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Immolation: Majesty And Decay

Trotz hoher Komplexität nachvollziehbares Songwriting: Das Niveau bei Immolation bleibt hoch
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 45:03
Release: 05.03.2010
Label: Nuclear Blast

Jedem, der sich für Death Metal interessiert, sollte der Name Immolation ein Begriff sein; die New Yorker um den langmähnigen Bassisten und Sänger Ross Dolan sind eine Institution in Sachen Todesblei und mit ihrer sehr technischen Variante dieser Musikrichtung stellen sie eine wichtige Inspirationsquelle für viele Bands des Genres dar.

Nachdem sie seit 1991 in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen bis 2007 insgesamt sieben Alben veröffentlichte, konnte die Combo nun einen Deal mit dem Branchenriesen Nuclear Blast ergattern, was man vielleicht als Lohn für die langjährige harte Arbeit ansehen kann. Mit „Majesty And Decay“ hat man nun Studio-Langrille Nummer acht an den Start gebracht und wie nicht anders zu erwarten war, brauchen sich alle Fans des Quartetts keine Sorgen zu machen: Wo Immolation draufsteht, ist auch Immolation drin; Trendanbiederungen sucht man bei diesen Jungs vergeblich.

Geboten wird klassischer Death Metal auf höchstem technischen Niveau, meistens in halsbrecherisch schnellem Tempo, mal jedoch auch mit ordentlich Groove, aber in jedem Fall stets brutal und in die Fresse tretend. Das etwas länger als eine Minute dauernde Intro ist so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm, mit „The Purge“ geht es anschließend gleich richtig zur Sache. Diese Burschen machen auch anno 2010 keine Gefangenen: Da werden einem gnadenlos Blastbeats um die Ohren gehauen, ein fettes Riff jagt das andere und Ross Dolans tiefes Growling ist geradezu beängstigend perfekt.

Was die Band neben dem handwerklichen Können auszeichnet, ist in erster Linie das hohe songschreiberische Niveau. Obwohl ihre Stücke recht komplex sind und viele Breaks beinhalten, verlieren die Amerikaner nie den roten Faden. Wo andere Gruppen sich in technischen Spielereien verlieren und beim Hörer ein dickes Fragezeichen hinterlassen, bleibt bei Immolation alles stets nachvollziehbar. Die zahlreichen Breaks stiften nicht etwa Verwirrung, sondern sorgen vielmehr für Abwechslung innerhalb der Songs selbst. Ein wunderbares Beispiel hierfür ist der Titeltrack, der einen anfangs mit tonnenschwerem Riffing überrollt, um in der zweiten Hälfte mit komplexem Drumming und Morbid Angel-mäßigen Soli aufzuwarten. Ein ähnliches gilt jedoch im Prinzip für sämtliche folgende Stücke: Killer-Riff reiht sich an Killer-Riff, sodass man trotz des hohen Tempos und der Komplexität immer noch gepflegt die Rübe schütteln kann.

Ausfälle sucht man tatsächlich vergeblich: „Divine Code“ und „In Human Form“ wechseln zwischen Raserei, Groove und melodischen Lead-Gitarren, das mächtige „A Glorious Epoch“ kommt sehr erhaben daher und entbehrt einer gewissen Dramatik nicht, weswegen es für meine Begriffe eines der absoluten Highlights der Scheibe darstellt, „The Rapture Of Ghosts“, das überwiegend im Midtempo angesiedelt ist, bietet richtig schöne Gitarrenmelodien (dennoch fällt das Stück keineswegs aus dem Rahmen und passt bestens in den Albumkontext, zumal es auch hier in der Mitte eine kurze Blast-Sequenz gibt), „Power And Shame“ zerstört einfach alles und das abschließende „The Comfort Of Cowards“ bietet zwar ein recht eingängiges Main-Riff, verlangt dem Hörer aber dennoch einiges an Aufmerksamkeit ab, was den Reiz ausmacht und es gerade zu einem weiteren Highlight der CD macht.

Klar ist allerdings wohl ohnehin, dass, starkes Songwriting und geile Riffs hin oder her, Immolation immer noch eine Band sind, bei denen mehrere Durchläufe vonnöten sind, um sämtliche Strukturen zu erfassen – Radiotauglichkeit ist selbstredend etwas anderes.

Aber wer sich auch nur ein bisschen mit Death Metal auskennt, der dürfte schnell registrieren, dass hier eine vorzügliche Scheibe vorliegt, die zudem amtlich produziert wurde. Die mächtigen Gitarrenwände schaffen eine unwiderstehliche, düstere Atmosphäre, der eine Sickness à la Morbid Angel anhaftet. Des weiteren ist es einfach ein Genuss, den Fähigkeiten der Musiker zu lauschen: Das exquisite Zusammenspiel der beiden Gitarristen und das total irrsinnige Drumming sind schon zum Zungeschnalzen. – Tolles Album!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann