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Ikon: Love, Hate & Sorrow

New Wave is still alive and (softly) kickin´ ass
Wertung: 8/10
Genre: Gothic, New Wave, Postpunk
Spielzeit: 53:14
Release: 15.10.2009
Label: Apollyon

Vor mehr als zwanzig Jahren gab es einmal eine glanzvolle Zeit und eine dazu passende Bewegung mit dem schönen Namen New Wave. Toupierte Haarnester, zentimeterdicker Kajal und viele Synthesizer waren die Markenzeichen, Bands wie Alphaville, Joy Division oder The Cure mit Sänger Robert Smith, der heute immer noch so aussieht wie vor 30 Jahren, die Vertreter. Man sang über Herzschmerz, den schnöden Alltag und die Nichtigkeit des Seins. Eine der Subkulturen namens Gothic hat sich bis heute gehalten, verschiedenste Ableger zur Welt gebracht und Abertausende Jugendliche in die pechschwarze Depression gestürzt.

Die Australier Ikon haben all das selbst miterlebt. Seit 1988 schreiben Bassist Dino Molinaro und Sänger/Gitarrist/Keyboarder Chris McCarter eigene Songs, seit 1991 existiert die Band selbst. Ihr mittlerweile sechstes Studioalbum „Love, Hate & Sorrow“ versprüht – auch wenn der Titel wie eine Auskopplung von HIM klingt – den Geist der späten Achtziger. Synthiepop at its best, möchte man meinen, gepaart mit moderneren Gothic-Elementen.

Direkt als Einsteiger gibt es eine Portion New-Wave-Feeling auf die Ohren: „A Line On A Dark Day“ klingt instrumental gesehen sofort nach The Cure und die sehr präsenten Synthesizer machen die Illusion komplett. Wie gern wäre ich zehn Jahre früher geboren worden.

„Torn Apart“, das mit einem recht poppigen Intro beginnt, entwickelt sich zu einem äußerst melancholischen Stück; ein typischer Song, der entstehen könnte, wenn man im Zug sitzt und dem Regen dabei zuschaut, wie er gegen die Scheibe prasselt.

Ein wenig gleitet die Scheibe ins Monotone ab, wenn Chris Lieder wie „Beautiful Sadness“ oder „All Depths Of Despair“ vor sich hin singt; Gothic-Prachstücke wie „Amongst The Runes“, mit sehr tiefem, stimmungsvollem Gesang im Refrain, oder der mit an die 80er anmutenden Keyboards versehene Titeltrack überzeugen aber wieder auf ganzer Linie. Bei „Point Of No Return“ regiert ein nervtötender Bass, der in den unmöglichsten Abständen auftaucht, dagegen ist „Driftwood“ ein 1A-Radiosong, der trotz seiner Mainstream-Orientierung eine eigentümliche Atmosphäre verbreitet.

Als besonderes Appetithäppchen enthält das Digipack eine zweite CD mit Acoustic/Unplugged-Songs. Mit dabei sind unter anderem der Titelsong der Platte, „Memoirs Of A Butterfly“, sowie Stücke von den früheren EPs „League Of Nations“ und „Amongst The Runes“. Warum man allerdings einen Song wie „Driftwood“, der auch so schon akustisch klingt, auf die Bonus-CD packen musste, ist mir schleierhaft, soll aber der Qualität derselben keinen Abbruch tun, die dem offiziellen Album in nichts nachsteht.

Über zwei Dekaden nach dem Höhepunkt der Neuen Wellen hat das Quartett es tatsächlich geschafft, eine Reminiszenz an die späten Achtziger zu kreieren, die genau in dieser Zeit durchaus auch hätte veröffentlicht werden können. Die leicht kitschigen Texte und der ab und an etwas schmachtende Gesang von Mr. McCarter können den Hörgenuss kaum schmälern – die Platte ist definitiv ein absolutes Muss für alle, die sich nach der guten alten Zeit sehnen.

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