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I Saw The World Burn: Sentience: Part 1

Verstärkt die Sehnsucht nach Liveshows
Wertung: 8,5/10
Genre: Thrash Metal, Groove Metal
Spielzeit: 17:07
Release: 01.04.2021
Label: Eigenproduktion

Gerade mal fünf Jahre ist es her, dass die Briten I Saw The World Burn mit „Barren“ eine ziemlich heftig groovende Thrash-EP veröffentlicht haben, die aus dem Stand acht Punkte einsammeln konnte und vor allem durch die knallende Rhythmusfraktion und das mörderische Organ von Sängerin Katie Cairns im Gedächtnis blieb. Die derzeitige Live-Show-Flaute hat sich die Truppe zunutze gemacht und mit „Sentience: Part 1“ eine neue EP eingetrümmert, die vier Songs beinhaltet und deren Titel eine Fortsetzung nicht unmöglich zu machen scheint.

Schon die „Introduction (To Conflict)“ ist deutlich ambitionierter als man EP-Intros gemeinhin kennt, setzt mit ordentlichem Groove an und schürt die Freude darüber, dass ISTWB mit ihrer Sängerin einen solchen Glücksgriff gelandet haben. „Inborn“ setzt dem Ganzen dann bereits die Krone auf: Mächtig groovend von der ersten Sekunde an, kommt der Song durch die flirrend eingestreuten Gitarren mit einem deutlich apokalyptischen Grundfeeling daher, das danach schreit, live umgesetzt zu werden. Einmal mehr kann man die noch recht unbekannte Combo nur bewundern für ihre technische Raffinesse, die ohne frickelige Passagen und Griffbrettwichserei auskommt, gleichzeitig aber auch zu keinem Zeitpunkt stumpf daher bollert; die derben Growls sind dann nur das Tüpfelchen auf dem i, wodurch den Jungs und der Dame mit „Inborn“ ein nahezu perfekter Track gelungen ist, der jetzt schon zu den Highlights des Bandkatalogs zählen darf.

Etwas gemächlicher, aber ähnlich massiv wälzt sich dann der Titeltrack durch die Boxen; der Thrash-Anteil wird hier zurückgefahren und eher in den Gitarrenparts deutlich, das Hauptaugenmerk liegt hier vor allem auf den coolen Drumfills, die dem Song etwas Außergewöhnliches verleihen und live sicherlich gut als Füller funktionieren – und da haben wir es wieder: Die Sehnsucht nach Liveshows wird mit „Sentience: Part 1“ definitiv nicht weniger.

Final wird in „Myopic“ tatsächlich mal mit Melodie gespielt, auf Klargesang wie im „Barren“-Track „Nullify“ müssen wir aber verzichten; stattdessen pendelt Katie zwischen den üblichen kraftvollen Schreien und eher krächzigen Zwischenparts, die ein bisschen klingen als hätte die Frontfrau mit ihrem Job zu kämpfen. Nichtsdestotrotz bleibt der Track durch die Melodiebögen interessant und kann am Ende noch mit einem schönen, derben Breakdownpart punkten.

Unterm Strich können I Saw The World Burn das Niveau des letzten Outputs spielend halten und scheinen sogar noch an Groove zugelegt haben. Durch die eher gleichförmigen Vocals geht ein bisschen an Spielraum verloren, dafür ist die Ausführung im wahrsten Sinne atemberaubend. „Sentience: Part 1“ kann sich mit 8,5 Zählern im oberen Drittel ansiedeln und lässt nicht nur hoffen, dass Liveshows bald wieder in den Bereich des Möglichen rutschen, sondern auch, dass die Truppe es nach (Süd-)Deutschland schafft.

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