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I Spit Ashes: Inhaling Blackness - Reflecting Light

Erstaunlich guter Erstling, nur ein bisschen mehr Eigenständigkeit fehlt
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal, Modern Metal
Spielzeit: 40:25
Release: 24.08.2012
Label: Massacre Records

I Spit Ashes aus dem fränkischen Pegnitz sind einer der Bands, die beim diesjährigen MySpace-Accountlösch-Frühjahrputz bei der Schreiberin dieser Zeilen hängengeblieben sind und auch auf Facebook gesucht und für gut befunden wurden. Man fragte sich irgendwie kontinuierlich, ob man von der Band auch einmal wesentlich mehr hören würde als die „State Of The Art“-Demo-EP, die mittlerweile auch schon gute zwei Jahre alt ist. Als „Metal 2.0“ bezeichnen die Herren ihre Musik selbst, was einen zu der Frage bringt, wie handgemacht der Sound des Quintetts eigentlich ist. Aber keine Sorge: Bis auf gelegentliche Soundsamples, wie beispielsweise auch die mittlerweile aufgelösten One Last Hero sie beispielsweise verwendeten, ist alles pure Handarbeit mit Schweiß, Blut und jeder Menge moderner Elemente.

Der Sound kommt einem gleich ein bisschen bekannt vor – auch hier, wie bei vielen anderen Veröffentlichungen zurzeit, hat sich Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner in seinen Kohlekeller Studios ausgetobt: Topsound, wie immer; man möchte den Mann fast als deutsche Antwort auf Dan Swanö bezeichnen. Nicht, dass I Spit Ashes so einen Bombensound unbedingt nötig hätten, um Aufmerksamkeit zu erregen, haben die zehn Songs auf dem vorliegenden Full-Length-Debüt „Inhaling Blackness – Reflecting Light“ doch augenscheinlich direkt das Interesse von Massacre Records erregt. Die ersten Aufnahmen, die ich damals von den Jungs gehört habe, waren etwas krisselige Demotakes, von daher darf man gespannt sein, was sich auf dem Erstlingswerk so alles an Überraschungen verbirgt.

Mittlerweile ist der Fünfer den Kinderschuhen entwachsen und hat sich seine Sporen live unter anderem mit deutschen Größen wie Neaera oder den Labelkollegen Farewell To Arms verdient - keine schlechte Basis also, um auch auf Platte zu überzeugen. Gestartet wird die Platte mit dem wunderbaren Titel „Inhaling Blackness – Reflecting Light“ mit dem etwas über eine Minute dauernden Intro „N.D.X.“, das vornehmlich aus Keyboards und Soundsamples besteht, aber schon mal eine schöne Grundlage für den Sound der Franken legt. Das nachfolgende „Missper“ bietet dann einen ersten „richtigen“ Eindruck vom Können der Band: Man tendiert in Richtung Modern Metal, ohne auf platte Klischees zu setzen – stattdessen gibt es schönes Geschrei von Fronter Benedikt, der in so ziemlich jedem Moment auf dem Album brilliert. Man ist an die schwedischen Truppen à la Soilwork oder auch ältere In Flames erinnert, woraus sich der zweite Baustein des ISA-Sounds ergibt, nämlich der eigentlich recht Göteborg-lastige Melo-Death.

Tracks wie „Eclipse“ bieten dann erst einmal recht solide Kost, bis der Refrain sich förmlich aus dem Track erhebt und mit epischen Growls aufwartet - feine Sache und damit schon direkt ein Anspieltipp. Dito „Towards The Sun“, das zu Beginn mit fast gehauchtem, leicht verzerrtem Text daherkommt, wie man es durchaus auch von In Flames kennt, nur dass Benedikts Screams dann eine Spur fieser ausfallen als die von Genrekollege Anders Fridén. Ähnlich verhält es sich beim ruhigen „My Ulysses“, das sehr an In-Flames-Tracks wie beispielsweise „Metaphor“ erinnert, qualitativ aber nicht unbedingt zurückstecken muss. Im Gegenteil, spätestens wenn sich die Stimme des Sängers erhebt und die Truppe wieder ein bisschen aus sich herausgeht, stehen die beiden Songs schon so ziemlich auf einem Level.

An und für sich genommen ist die Debütplatte der Franken erstaunlich stark ausgefallen. Ein bisschen mehr Eigenständigkeit muss man sich aber erarbeiten, viel zu oft fällt einem der Name In Flames beim Sound auf „Inhaling Blackness – Reflecting Light“ ein. Technisch ist die Platte aber echt gut und macht richtig Spaß – man darf gespannt sein, wie die Truppe sich noch entwickelt.

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