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Illuminate: Grenzgang

Auf in eine neue Welt
Wertung: 7/10
Genre: Gothic
Spielzeit:
Release: 28.10.2011
Label: Gallery Records/Indigo

Ein schönes instrumentales Intro führt in das neue Album der Düsterband Illuminate „Grenzgang“. Passenderweise heißt das Intro dann „Hinab…“ - und dorthin wird der Hörer auch geführt. Das, was uns dann schon entgegen schlägt, sind düstere, sehnsuchtsvolle, wunderschön komponierte Klänge. Auch der nächstfolgende Song „Mein Leben Ohne Mich“ zeigt die Art und Weise, wie Johannes Berthold sein tiefstes Inneres nach Außen trägt. Inhaltlich positiv mit schöner Melodie macht dieser Song Lust auf das Album, welches die zwanzigste Veröffentlichung in der Geschichte der Band ist. 

Wie die anderen Alben ist auch „Grenzgang“ ein Konzeptalbum und dieses ist in drei Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel beginnt dann auch nach „Mein Leben Ohne Mich“ und wir schlagen die ersten Seiten auf. "Endlich" mag der eine oder andere an dieser Stelle vielleicht sagen, denn das letzte Album „Zeit Der Wölfe“ liegt mit dem Erscheinungsjahr 2008 nun auch schon drei lange Jahre zurück. 

Das erste Kapitel heißt „Gemeinsam“ und ist auf der einen Seite der Einstieg ins Werk, kann aber auch als Ausstieg gesehen werden. Wie geht das? Die Aneinanderreihung der Kapitel ist zwar bedacht gewählt, kann aber vom Inhalt her auch umgedreht werden. Der Song beinhaltet den Aufbruch in eine neue Zeit und dies wird positiv durch die weibliche Stimme unterlegt. Die neue Welt gilt es zu erobern und das Vorhaben nimmt man Illuminate auch direkt ab. Die E-Gitarren treiben den Sound voran, bis es zu einem schönen Duett kommt. So darf, nein so muss es nun auch weitergehen. Einziger Schwachpunkt sind die vielen Wiederholungen, was dem ganzen einen nicht passenden poppigen Charakter verleiht.

„Neuland“ beginnt mit leisen Keyboardtönen und ist geführt von traurigen Tönen und melancholisch-fragenden Lyrics. Die Zuversicht, noch vom ersten Teil, scheint schon ins Wanken zu geraten. Der Hörer ist nun aber gepackt und will wissen, wie es weiter geht. In kurzer Zeit ist es der Band wieder gelungen, zu fesseln. Es ist wie ein gutes Buch, der Blick ist starr auf die Seiten gerichtet, nur dass wir hier das Ohr nicht mehr von den Saiten los bekommen. 

„Grenzgang“ enthält abwechslungsreiche, mal hoffnungsvolle, mal tieftraurige Songs. „Traum Meines Lebens“ ist ein eher kläglicher Song, was aber zumeist an der Sängerin liegt. Die Lyrics werden vorgetragen, nicht gelebt, nicht gefühlt. Als würde sie diese ablesen und hätte sie diese vorher nie gelesen, auch die Betonung klingt schauerlich. Nein, so darf das einfach nicht klingen, künstlerische Freiheit hin oder her. Vergebens sucht man hier nicht den Zauber, sondern das Ende des Songs. Besser macht sie ihren Job dann schon bei „Lauf Wenn Du Kannst“, aber eine grandiose Sängerin ist an ihr nicht verloren gegangen. 

Das dritte Kapitel „Katastrophe“ bereitet mit „Götterdämmerung“ wirklich das Ende. Instrumental toll gemacht, die Melodie ist gut und eingängig. Dennoch kommt die Götterdämmerung thematisch nicht rüber. Schwachpunkt ist leider auch die wenig emotionale Sängerin, da können auch die E-Gitarren nicht alles aufholen. Auch bei den schnelleren Parts kommt ihre arg merkwürdige Betonung zutage und macht das Ganze nicht besser. 

„Grenzgang“ ist ein gutes Album, wenn man sich melancholische Alben gerne anhört, auch Fans der Band und der vorherigen Alben sollten zugreifen, denn sie bekommen genau das, was sie gewohnt sind und erwarten. Hier hat sich in den letzten drei Jahren kein Richtungswechsel aufgetan und das beruhigt. Ob das Album es aber schafft, im großen Rahmen von sich reden zu lassen, ist fraglich.

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