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In Disgrace: Demon

Interessante Stücke, das gewisse Etwas fehlt allerdings
Wertung: 7/10
Genre: Atmospherical Death Metal
Spielzeit: 53:39
Release: 14.02.2010
Label: Eigenproduktion

Das Münsterland bringt bisweilen erstaunlich viele gute Bands hervor.
Da reihen sich beispielsweise moderne Coretypen wie Cut The Weak an Death Metal à la Kadavrik. In Disgrace ist eine weitere Band aus der Region, die sich dem Death
Metal, genauer noch, der etwas atmosphärisch angehauchten Seite des
Todesmetalls verschrieben hat.

Im Jahr 2000 gegründet, überraschten die Männer bereits zwei Jahre später mit ihrem ersten Output in Form des „Before After“-Demos, das durch die Bank weg hervorragende Kritiken einheimsen konnte. Auch der Nachfolger „Define Death“ drei Jahre später wurde über den grünen Klee gelobt, nachlegen will das Quartett jetzt mit der passend zum zehnjährigen Jubiläum erscheinenden Langrille „Demon“.

Relativ minimalistisch besetzt ist die Band, die aus Drummer Mirko, Bassist Sven, Keyboarder Christian – der übrigens einen brillianten Job macht, im Gegensatz zu vielen anderen Tastendrückern, die ich mir schon anhören „durfte“ – und Sänger beziehungsweise Gitarrist Acker besteht. Schnell wird klar: Eine zweite Gitarre wäre von Vorteil gewesen. Zwar wummern die Songs ganz ordentlich, aber ein Fitzelchen mehr Drive wäre durchaus drin gewesen.

 

Mit solidem Geknüppel legen die Münsteraner los; „Kingdom“ hat zwar eigentlich alles, was ein guter Death Metal-Song braucht, dennoch glimmt der bereits angesprochene Funken eher unscheinbar vor sich hin als tatsächlich überzuspringen – der Gesang wirkt zu unmotiviert, der melodisch angehauchte Refrain lässt besondere Tiefe vermissen. Wesentlich ambitionierter geht vor allem Acker bei „Inquisition“ zu Werke. Ob’s am Titel liegt kann man nicht genau ausmachen, die rasante Dynamik gepaart mit sphärischen Melodien gehen aber genau in die Richtung, die man sich von Anfang an gewünscht hatte und das Keyboard bringt die nötige und genau richtig dosierte Frische in den Song.

 

Tatsächlich scheinen sich die Vocals und auch das Zusammenspiel der Instrumente von Stück zu Stück zu steigern und erreichen bei „Silence“ ihren ersten Höhepunkt in fiesen Growls und einem im Gegensatz dazu recht zerbrechlich anmutenden Keyboard. Das Banner „Atmospherical“ haben sich die Jungs zumindest redlich verdient, erstrecht als bei „Nothing“ die ersten durchaus epischen Ansätze zu erkennen sind. Das Stück startet für Death-Verhältnisse ziemlich ruhig mit einem Gitarrenintro, bevor In Disgrace wieder härtere Geschütze auffahren und ihr Tempo steigern.

 

Überhaupt haben die Vier den Bogen raus, was Tempowechsel angeht. Nichts wirkt holprig oder überstürzt, alles gut durchdacht und selbst das knapp zwölf Minuten umfassende Titelstück gestaltet sich sehr interessant. Erst schiebt es sich schwerfällig vorwärts und verbreitet eine düster-apokalyptische Atmosphäre, die zwar dem gesamten Album anhaftet, aber erst hier richtig hervorsticht; mit dunklen, schweren Melodiepassagen und rauen Growls bildet der Song das Herzstück der Platte und kann auch von dem darauffolgenden Old School-Rausschmeißer und Bonustrack „Into Disgrace“ nicht überboten werden, trotz der wahren Achterbahnfahrt an Gitarrenriffs.

 

In Disgrace sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite machen viele ihrer Songs, die mit einem durchweg treibenden Dynamik ausgestattet sind, großen Spaß, auf der anderen Seite fehlt aber oft genug das gewisse Etwas, der sprichwörtliche Funken, der nicht so recht überspringen will und am Ende ein etwas schales Gefühl hinterlässt. Nichtsdestotrotz sind einige Glanzstücke auch auf „Demon“ vertreten, die unbedingt angetestet werden sollten!

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