwerk und lässt außer Acht, wer das Album verfasst hat, dann muss man eine beinahe-Glanzleistung attestieren. Setzt man allerdings den Bandnamen In Extremo ein, dann legt sich über den dargebotenen Mainstreamrock ein flauer Beigeschmack. Vor allem wen man Fan von Platten wie „Weckt die Toten“, „Sünder ohne Zügel“ oder auch „Verehrt und angespien“ ist. Dennoch müssen sich auch Bands wie In Extremo weiterentwickeln. Es scheint, als hätten sich die Musiker ihre Marschrichtung ausgesucht und diesen Weg auch schon zementiert. 

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