Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Imminence: This Is Goodbye

Modernes Metalcore-Album, dem es an Biss fehlt
Wertung: 6,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 40:07
Release: 31.03.2017
Label: Arising Empire

Fast zwei Jahre haben die Schreibarbeiten für das neue Album angedauert, nun endlich ist es soweit und das neue Werk der schwedischen Metalcore-Truppe Imminence wird vom Stapel gelassen. Damit steht drei Jahre nach dem Erstlingswerk “I“ der Nachfolger „This Is Goodbye“ bereit, der großtönig schon mal als „Koloss mit wildesten Zutaten“ angekündigt wird.

Wenn man das eröffnende und titelgebende Stück „This Is Goodbye“ hört, möchte man den Promo-Angaben auch sofort Glauben schenken. Gleich zum Einstieg bekommt man ordentlich was vor den Latz geballert, der Opener knallt und bewegt sich konsequent zwischen Aggro-und Emo-Passagen, die sich so ebenfalls im Gesang widerspiegeln. Frontmann Eddie Berg kann oder muss man über das gesamte Album eine gute Leistung unterzeichnen, wobei er sich fast über die gesamte Strecke mehr im Klargesang bewegt und nur wenige Screamo-Ausflüge hinlegt.

Gleichfalls kann man über die Produktion nur bestes berichten, das Album überzeugt mit prallem und druckvollem Sound, der den meist recht dicht gestrickten Klangteppich exzellent transportiert. Lobeshymnen an den Sound haben allerdings dann meist schon ein „aber“ anhängen und so ist es auch in diesem Fall. Schon der zweite Titel „Diamonds“ wirkt gegen seinen Vorgänger wie eine Pop-Nummer und klingt eher wie ein nächtlicher Tanz durch die Clubszene denn wie eine ballernde Metalcore-Nummer. Noch prekärer wird die Situation bei „Broken Love“, bei dem man sich schon fast die Frage stellt, ob es hier eine Widergeburt der 90-er Jahre Boybands gibt. Mag sein, dass die Darstellung etwas krass ist, allerdings lässt die Lieblichkeit des benannten Songs kaum etwas anderes zu.

Glücklicherweise bleibt „Broken Love“ der Einzelfall, wobei Imminence ähnlich wie ihre Szenekollegen von We Came As Romans doch immer wieder poppige Einflüsse bemühen, was zwar die Eingängigkeit und den Ohrwurmcharakter der Titel erhöht, es andererseits auch wieder recht zahnlos macht. So kann „Up“ mit seiner starken Hook eben doch abholen, zumal im Refrain anständig Dampf gemacht wird und die Gitarren deutlicher zum Tragen kommen. Auch „Cold As Stone“ präsentiert sich mit einem handfesten Einstieg, schaltet dann aber doch wieder einen Gang zurück und pendelt sich genau in diesem Wechselspiel ein. Und genau von dieser Struktur leben eigentlich auch alle restlichen Titel, wodurch die Spannungskurve gen Ende der Scheibe stark nach unten sinkt.

Damit fällt auch das Fazit zu „This Is Goodbye“ recht wankelmütig aus. Sicher kann man sich bestens vorstellen, dass Imminence mit dem angebotenen Material schnell zum massenkompatiblen Dauerbrenner auf sämtlichen Rockfestivals werden. Immerhin gehen die Tracks gut in die Gehörgänge, kommen mit einem druckvollen Sound daher, haben auch im Härtegrad eine gute Grundlage und funktionieren für sich allein recht gut. Als Album wird es hingegen schon schwierig, da die Struktur der Titel doch immer ähnlich ist. Emotionaler Klargesang im ruhigen Part, ein paar explosive Ausbrüche, ein eingängiger Refrain und das Ganze wird mit einem Elektroteppich unterlegt, der alles noch in eine tanzbare, partyfreundliche Richtung schiebt. Jeder der Songs benutzt regelmäßig diese Gangschaltung, dabei wünscht man sich nichts mehr, als dass hier wenigstens ein Titel ordentlich durchbrettert oder meinetwegen auch im Schneckentempo von der Rille kriecht, aber eben halt etwas Abwechslung schafft. So erzeugen die Schweden doch stark den Eindruck, hier für jeden etwas einbringen zu wollen und sind unterm Strich weder Fisch noch Fleisch.

comments powered by Disqus