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Ignition: Guided By The Waves

Solides Full-Length-Debüt zwischen Tradition und Moderne
Wertung: 7,5/10
Genre: Power Metal/ Heavy Metal
Spielzeit: 46:41
Release: 11.11.2017
Label: Roll The Bones (CD/digital); ftwctp (Vinyl)

Mit der im April 2016 veröffentlichten EP „We Are The Force“ setzten die zwei Jahre zuvor in Duisburg gegründeten Ignition eine erste Duftmarke im metallischen Paralleluniversum – etliche Monate hat es dann allerdings doch gedauert, bis auch die erste Full-Length-Scheiblette eingetütet war. Dabei sind die vier auf der EP enthaltenen Tracks allesamt auch auf „Guided By The Waves“ zu finden; manch einer mag da gleich von „Schummelpackung“ reden, doch sollte man das Minialbum von 2016 wohl eher als Vorgeschmack betrachten, als einen Auszug dessen, was da kommt.

Die Mischung aus US-Power- und Heavy Metal (Vergleiche mit Iced Earth entstehen automatisch) liest sich zunächst einmal nicht sonderlich spektakulär, da die Band jedoch mit einem modernen Anstrich, der durchaus mal leichte Anleihen an Combos der Marke Trivium oder Bullet For My Valentine besitzt, und einer crunchy Produktion punktet, klingt hier nichts angestaubt oder gar altbacken. Auf der anderen Seite wird jedoch stets die Old-School-Fahne hochgehalten – großartige Ausflüge in Core-Gefilde müssen demnach nicht befürchtet werden.

„We Are The Force“ markiert auch auf dem Album wie schon bei der EP den Opener – macht allein bei dem äußerst selbstbewussten Titel schon Sinn, setzt man hier doch gleich mal ein Statement, dass man weiß, was man kann und lieber klotzt statt kleckert. Kann sich die Truppe ja auch erlauben, schließlich sind die Jungs schon länger im Geschäft und musizieren nicht das erste Mal in einer Band, zumal der Song einen guten Einstieg darstellt: Flottes Tempo in den Strophen, hymnischerer Content im Refrain und dazwischen clever eingewobene Gitarrenmelodien – das hat definitiv Format.

Das anschließende „A Whisper From The Dark“ war ebenfalls bereits vom Vorab-Scheibchen bekannt – hier wird deutlich mehr gegroovt und die tragende Gitarrenlinie erweist sich als äußerst eingängig. Außerdem berserkt man in der Mitte dann doch recht amtlich mit gelegentlichen Growl-Einsprengseln. Keine Frage, der Fünfer weiß, wie es geht und pendelt abwechslungsreich zwischen Up- und Midtempo, zwischen Härte und Melodie. So wartet man bei „In Glory Or The Sand“ mit einem zwar simplen, aber enorm effektiven Mainriff auf, um im melodischeren Refrain beinahe an Amon Amarth (nur eben mit cleanem Gesang) zu erinnern und gleichzeitig orientalisch angehauchte Gitarrenläufe zu präsentieren.

Hingegen ist „Into The Fire“ in schleppenden Temporegionen gehalten, nimmt aber mit seinem abermals sehr hymnischen Chorus epische Ausmaße an und kristallisiert sich so klammheimlich als eines der Highlights auf „Guided By The Waves“ heraus. Dies gilt ebenso für das vom Kollegen Jörg bei seiner Rezension zu „We Are The Force“ hervorgehobenen „Reveal My Way“, sowie den Titelsong, der ein Viererpack einleitet, das quasi für sich steht und eine zusammenhängende Wikinger-Story bildet.

Das ist inhaltlich sicherlich nicht gerade originell und produziert ausgelutschte Songtitel des Kalibers „Into The Battle“ oder „Valhalla Is Calling“, aber davon abgesehen kann man für das erste Album über die volle Distanz nicht großartig meckern. Das Dargebotene mag nicht in dem Sinne etwas wirklich Neues sein, schlägt dennoch in smarter Manier eine Brücke zwischen Tradition und Moderne und wurde vor allem kompetent und mit Liebe zum Detail eingespielt. Die raue, aber unaufdringliche Stimme von Fronter und Hauptsongwriter Dennis „Schally“ Marschallik weiß zu gefallen, ansonsten sticht insbesondere die tolle Gitarrenarbeit hervor, die sehr melodisch daherkommt und mit einigen hörenswerten Soli und Doppelläufen glänzt.

Power-Metal-Fans, die nicht gerade superpuristisch unterwegs sind und auch mal ein bisschen über den Tellerrand Richtung Moderne schauen, sollten mal ein Ohr riskieren. Und live macht sich das Material bestimmt prächtig und dürfte für jede Menge Pommesgabeln, bangende Köpfe und hochgereckte Fäuste sorgen. Man darf gespannt sein, was Ignition in Zukunft noch so alles auf der Pfanne haben.

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