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Hypocrisy: The Final Chapter

Hypocrisys Meisterwerk?
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 54:47
Release: 24.11.1997
Label: Nuclear Blast

Im Jahr 1997 sollte die Geschichte von Hypocrisy enden. Aus heutiger Sicht kaum nachzuvollziehen, ist die Band doch mittlerweile eine Konstante im Death Metal Bereich. Das war sie damals zwar auch, aber Bandkopf Peter Tägtgren sah für sein „Baby“ keine Zukunft mehr. Zu hin und her gerissen war er zwischen seinen Nebenprojekten und seiner immer lukrativer werdenden Arbeit als Produzent im eigenen Studio namens „Abyss“. Spannungen zwischen den Bandmitgliedern taten dann ihr Übriges, um “The Final Chapter“ zum anscheinend letzten Studioalbum der Schweden zu machen. Wir alle wissen zwar, dass es dann doch anders kam, aber darum soll es hier nicht gehen.

Eins vorweg: “The Final Chapter“ wäre definitiv ein würdiger Abschied geworden. Hier gibt es Geschwindigkeitsattacken, ebenso wie den typischen Mid-Tempo Stoff, den niemand so hinbekommt wie Hypocrisy selbst. Tägtgren selbst singt hier auch wesentlich tiefer, als er es heute tut. Man fuhr hier einfach alles auf, was die Fans so liebten und verlangten. Veredelt durch eine druckvolle, aber nicht zu glattpolierte Produktion ist “The Final Chapter“ ein Klassiker des skandinavischen Death Metal.

Der Opener ist zwar bei weitem kein Meilenstein, aber weiß immerhin durch seine schönen Soli zu gefallen. Ansonsten ist er leider recht unspektakulär. Beim nachfolgenden Mid-Tempo Stampfer “A Coming Race“ sieht die Sache dann schon wieder ganz anders aus, denn der Song ist später nicht zu Unrecht auf dem Best-of Album gelandet. Göttliche, ins Ohr gehende Melodien gepaart mit dem tiefen Gesang ergeben einen Death Metal Ohrwurm, den man eigentlich kennen sollte. Bei “Dominion“ wird es wieder bissiger, was speziell den Old School Fans gefallen dürfte. Ein Song, der ganz in der Tradition von alten Krachern wie “Left To Rot“ vom Debüt steht. Ähnliches gilt für das von mehrstimmigen Gitarren vorangetriebene “Through The Window Of Time“.

“Inquire Within“ nimmt dann schon ein wenig die spätere Comebackscheibe “Hypocrisy“(1999) vorweg. Ein recht experimenteller, ruhiger Song, der neben den Death Metal Vocals auch mit cleanem Gesang überraschen kann. Und wem das noch nicht entspannt genug war, der sollte sich Track Nummer 6 mit Namen “Request Denied“ gönnen. Solche Melodien waren auch schon früher ein wichtiger Bestandteil im Sound der Band, hier wurden sie dann besonders herausgearbeitet. Eine Ballade ist es natürlich dennoch nicht, aber wer erwartet so etwas schon im Death Metal?

Last but not least (um mal eine völlig abgedroschene Phrase zu benutzen) steht dann der Titeltrack. Nein, vielmehr thront er erhaben über dem Album. Dieser Song ist alles und auch nichts, denn er ist psychedelisch, stellenweise schwer verdaulich, brutal und einfach ein Klassiker. Hiermit hätte man wirklich einen definitiven Schlusspunkt setzen können. Man muss den Song hören, um ihn zu verstehen.

Ist “The Final Chapter“ nun also das beste Album, was uns die Schweden je vorgelegt haben? Wer vermag das schon zu sagen? Ich auf jeden Fall nicht! Jeder wird seinen eigenen Favoriten haben. Es ist allerdings eine Tatsache, dass hier ein verdammt starkes Album vorliegt. Jeder der sich für melodischen Death Metal, abseits von Soilwork oder In Flames, interessiert, sollte dringend ein Ohr riskieren. Fans von Hypocrisy kommen um diese CD ohnehin nicht herum.

Mir persönlich gefällt an “The Final Chapter“ das Wechselspiel zwischen rasantem Riffmonstern und dem eher langsam gehaltenen Material. Schwache Songs gibt es eigentlich keine, aber einige die sich abheben und damit gleichzeitig den Rest etwas herabstuft. Über die gesamte Distanz von immerhin einer knappen Stunde vermag die Scheibe leider nicht zu fesseln. Dennoch: Reinhören ist Pflicht!

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