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Immolation: Kingdom Of Conspiracy

Nicht ganz so stark wie der Vorgänger, Fans können aber trotzdem problemlos zugreifen
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 40:50
Release: 10.05.2013
Label: Nuclear Blast

Seit gut 25 Jahren kochen die New Yorker Deather Immolation nun bereits ihre eigene, technische Variante von Todesstahl und haben am Rezept nie großartig Veränderungen vorgenommen. Auch auf dem neunten Full-Length-Studioalbum mit dem Titel „Kingdom Of Conspiracy“ gibt es wieder rasendes Drumming, halsbrecherische Gitarrenläufe, mächtige Riffs und darüber thronend das bösartige Organ von Frontmann Ross Dolan zu hören – eigentlich alles wie gehabt.

„Alles wie gehabt“ schließt selbstredend mit ein, dass es größtenteils erneut etwas dauert, bis die Songs zünden; Immolation sind nun einmal keine leichte Kost und es braucht häufig ein paar Durchläufe, um das Gemetzel überhaupt angemessen erfassen und würdigen zu können. Dies ist eben ein Trademark der Band und was sie von anderen Kapellen des Genres unterscheidet, auch wenn das komplexe, mitunter sperrig erscheinende Songmaterial dazu beigetragen haben könnte, dass die Jungs nie den Bekanntheitsgrad von Combos wie Morbid Angel, Death oder Behemoth erreicht haben. Dennoch: Allein das Mainriff von „Keep The Silence“ setzt sich auch schon nach der ersten Rotation sofort fest und beweist, dass die spöttischen Aussagen mancher Leute, die Band könne keine Songs oder Riffs schreiben, einfach absoluter Käse sind.

Wie sich das Stück überhaupt aufbaut und das Tempo nachher angezogen wird, ist auf jeden Fall ziemlich gelungen und lässt die Nummer zu einem todsicheren Anspieltipp werden. Allerdings sollen die ersten beiden Tracks hier keineswegs unter den Tisch fallen, der Opener und gleichzeitige Titelsong ballert ohne große Umschweife kompromisslos aus den Boxen, auf ein Intro wurde diesmal verzichtet. Immolation-Fans müssen also (wie letztlich erwartet) von der ersten Sekunde an nicht befürchten, dass hier beispielsweise im Gegensatz zum letzten, äußerst zwiespältig aufgenommenen Morbid-Angel-Album „Ilud Divinum Insanus“ großartig herumexperimentiert wurde.

In knapp vier Minuten wird gnadenlos geholzt, bis der Arzt kommt, und die Kinnladen klappen angesichts des unfassbaren handwerklichen Niveaus sogleich gen Süden. Das folgende „Bound To Order“ bietet trotz aller Breaks in Form eines prägnanten Groove-Riffs im Chorus ein paar tatsächlich eingängige Momente, bevor mit erwähntem „Keep The Silence“ so etwas wie ein kleiner „Hit“ aus dem todesmetallischen Hut gezogen wird.

Im Prinzip jedoch tritt, nachdem man sich warm gehört hat, dasselbe, durchaus faszinierende Phänomen auf, das bei den Amis zumeist anzutreffen ist: Scheint anfangs lediglich eine technisch starke Prügelorgie vorzuliegen, kristallisiert sich alsbald die gewohnte clevere Mixtur aus Komplexität und Eingängigkeit heraus, wie zum Beispiel bei „Echoes Of Despair“. Die vielen melodischen Passagen der Leadgitarre lockern die Angelegenheit außerdem sehr schön auf und tragen zur Abwechslung bei – und mit dem zwischen straight und mitreißend nach vorne peitschenden Sequenzen und Headbanger-kompatiblem Riffing wechselnden „God Complex“, dem ganz starken, epischen „The Great Sleep“ sowie den beiden alles platt walzenden Abschlussabrissbirnen „Serving Divinity“ und „All That Awaits Us“ hat man weitere Nummern auf dem Level von „Keep The Silence“ am Start.

Anhänger des Quartetts können hier demnach problemlos zugreifen, auch wenn der Vorgänger „Majesty And Decay“ noch einen Tick stärker war und zudem der Schlagzeugsound ein bisschen zu künstlich tönt. Glücklicherweise wirkt sich dies auf die Atmosphäre nicht allzu entscheidend aus; allein die mächtigen Gitarrenwände und die fiesen Growls sorgen für die Boshaftigkeit, die man von den New Yorkern erwartet und hören will.

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