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illuminati hotties: FREE I.H: This Is Not The One You've Been Waiting For

Sehr überzeugend sobald die Punkrock-Keule ausgepackt wird
Wertung: 7,5/10
Genre: Indie Rock/Pop, Punkrock, Crossover
Spielzeit: 23:22
Release: 17.07.2020
Label: Tiny Engines

Eine Mischung aus Punkrock, Indie, Electro und Alternative, dazu offene und ehrliche Texte – klingt reichlich schräg, was die illuminati hotties unter der Regie von Fronterin Sarah Tudzin da auf ihrem bereits zweiten Album mit dem sperrigen Titel „FREE I.H: This Is Not The One You've Been Waiting For“ zusammenbraut, selbst Salsa-Rhythmen finden ihren Platz. Damit und mit der schwer fassbaren Stimme der Fronterin, die zwischen Lolita, angepisster Rotzgöre und reifer Singer/Songwriterin pendelt, muss man erst mal zurechtkommen.

Hält man den Albumtitel schon für reichlich unhandlich, sprengt der Opener und die erste Single „will i get cancelled if i write a song called, ‘if you were a man you'd be so cancelled‘“ dann endgültig den Rahmen – auch musikalisch, denn der stumpf-verfrickelte Beat gepaart mit der nöligen Stimmlage erscheinen erst mal gewöhnungsbedürftig, machen aber so richtig Spaß (wärmstens ans Herz gelegt sei hier auch das fantastische zugehörige Video). Dass illuminati hotties mit der etwas aufdringlicheren Schiene ziemlich gut fahren, beweist auch das rockige „superiority complex (big noise)“ mit seinem treibenden Beat.

„freequent letdown“ grenzt dann beinahe an Melancholie, schon die erwähnten Salsa-Rhythmen im folgenden „melatonezone“ machen die Stimmung aber zunichte und animieren unerhörterweise zum Tanzen, wo man doch schon nach der Packung Taschentücher zu greifen bereit war. „wattbl“ basiert ähnlich wie der Opener zum Teil auf stakkatohaftem Gesang, ist aber insgesamt deutlich flotter und nicht ganz so nölig angelegt, sogar ein bisschen Geschrei bekommt der geneigte Hörer hier auf die Ohren; bei all dem vermeintlichen Chaos schaffen es die hotties, hier absolut mitreißend zu agieren.

Die Truppe schafft es überhaupt sehr gut, die absurdesten Soundschnipsel miteinander zu kombinieren und daraus fast schon Partyhymnen zu kreiern – „content/bedtime“ startet mit einem düster-verzerrten Gitarrenintro, mausert sich dann aber eher zum Dark-Wave-Feger und bastelt einen ordentlichen Schuss Rotzigkeit mit in die Mischung. „b yr own b“ nimmt sich dagegen mit seinem Kleinmädchen-Gesang und den poppigen Melodien fast schon durchschnittlich aus.

Nach einigen Durchläufen wird klar, dass illuminati hotties mit der rotzig-punkigen Attitüde à la „wattbl“ eindeutig am besten fahren – Sarah Tudzins stimmliche Vielfalt macht genauso Spaß wie die Ausflüge in die verschiedensten Subgenres. Mehr als eine Rotation muss man der Scheibe aber gönnen, um so richtig in Feierlaune zu kommen.

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