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Icy Steel: As The Gods Command

Mythos, Pathos, epische Momente - erhabene Parts muss man leider verzweifelt suchen
Wertung: 6/10
Genre: Power True Metal
Spielzeit: 72:49
Release: 09.07.2010
Label: Pure Steel Records

Metal aus Sardinien wird uns von Icy Steel präsentiert. Die Band begibt sich auf den Pfaden von Manila Road oder auch frühe Manowar, ohne jedoch die Hymnenhaftigkeit zu erlangen, die eine gewisse Erhabenheit mit sich bringt. Dies ist grundsätzlich einmal nicht die schlechteste Ausrichtung. Ob man trotzdem jubeln darf, wird hier geklärt.

„Impetuos Fire“ beginnt mit einem Knall und starkem Regen, durch die sich die Gitarrenfraktion mit ihren messerscharfen Sounds gekonnt hindurch schneidet. Der Gesang  vermittelt gleich zu Beginn Erinnerungen an den jungen Eric Adams von Manowar. Der Song ist abwechslungsreich und sorgt gerade wegen seiner Gitarren für richtig Freude. Zwar ist der Sound ein wenig Old School-ig geraten, aber dennoch beginnt der Schädel vor- und zurückzunicken. Man ist hin- und hergerissen, ob man diesen True / Power Metal-Mix als genial oder altbacken bezeichnen soll. Der Refrain ist nicht gerade der Ohrwurmgarant, aber die Gitarren entschädigen für einiges.

„The Persistance Of Time“ ist ein langes Instrumental, welches mit großen Augen auf die Epic Metal-Schiene schielt und auch durchaus zu gefallen weiß. Peitschende Momente wechseln sich mit ruhigen Parts ab und lassen den sechseinhalb Minuten langen Song zu keiner Zeit langweilig werden. Man hört eine coole Nummer, die sogar hin und wieder ein wenig Folk in kleinsten Dosen miteinfließen lässt.

„The Holy Sun“ wirkt da etwas straighter. Trotzdem schafft es die Band, die Spannung über sieben Minuten hochzuhalten. Allerdings rauscht der Song durch die Gehörgänge, ohne sich wirklich im Kopf festzusetzen. Vermutlich fehlt insgesamt die Erhabenheit, die aus guten Songs Hymnen machen. Wäre da nicht die tolle Gitarrenarbeit, man würde im mageren Mittelmaß versumpfen.

Anschließend versucht die Band, so etwas wie eine Ballade hinzuzimmern. „Out Of Your Time“ kann aber wirklich nicht punkten, denn zu stark wird automatisch auf den Gesang geachtet, der hier jedoch an seine Grenzen stößt.

„Mjöllnir“ kann da zumindest mit dem deutlich gesteigerten Manowar-Flair zulegen. Jedoch sind die Herren Kings of Metal in diesem Falle im direkten Vergleich dann wirklich die Könige. Ohne genug Pathos wirkt die Musik nur halb so gut.

„Fallen Heroes“ wird ein wenig dadurch abgewertet, dass sich der Gesang teilweise zu sehr als Höchstbelastung für den Sänger anhört. Der eingängige Rhythmus kann zwar gefallen, aber dennoch nicht für die großen Momente sorgen. Die Ansprache im Mittelteil und der eher ruhig gehaltene Part im Anschluss, bei dem lediglich der Bass deutlicher hervorsticht, ist zwar als gelungene Abwechslung in den stets recht langen Songs anzusehen, aber trotzdem fehlt es an Genialität. Das ist das große Manko der Band: Man zockt auf hohem Niveau, hat es aber nicht verstanden, den Pathos mit in die Songs zu legen, der die eigenen Schöpfungen dann letztendlich krönt.

„Fly Without Wings“ und die beiden Parts von „As The Gods Command“ bringen nicht viel Neues, auch wenn ersterer gerade so noch als Anspieltipp durchzugehen vermag. Harte Riffs und Vocals mit den typischen True Metal-Mitgröhlgesangsmelodien. Manilla Road, die nie wirklich über einen größeren Insiderstatus hinweggekommen sind, wissen das Vorzutragende besser umzusetzen. Der teilweise aufblitzende italienische Akzent im Gesang ist sicher auch nicht förderlich, auch wenn es einen unweigerlichen Akzent setzt.

„The Hymn Of The Brave“ ist nicht die ersehnte Hymne, sondern nur die Einstimmung auf „The Commander“. Auch wenn die Songs deutliche Unterscheide besitzen, so haben sie doch eigentlich alle eines gemeinsam: Gute Ideen, kurzzeitig starke Melodien, aber eben auch die in die Länge gezogenen, recht altbackenen Fragmente, welche das Ganze wieder in das Mittelmaß zurück schubsen.

„There Was Once A Weeping Willow” beginnt mit klagendem "Hobbit (Herr der Ringe)"-Gesang, bis ein wenig Flower Power miteinzieht. Es ist etwas anderes und nett anzuhören, aber dafür wäre ein deutlich aufpolierterer Sound besser gewesen. Warum setzt man nur einen absolut aus dem Rahmen fallenden Song als letztes auf die Scheibe? Das hat nicht wirklich viel mit der sonstigen Musik zu tun und wirkt daher ein wenig wie ein Bonussong hinter einem leider nicht zünden wollenden Album.

Fazit: Das Potential ist unverkennbar vorhanden. Nur schafft man es nicht, das Fesslungspotential ihrer Vorbilder zu kreieren. Dadurch kommt es, dass, wenn die Scheibe erst aus dem Player ist, sie auch draußen bleibt. Wenn man das beheben kann, sieht es punktemäßig deutlich fetter aus, denn rein von der Instrumentalisierung her kann man mehr als nur überzeugen. Der Gesang stößt nicht selten an seine Grenzen und das wirkt störend. Schade für dieses Album mit stolzen zweiundsiebzig Minuten Spieldauer, aber die Hoffnung auf ein wirklich großes Werk bleibt bestehen.

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