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I Am Oak: Oasem

Ein sehr stimmungsvolles, künstlerisch wertvolles Album
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk, Ambient
Spielzeit: 33:50
Release: 10.06.2011
Label: Snowstar Records/Midsummer Records

Es gibt Tage, gerade jetzt bei der Bullenhitze, da möchte man alles und jeden an die Wand werfen. Gerade in solchen Momenten pusht man sich manchmal noch mit deftigem Metal hoch – das muss aber eigentlich gar nicht sein, denn es gibt genügend Alben, die einen mit einer derartigen Ruhe und Gelassenheit empfangen, dass die ganze Frustration der letzten Tage oder Wochen sich einfach in Wohlgefallen auflöst und man einfach nur wie nach gutem Sex entspannt ins Kissen sinken kann. „Oasem“ (wie das englische Wort „awesome“ ausgesprochen) von I Am Oak ist so ein Album. Im ersten Moment mag es einem träge und langweilig vorkommen, spätestens bei der Mitte der Scheibe fühlt man sich aber nur noch geborgen, verstanden und beruhigt.

Nicht genug damit, dass die niederländische Truppe bereits eine ansehnliche Fanbase zusammengerottet haben dürfte, letztes Jahr gewannen I Am Oak auch den 3VOOR12 Award 2011 in der Kategorie „Best Dutch Album Of The Year“. Umso beeindruckender ist das, wenn man bedenkt, dass I Am Oak eigentlich nur aus dem Musiker Thijs Kuijken besteht, der unter dem I-Am-Oak-Banner bereits seit 2008 Scheiben herausbringt, die in seiner Heimat vor allem deswegen richtiggehend gehyped wurden, weil es so eine leicht romantisch angehauchte Folk-Mischung eher selten bis gar nicht aus dem Underground herausschafft.

Wenn man so beim Hören der Platte liest, dass Mastermind Kuijken während des Songwritings nach Finnland reiste, um sich dort Inspiration zu holen, kann man sich das tatsächlich bildlich vorstellen: Der gute Mann, allein im Wald in einer Blockhütte, mit seiner Gitarre – klar, hier nimmt die Romantik ein bisschen überhand, aber „Oasem“ beschwört nun mal genau solche Bilder von Einsamkeit, Weite und Klarheit herauf. Eigentlich ein perfektes Album für eine Kopfhörer-Session – Kopfhörer auf, Augen zu und die Welt anhalten.

Dabei arbeitet Thijs Kuijken ohne besonderen Pomp – eine Gitarre, Bass, Banjo und Orgel und natürlich die Vocals, die selten über Zimmerlautstärke hinausgehen, aber genau deswegen so eindringlich daherkommen; der Mann ist Minimalist und genau so fällt auch die Musik auf „Oasem“ aus. Songs wie „Ancient“ kommen zwar mit einer recht kräftigen Akustikgitarre daher, wirken aber als Gesamtbild so fragil, dass man Angst hat, wenn man die Lautstärke weiter aufdreht, könnte man das Lied vernichten. Das nicht ganz zwei Minuten lange „Island“ kommt dann mit perlenden Sounds und kristallenem Gesang daher, man vermutet hinter jeder Ecke einen kleinen Ausbruch, aber natürlich lässt sich der IAO-Mastermind nicht so leicht aus dem Konzept bringen und führt den Track seelenruhig zu Ende.

Mit einem ähnlichen Soundgerüst kommt „Giant“ daher, das aber einen fast fröhlichen Unterton mit sich bringt und mit schönen instrumentalen Zwischenstücken überzeugen kann. Richtig entspannt kommt die Gitarre daher, man hat das Gefühl, als würden all diese Sounds dem Musiker nicht das kleinste bisschen Schweiß entlocken, dafür klingt die Musik des Niederländers viel zu lässig. Wahrscheinlich brütet der Mann nächtelang im Schweiße seines Angesichts über den Strukturen – beim Endprodukt merkt man von der eventuellen Anstrengung aber so gar nichts.

Fazit: „Oasem“ ist ein Album zum Seele baumeln lassen – zum Entspannen bei guter Laune, aber auch zum Weinen, wenn das Leben es mal weniger gut mit einem meint. Für so ziemlich jede Stimmung kann man auf den zwölf Songs Passagen finden, die einem gerade als perfekt und absolut passend erscheinen – ein wahres Kunstwerk. Einziges Manko: Ein wenig vermisst man kleine, schnellere Parts, die das Ganze ein wenig auflockern könnten. Dennoch lohnt sich der Kauf für jeden Fan stimmungsvoller Gitarrenmusik!

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