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Ihsahn: The Adversary

Nahezu perfekt
Wertung: 9.5/10
Genre: Progressive Black Metal
Spielzeit: 49:10
Release: 28.04.2006
Label: Candlelight Records

Ihsahn, seines Zeichens Frontmann der Black Metal Legende Emperor, meldet sich nun mit seinem ersten Soloalbum zurück. Und der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein, wo er doch mit seiner eigentlich aufgelösten Band in diesem Sommer noch einige Konzerte geben wird. So gesehen gibt das sicherlich auch gute Promotion für “The Adversary“. Wenn das Leben allerdings fair wäre, wäre das sicherlich nicht nötig, denn die Qualität dieses Outputs spricht für sich. Lediglich unterstützt von Borknagar/Spiral Architect Drummer Asgeir Mickelson brennt Ihsahn hier ein Feuerwerk ab, das in den nächsten Monaten seinesgleichen suchen wird.

Dass die Musik viel von (den späteren) Emperor hat, dürfte wohl niemanden überraschen. Kennt ihr deren letztes Album “Prometheus – The Disciple Of Fire And Demise“? Das Songmaterial hat einiges von eben jener Scheibe und ist doch so viel mehr. Ihsahn beeindruckt den Hörer mit einer Detailfülle, die dennoch homogen rüber kommt. Ein Kunststück, das nur wenigen gelingt.

Der erste Track “Invocation“ zeigt z.B. einen clean singenden Ihsahn, der mit seiner Stimme mehr als einmal an Goldkehle Vintersorg erinnert. Zwar ist seine Stimme nicht ganz so kraftvoll wie die seines „Kollegen“, aber sehr schön anzuhören. “Called By The Fire“ würde sich auch bei King Diamond gut machen, auch wenn der Gesang natürlich nicht ganz so hoch ist (ist das überhaupt irgendeinem anderen männlichen Wesen möglich, außer dem King?!?). “Citizen“ ist dann der Beweis, dass Keyboards einem Blast Speed Song nicht zwingend die Härte nehmen, wenn man weiß wie man sie einzusetzen hat. Darüber hinaus besticht der ruhige Zwischenteil des Songs durch wunderbare Gitarrenmelodien. Und das sind nur die ersten Songs dieses Wunderwerks gewesen.

Unbedingt antesten solltet ihr auch die gefühlvolle Ballade “Homecoming“ oder “And He Shall Walk In Empty Places“. Die Frage, die bei Lied Nummer 8 gestellt wird, “Will You Love Me Now?“ kann ich nur noch bejahen. Ein Song, der stark von epischen Soundtrackmelodien inspiriert ist und die beste Gesangsleistung des Albums zeigt.

Verdammt, jetzt habe ich doch zu fast jedem Song etwas geschrieben, obwohl ich mich doch etwas zurückhalten wollte. Aber dieses Album hat mich wirklich begeistert. Ich bin nie der größte Fan von Emperor gewesen, jedoch hat Ihsahn für sein Soloalbum nur das Beste seiner ehemaligen Band verwendet und ein progressives Meisterwerk daraus geschaffen. Ein kleines Manko hat er aber auch von Emperor „mitgenommen“ und das ist sein Kreischgesang, der zwar keinesfalls nervt, aber mir schon immer ein wenig zu heiser klang. Ansonsten kann man Ihsahn nur attestieren ein wunderbares Album geschrieben zu haben, das sich kein Fan von anspruchsvollen Klängen entgehen lassen sollte. Denn besser kann man die Zeit bis zur neuen Disillusion nicht „totschlagen“.

“The adversary“ ist aber so viel mehr als nur ein Lückenfüller... es ist das Werk eines Mannes, der sich keinen Zwängen irgendeiner Szene unterwirft. Darüber kann man nicht schreiben, das muss man einfach erleben. Eines der Highlights dieses Jahres !!!

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