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I Stared Into The Forest: Society Discontinued

Ein musikalischer Kopfschuss
Wertung: 7/10
Genre: Mathcore, Noisecore
Spielzeit: 14:59
Release: 02.10.2011
Label: Fading Halo Records

Die Rumänen von I Stared Into The Forest definieren den investigativen Journalismus auf ihre Art völlig neu, denn um überhaupt etwas über die Jungs herauszufinden, muss man schon ganz tief im World Wide Web wühlen. Via Fading Halo Records kommt die neue (und erste?) Scheibe "Society Discontinued" auf den Markt, der Myspace-Seite der Truppe kann man zumindest auf den Livefotos ein ungefähres Line-Up entnehmen - Schlagzeug, Gitarre, Bass und zwei Sänger -, eine namentliche Besetzung sucht man jedoch auf sämtlichen Seiten vergebens.

Apropos vergebliche Unterfangen: Durch die Musik der Rumänen steigt man auch nach dem dritten Durchgang noch nicht so richtig durch. Die Mischung aus Hardcore, Grindcore und Mathcore macht es einem aber auch nicht allzu einfach, all die unterschiedlichen Stimmungen und Eindrücke zu verarbeiten, die den Hörer in gerade mal einer Viertelstunde und sechs Songs Spieldauer erwarten.

Hier muss man sich strategisch vorarbeiten, angefangen beim allerersten Eindruck: Lärm. Chaos. Wut. Das sind im Wesentlichen die drei Worte, die "Society Discontinued" ganz gut beschreiben. Und natürlich finden sich beim genaueren Hinhören viele kleine Details, die einem vorher kaum aufgefallen wären. Beispielsweise die gesprochenen Texte, die des Öfteren im Hintergrund ablaufen. Oder die teils sehr melodischen Gitarren, die einem vor laute Geschredder fast entgangen wären. Ein gutes Beispiel hierfür ist "Clean Up The Snow", das mit gerade mal zwei Minuten und 15 Sekunden Laufzeit nicht mal zu den kürzesten Stücken der Platte gehört.

Ein bisschen wird man ja zu Beginn ins kalte Wasser geworfen: "Watching The World Collapse" klingt genauso wie der Titel vermuten lässt, überall rollen Köpfe und das Geschrei könnte locker als Soundtrack zu einem Gebäudeeinsturz durchgehen - oder als Ursache für einen solchen. Das Spektakel wird dann auf über drei Minuten ausgewalzt, bis man förmlich spüren kann, wie sich die ersten Hirnschläge bereit machen.

Locked In Part I" und "Part II" wurden in die Mitte der EP gesetzt - der erste Teil knüppelt sich wieder recht Mathcore-typisch in den Vordergrund, stolpert ein paar Mal über diverse Tempowechsel und zeigt zumindest einmal mehr, dass hier zwei (?) wirklich gute Vokalisten am Werk sind. Auch die Gitarrenfraktion gibt sich redlich Mühe, ein paar Melodien ins Chaos einzubringen. Der zweite Teil nimmt dann fast Depressive-Suicidal-BM-Züge an, vor allem, was die einleitenden Gitarren betrifft. Hier zeigen ISITF endlich richtig, was sie können und kreiern eine düstere, morbide Atmosphäre, bei der in der zweiten Hälfte ein paar Sonnenstrahlen in Form von optimistischen Gitarrenriffs das Dunkel durchbrechen.

Im krassen Kontrast zum eingangs erwähnten, wirklich guten "Clean Up The Snow" steht dann das finale "Sore Monday"; hier paaren sich richtig krasse Schreie mit verworrenen Gitarren und stolpernden Drums, so dass man am Ende kaum noch richtig weiß, wo oben und unten ist.

I Stared Into The Forest verlieren glücklicherweise viel von ihrem anfänglichen Schrecken, sobald man der EP mehrere Durchläufe oder eine Kopfhörersession gönnt. Die Band hat durchaus das Potenzial, sich in der Noise- und Mathcore-Szene ein Stück weit durchzusetzen, allerdings bleibt natürlich abzuwarten, wie sich der Sound der Rumänen in Albumlänge anhört.

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