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I Am The Avalanche: Dive

Eine leidenschaftliche, authentische Platte
Wertung: 8/10
Genre: Indie Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 29:10
Release: 22.11.2020
Label: Big Scary Monsters

I Am The Avalanche gehören mit ihren mittlerweile beinah 17 Jahren Bandgeschichte mittlerweile schon zu den Alteingesessenen im Alternative/Indie-Bereich, haben mit Vinnie Caruana einen super sympathischen Fronter in petto und mit „Dive“ jetzt immerhin auch schon die vierte Full-Length-Platte veröffentlicht. Dass der Sänger überhaupt dazu kam, neue IATA-Songs zu schreiben – schließlich ist der Mann auch noch solo sowie mit The Movielife und tausend anderen Projekten beschäftigt – ist wahrlich ein Wunder, aber nicht der Tatsache geschuldet, dass er sich gemeinsam mit seiner Frau in Quarantäne begeben musste, da sich beide mit Covid-19 infiziert hatten; tatsächlich wurden die Tracks vorher geschrieben und Caruana sang alles noch im Studio fertig ein, bevor er sich in (da noch virusfreie) freiwillige Quarantäne begab.

Die Wut, die auf „Dive“ vorherrscht, passt aber ohnehin zum derzeitigen Weltgeschehen, Pandemie hin oder her. Schwungvoll prescht die Band nach vorne, Caruana liefert den heiseren Vocalpart, Verschnaufpausen gibt es nur in Form des tatsächlich wenig einfallsreich betitelten „Love Song“, der mal ordentlich auf die Bremse tritt und nahezu unpoliert daherkommt.

Ansonsten machen die New Yorker aber keine Gefangenen, liefern gleich mit „Better Days“ quasi eine Pandemie-Hymne, die vom ersten Moment an in die Beine geht, legen mit dem mit einem melancholischen Refrain und einem geilen Hardcore-Punk-Part versehenen Titeltrack direkt nach und scheuen sich auch nicht, in „Are You Listenting?“ eher emolastige Melodien einzubauen.

Dabei steht vor allem der aggressive Tonfall Caruanas immer im Vordergrund, der auch bei seinem letztjährigen Sololive-Album „Live At The Black Heart“ immer wieder für Schmunzeln gesorgt hat. Selbst eine Liebeserklärung von diesem Mann würde wahrscheinlich wie eine Beleidigung klingen; auf „Dive“ sorgen gerade die Vocals für ordentlich Biss. Mit einem sanfter agierenden Sänger hätten I Am The Avalanche sicherlich ein paar Kitschpünktchen mehr auf dem Konto zu verbuchen.

Richtig flott, geradezu metallisch angehaucht startet dann gegen Ende der Platte „Concrete“, das sich richtiggehend noisy gibt und überraschenderweise auch einige angedeutete Shouts im Verlauf anbietet. „The Morning“ mutet dann ebenfalls erst wie ein eher unauffälliger Lovesong an, kann aber mit einem ausufernden Refrain und einer bärenstarken Gesangsleistung punkten.

Kein Wunder, dass sich IATA schon seit über 15 Jahren im Musikgeschäft halten. Die Truppe versteht es, große Gefühle und Melodien so zu verpacken, dass sie nicht kitschig wirken und stattdessen einen Soundtrack zu einer schwierigen Zeit zu produzieren, der aber Hoffnung auf Besserung macht. Nebenbei ist Vinnie Caruana sicherlich einer der leidenschaftlichsten und gleichzeitig authentischsten Sänger der amerikanischen Indie-Rock-Szene.

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