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Ihsahn: angL

Kein zweiter Geniestreich
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive Black Metal
Spielzeit: 47:24
Release: 13.06.2008
Label: Candlelight Records

Ihsahn hat sich in den letzten Jahren alles andere als rar gemacht. Zuerst kam die Veröffentlichung seines ersten Soloalbums „The Adversary“, dann die umjubelte Reunion mit seiner eigentlich aufgelösten Black Metal Kultband Emperor (kommt doch etwas doch noch ein Album?) und nun steht „AngL“ auf dem Plan. Mit seiner zweiten Platte unter seinem Namen will Ihsahn den auf dem Debüt eingeschlagenen Weg nun konsequent fortsetzen.

„Misanthrope“ ist die perfekte Fortführung der ersten Platte, denn mit solchen sperrigen Strukturen wurde auch damals schon gearbeitet. Der besonderen Reiz bei Ihsahns Musik war immer, sich durch eben diese Strukturen durchzuarbeiten und einen fantastischen Song zu entdecken....etwas, was mir bei diesem Opener einfach nicht gelingen will, der sich wohl am besten als „solides Stückwerk“ beschreiben lässt.

Das ist aber glücklicherweise etwas, was man über „Scarab“ nicht sagen kann, denn dieses Lied fährt den Aggressionspegel zurück, besticht vielmehr durch starke Melodien und die perfekte Mischung aus Groove und Schnelligkeit. Endgültig zur musikalischen Wundertüte wird „Scarab“ durch den ruhigen Mittelpart, bei dem man den Frontmann zu einer ruhigen Melodie auf einem Piano singen hört. Eines der Albumhighlights!

„Unhealer“ dürfte für viele der interessanteste Song auf „AngL“ sein, denn hier kommt es zur erwarteten Zusammenarbeit mit Mikael Åkerfeldt von Opeth. Diese Kooperation macht Sinn, denn stilistisch gibt es durchaus Parallelen zwischen der Musik Ihsahns und der der schwedischen Vorzeige Death-Proggies. Musikalisch ist „Unhealer“ stark von Opeths Alben „Ghost Reveries“ und dem ruhigen „Deliverance“ beeinflusst. Kurz gesagt: Fans sollten unbedingt rein hören! Rein subjektiv gesehen finde ich den Song nicht besonders stark, denn ich gehöre zu einem anscheinend winzig kleinen Prozentsatz in der Metalszene: Obwohl ich die Fähigkeiten der Musiker und vor allem Åkerfeldts Stimme erstklassig finde, sagen mir Opeth nicht besonders zu.

„Emancipation“ verfolgt eine ähnlich Route wie viele der Songs auf diesem Album d.h. es geht schnell los, um im weiteren Verlauf häufig das Tempo zu wechseln. Auf diese Weise hören sich viele Songs beim ersten Hören relativ ähnlich an und es liegt an den Qualitäten des Songwritings, ob sich der Song zu etwas Eigenständigem entwickelt. Bei „Emancipation“ gelingt dies nur bedingt, auch wenn der cleane Gesang immer besser wird und weiterhin an Vintersorg erinnert. „Malediction“ ist hingegen durchgängig schnell gehalten und wird von Ihsahns charakteristischem Kreischgesang getragen.

Das nachfolgende „Alchemist“ ist zwar der kürzeste Song auf „AngL“, aber dennoch einer der abwechslungsreichsten. Dieser irre Cocktail aus Black Metal, Dark Wave a la Sisters of Mercy und einer teilweise epischen Atmosphäre eines Soundtracks lässt sich nur ganz schwer in Worte fassen. Konventionen gelten für dieses Soloprojekt nicht und das muss manchmal einfach sein. Der Emperor Frontmann erweist sich mal wieder als talentierter Songwriter.

Das sperrigste Lied dürfte ohne Zweifel „Elevator“ sein. Hier werden Soundcollagen mit schwerverdaulichen Riffs gekreuzt und schaffen so einen Bastard, der nur schwer zu verstehen ist. Da hilft auch der kuschelige Opeth Akustik-Part nicht mehr. Etwas, was die nachfolgende Ballade (!) „Threnody“ um einiges besser macht. So und nicht anders muss sich eine Ballade auf so einem Album anhören. Ihsahn packt hier seine beste Gesangsleistung aus und veredelt einen Song, der streng genommen eigentlich keine Ohrwurmmelodien hat, aber dennoch haften bleibt.

Der Abschluss in Form von „Monolith“ schlägt die Brücke in die Vergangenheit. Nach einem ruhigen Beginn erinnert sich der geneigte Fan an bisher letzte Emperor Album „Prometheus“ und insbesondere an die Highlights „Empty“ und „In The Wordless Chamber“, die aber beide keinen anspruchsvollen ruhigen Part hatten, wie es bei „Monolith“ der Fall ist.

Fazit: „AngL“ übertrumpft „The Adversary“ nicht! Auch wenn ich (zugegeben) damals beim Debüt bewertungstechnisch ein wenig zu hoch gegriffen habe, gefällt mir Ihsahns Zweitwerk nicht mehr so gut wie sein Erstling als Solokünstler. Dazu sind mir zu viele nicht zündende Ideen im Songmaterial verborgen, was aber nicht heißen soll, dass es keine Highlights gibt. Opeth Fans zählen „Unhealer“ sowieso dazu, meine Anspieltipps könnte ihr euch direkt jetzt angucken.

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