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Imagika: Feast for the Hated

Sehr gute technische Performance und guter Sound reicht nicht
Wertung: 7/10
Genre: Power Thrash Metal
Spielzeit: 48:36
Release: 25.04.2008
Label: Locomotive Records

Schon fast 15 Jahre lang existiert die Bay Area Formation Imagika schon. Mit „Feast For The Hated“ wird nun das sechste Album veröffentlicht. Wer nun aber ein Old School Thrash Album erwartet, da die Combo aus der Bay Area stammt, wird nicht so ganz zufrieden gestellt. Die Band mischt Thrash Metal mit Power Metal und auch einer guten Prise hoch technischen Prog Metals.

Recht ungewöhnlich beginnt „Waking A Dead Man“: Verzerrte Stimme von Normann Skinner, bevor es hoch melodisch weitergeht. Aber dann bricht die volle Imagika Power über den Hörer herein. Eine gelungene Komposition mit reichlich Thrash Metal-Genen, welche ab und zu von ruhigeren Passagen abgelöst werden. Man wechselt die Antriebsart schneller als im Auto die Gänge. Klingt sehr erfrischend und interessant, zumal Norman hier am Mikrophon einen richtig guten Job abliefert. Mal aggressiv und druckvoll und dann wieder zerbrechlich wirkend, passt er sich der musikalischen Untermalung perfekt an.

„Your Creator“ hämmert dann etwas gleichmäßiger durch die Membranen der Lautsprecher. Teilweise, denn gerade bei den etwas hektischer wirkenden Parts kommen leichte Assoziationen zu Mekong Delta in mir hoch. Auch wenn man hier technisch nicht wirklich so ausgeprägt ist. Nein, hier wird mehr Wert auf die Power und das zügige Spiel gelegt.

„Bleed As One... Appease The Gods” besticht durch seine hohe Gitarrenspielkunst, welche von Corey Krick und Steven Rice demonstriert wird. Auch Drummer Henry Moreno wird wohl eher nach Anschlägen als nach Spielzeit bezahlt und gibt dementsprechend Gas. Aber das alles klingt nicht irgendwie erzwungen, nein, das Ganze passt genau ins von Imagika erschaffene Bandschema.

Bei „Behind Immoral Eyes“ wird dann der etwas melodischeren Ader nachgegeben und man sieht sich plötzlich im melodischen Power Metal angelangt. Basser Jim Pegramm macht einen guten, wenn auch etwas unauffälligen Job. Für meinen Geschmack hätte er ruhig ein wenig mehr in den Vordergrund gemischt werden können. Trotzdem, gerade die starken Doublebass-Passagen sorgen auch so für genügend Tieftonpower.

Dann folgt der Titelsong, welcher auch eher weniger im Thrash Metal seine Heimat findet. Eine für diese Band schon recht seichte Ballade scheint sich da anzubahnen, zumindest in den ersten 70 Sekunden. Dann geht es zum heftigeren Part über. Was mir generell auffällt, ist, dass die Band es leider nicht schafft, prägnante Chorusse zu schreiben, welche den gelungenen Stücken den letzten Stempel aufdrücken. So freut man sich wenn man die Songs hört, aber man vergisst das Gehörte leider auch wieder recht schnell.

„Thinning Out The Herd“ beschreitet dann wieder die vermischten Power/Thrash Metal Pfade, leider mit dem gleichen Manko wie zuvor schon erwähnt: Hohe spielerische Qualität, aber ohne das Gedächtniszentrum zu aktivieren. Das es auch anders geht, zeigt die Ballade „The Sick Sense“, die durch ihre doch sehr anders geartete Musikweise deutlich auffällt. Ein Thrash Album hat solche Balladen halt nicht.

„New Power Rises“ weist dann sogar geringe Parallellen zu Iron Maiden auf, zumindest was die melodischeren Parts und die Gesangsarrangements angeht. Der Chorus ist einprägsam und sorgt so für Wiedererkennungswert. Trotz allem ist er recht zügig gehalten. Die Gitarrenläufe sind wie eigentlich bei fast allen Songs stark geraten, aber hier kommt der Suchtfaktor hinzu. Ein Song, der sich gut im Kopf festsetzt.

„Held Beneath“ kommt etwas griffiger rüber, der Headbangcharakter tritt etwas mehr hervor. Der Chorus geht ebenfalls wieder etwas mehr unter, die Gitarren braten richtig fett und technisch daher, das es eigentlich eine Freude sein müsste.

„Succubus“ versucht sich dann an deutlich epischeren Strukturen. Der Siebenminüter beherbergt auch einige richtig tolle Passagen, welche aber auch immer wieder von eher uninteressanten Teilstücken aufgefressen werden. Nee, hier fehlt mir ein wenig mehr Pathos.

Fazit: Vier wirklich gute Musiker zocken hier gekonnt um die Wette, das Ganze gepaart mit einem starken Sänger. Das sollte doch eigentlich reichen, oder? Nein, in diesem Falle ist das nicht der Fall, denn man hat es nicht geschafft, die passenden Songs zu kreieren, denn so geht man in der Szene mit ziemlicher Sicherheit unter. Zu wenig Ohrwurmcharakter liegt hier trotz der sehr guten technischen Performance und des guten Sounds vor. Schade, aber man darf gespannt sein, wie die siebte Scheibe ausfällt und ob die Jungs den Hebel umlegen können.

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