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In December: In December EP

Bullet For My Valentine meets Emocore
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Metal, Emocore
Spielzeit: 23:26
Release: 27.03.2010
Label: Eigenproduktion

Als Schreiberling ist man immer wieder überrascht – und manchmal sogar erleichtert -, wenn eine Band nicht das ist, was sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Ein derartiges Cover wie es die neue EP der fünf Jungs von In December feilbietet, lädt zu wilden Spekulationen ob der musikalischen Ausrichtung der Band ein. Die Schriftart des Bandlogos, die Farbgebung, die Motivwahl, all das entscheidet mit über die Meinung eines Rezensenten. Bei der selbstbetitelten EP der Band fällt mir spontan ein: Kitsch-Gothic. Warum das so ist, weiß nur der Gehörnte, dennoch kann man hier von positiver Überraschung sprechen, als die ersten Takte aus den Boxen erklingen: Es gibt Gitarren, es gibt eine gute Stimme, es gibt Drive. Alles passt, nichts ist kitschig. Glück gehabt.

Glück hatten vermutlich, neben dem offensichtlichen Talent, auch die Herren von In December, die seit ihrer Gründung 2004 schon mit ihrem ersten Scheibchen „E.A.R.T.H. (A NEW WORLD'S ANTHROPOLOGY)“ auf sich aufmerksam machen konnten uns seitdem unter anderem mit den Herren von Peter Pan Speedrock und No Use For A Name die Bühnen unsicher machen durften. Auch das im Ruhrgebiet stattfindende Dong Open Air bespielte der Fünfer schon und das recht erfolgreich, möchte man meinen, denn zumindest die gute Handvoll Songs der EP dürfte den ein oder anderen sommerlichen Festivalauftritt gut aufheizen.

Die Band jetzt in eine Schublade zu stecken, gestaltet sich erstaunlich schwierig, haut das Quartett doch bei Songs wie „Final Story“ ordentlich auf den Putz, während zum Beispiel „With Hearts On Fire“ deutlich poppiger ausfällt. Passt das schön ruhige Intro noch halbwegs zu dem Bild, das man sich aufgrund des Covers von der Musik gemacht hatte, fegt der Einstieg von „From Darkness Into Light“ sämtliche Einfälle diesbezüglich vom Tisch: Hier wird ein punkig-melodiöses Intro mit klarem Gesang und eingestreuten, erstaunlich kräftigen Shouts geboten; ein ohrwurmiger, fast sehnsüchtiger Refrain mit einer Prise Deftonesscher Melancholie im Hintergrund überrascht nicht nur, sondern rundet den Song auch nahezu perfekt ab.

Das bereits erwähnte „With Hearts On Fire“ geht mit kurzen Blastbeats wesentlich härter zu Werke als sein Vorgänger, die Shouts und die schnelle, moshige Dynamik des Songs passen wunderbar zum fast schon poppig anmutenden Refrain und das Ganze erinnert ein wenig an die innovativeren Tage von Bullet For My Valentine. Der Einfluss der walisischen Senkrechtstarter wird auch bei „From Persistance“ deutlich: Vor allem die typische Kombination aus Shouts und klarem Gesang klingt verblüffend nach BfmV-Sänger Matt Tuck. Ich entdecke in dem Song übrigens völlig unvorbereitet, dass Gitarren wie eine Jahreszeit klingen können - die Gitarrenparts, die ab und an zum Vorschein kommen, muten nämlich merkwürdig sommerlich an (was keineswegs schlecht ist).

Bei „Final Story“ treten die Jungs mit einem ungewohnt Old Schooligen Song den Beweis an, dass sie auch ganz ordentlich drauflosballern können, ohne den Fuß groß vom Gas zu nehmen. Die dumpfen Drums lassen das Stück wesentlich dunkler und härter erscheinen als den Rest der Platte und ziehen einen gelungenen Schlussstrich unter eine ebenso gelungene Scheibe.

In December haben sich ihren Platz auf sämtlichen Bühnen redlich verdient – ihre aktuelle EP verwurstet zwar die üblichen Ingredienzien, die man so im Emo- beziehungsweise Metalcore vorfindet, verfeinert das Ganze aber mit ihrer eigenen Geheimzutat, die der Band sicher auch in Zukunft einen großen Wiedererkennungswert beschaffen wird. Und vielleicht bietet sich ja bald die Möglichkeit, die Wirkung der sommerlichen Gitarren auf der Open Air-Bühne zu erleben.

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