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Immortal: All Shall Fall

Lieder über Eis und Frost? Herrlich übertriebene Bandfotos? Immortal sind zurück!
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 40:12
Release: 25.09.2009
Label: Nuclear Blast

Immortal sind zurück. Ihre Auflösung im Jahr 2003 kam damals für viele überraschend, da die Band stetig populärer wurde und mit „Sons Of Northern Darkness“ ein starkes Album veröffentlicht hatte. In den Jahren danach wurde es still um die Black Metal-Legende. Frontmann Abbath frönte auf seinem I Debüt „Between Two Worlds“ seiner Liebe zu Motörhead (er gibt ebenfalls den Lemmy in einer Coverband). Drummer Horgh wiederum heuerte nach seinem Gastspiel bei Pain direkt bei Peter Tägtgrens anderer Band Hypocrisy an und verhaut dort seitdem die Felle.

Im Jahr 2007 fand sich das Trio wieder zusammen und spielte auf dem Wacken Open Air eine Reunion-Show, die zwiespältig aufgenommen wurde. Zu alter (Live-)Stärke fanden die Norweger im letzten Jahr auf dem Rock Hard Festival zurück, so dass es nicht verwunderlich ist, dass man ein neues Album in Angriff nahm. Dieses ist nun erschienen und trägt den Namen „All Shall Fall“. Die Texte stammen natürlich wieder aus der Feder des ehemaligen Gitarristen Demonaz, der gesundheitsbedingt nicht mehr in die Saiten greifen kann.

Eins muss aber von vornherein klar sein: Wer anno 2009 noch auf einen Nachfolger zu „Pure Holocaust“ wartet, wird enttäuscht werden. Immortal gehen den auf den letzten drei Alben eingeschlagenen Weg konsequent weiter und orientieren sich teilweise sehr an ihrem Meilenstein „At The Heart Of Winter“, während die schnelleren Songs viel von „Damned In Black“ und „Sons Of Northern Darkness“ haben. Der Opener und Titeltrack ist ein Fall aus der zweiten Kategorie. „All Shall Fall“ ist ein typischer Immortal-Banger, der das Album grundsolide, aber auch unspektakulär einläutet. Positiv fällt aber die sehr starke Produktion auf, welche den Klang der beiden Vorgänger locker aussticht.

Nach dem etwas verunglückten Einstieg steigert sich „All Shall Fall“ mit „The Rise Of Darkness“ und dem sehr Thrash Metal-lastigen „Hordes Of War“ dann aber deutlich. Immortal feuern aus allen Rohren und vor allem Horgh ist präzise wie ein Uhrwerk. Abbath ist mit seinem unverkennbaren Gekeife ohnehin über jeden Zweifel erhaben und zeigt sich als Gitarrist stark gereift. Eins ist aber nun schon klar: Einen rasend schnellen Song hat die Band diesmal nicht im Gepäck. Wie bereits erwähnt, sollte niemand mehr etwas wie „Storming Through Red Clouds And Holocaust Winds“ oder „Grim And Frostbitten Kingdoms“ erwarten. Doch hatte man mit „One By One“ auf dem Vorgänger zumindest einen rasend schnellen Song geschrieben. Kuschelig sind Immortal aber natürlich nicht geworden, sie legen nur mehr Wert auf ausgefeilteres Songwriting und setzen (schon lange) nicht mehr nur auf pure Geschwindigkeit, was mir persönlich ohnehin besser gefällt. Nachzuprüfen am besten beim extrem eingängigen „Arctic Swarm“, welches direkt in den Nacken geht.

„Norden On Fire“ zeigt die epische Seite von Immortal, denn hier wird einmal mehr der Einfluß von Bathory deutlich, denen Abbath und Co. ja bereits mehrfach ausführlich huldigten. Ein glasklarer Nachfolger von „Beyond The North Waves“, jedoch leider mit weniger Gänsehautmomenten. Die gibt es dafür bei saustarken „Mount North“ fünf Minuten am Stück. Dieses Lied hätte sich auch perfekt auf „At The Heart Of Winter“ gemacht.

Das wahre Highlight trägt aber den Namen „Unearthly Kingdom“. Düstere, bedrohliche Klänge gehen in doomige Riffs über, die in ihren Intensität sehr nah an „Ireland's finest“ Primordial herankommen. Über allem thront natürlich Abbaths Stimme, die den Hörer nach „Blashhyrk“ entführt. Nach gut vier Minuten walzen die Gitarren förmlich aus den Boxen und formen einen der atmosphärischsten Songs des Jahres.

Fazit: Immortal melden sich mit einem starken Album zurück, können den Vorgänger aber nicht ganz übertrumpfen. Dennoch wird eindrucksvoll klar, dass mit den Norwegern wieder zu rechnen ist. 

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