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I Am Noah: The Verdict

Ein starker Einstand
Wertung: 7,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 46:02
Release: 13.05.2016
Label: Bastardized Recordings

Im Zuge der Begeisterung um die neue I Am Noah-EP „Final Breed“ schämt man sich ja schon ein bisschen, dass das Debütalbum „The Verdict“, immerhin schon knapp zwei Jahre auf dem Markt, so sang- und klanglos an einem vorbeigegangen ist. Klar hatte man die Band peripher in den sozialen Netzwerken verfolgt, aber so richtig zünden wollte es nicht – obwohl auch hier schon der Bandname in Kombination mit dem großartigen Coverartwork eine gewisse Neugier schürte. Ebenso wie die EP ist das Debüt weiterhin auf der Bandcamp-Seite der Trierer zum Anhören verfügbar; als Metalcore-Fan sollte man das definitiv nutzen und den einen oder anderen Euro dalassen.

Schon auf dem Debüt haben die Jungs deutlich klargemacht, dass sie sich zwar dem Core verschrieben haben, sich aber nicht von irgendwelchen Trends beeinflussen lassen wollen. Auch auf „The Verdict“ wird auf Klargesang verzichtet, stattdessen werden ruhigere Momente wie in „If Life Could Be The Answer“ durch die Instrumentalfraktion ausgedrückt – gerade dieser Track ist ein schönes Beispiel, wie nahe bei I Am Noah Ruhe und hektischer Zorn beieinander liegen können, wenn sich immer wieder flirrende Gitarren und galoppierende Drums erheben, um die melodischeren, progressiv anmutenden Momente einzugrenzen.

Einen Gast haben sich I Am Noah dann für „What’s Dead May Never Die“ herangezogen, entsprechend fällt der Track etwas elektronischer aus, hat man sich mit His Statue Falls-Sänger Dennis Fries doch einen alten Bekannten aus der Electrocore-/Trancecore-Szene an Bord geholt. Und tatsächlich werden hier die einzigen cleanen Vocals der Platte genutzt, was dem Song gar nicht mal schlecht steht; und obwohl „What’s Dead May Never Die“ es so auf die Anspieltippliste schafft: Für jeden Track auf „The Verdict“ bräuchte man dieses Extra nicht.

Dass Sänger Sören auch ohne kollegiale Unterstützung gut klarkommt, hört man immer wieder deutlich; das rabiate „One Man Wolfpack“ passt sich seinem Titel an und stürmt geradezu im Alleingang nach vorne, flotte Gitarren und straightes Drumming bilden eine schöne Basis, auf der der Fronter sich bis zum melodischen Intermezzo austoben darf, nach welchem das Geschrei nur noch drängender und hysterischer wird. Bei solchen Songs kann man sich bildlich vorstellen, was für eine Macht I Am Noah auch live sein müssen.

Für das Debüt einer bis dato eigentlich unbekannten Band hat es „The Verdict“ definitiv in sich. Knalliges Drauflosgeballer wechselt sich ab mit ordentlich melodisch eingefärbten Passagen, das Abdriften in kitschige Gefilde ist zu keiner Zeit eine Option, es besteht also keine Gefahr für Clean-Vocal-Hasser, wenn man mal vom Gastauftritt absieht. Diesen Spagat muss eine junge Metalcoreband erst mal hinbekommen, ohne sich der Einfachheit halber in schrägen Samples und Keyboardgeschwurbel zu verlieren; I Am Noah präsentieren sich schon zu Beginn ihrer noch jungen Karriere diesbezüglich also erfreulich kompromisslos.

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