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Huyghend: H1

Ein Klangerlebnis, das man nicht unbedingt gebraucht hätte
Wertung: 5/10
Genre: Indie, Electro-Pop/Rock
Spielzeit: 34:36
Release: 17.08.2018
Label: Dorfjungs

Also gut, auch nach mehreren Durchläufen erschließt sich mir das Debütalbum von Huyghend nicht im Geringsten. Der Bandname allein hat schon kaum Licht ins Dunkel gebracht, kann man ihn doch je nach Laune und sprachlichen Wurzeln „Jugend“ oder „Weekend“ aussprechen, dann wird die Truppe auch noch als „Kollektiv“ bezeichnet, was schon leichte Aggressionen hochkochen lässt, und zu guter Letzt kann man zu den acht Songs auf „H1“ weder headbangen noch richtig tanzen, zumindest nicht wenn die eigene Blutbahn frei von Drogen ist. Was fängt man jetzt mit so einer Platte an?

Starten wir mal mit den Fakten, die deutlich leichter zu verdauen sind als die Musik. „H1“ wurde auf 33 LPs limitiert, jedes Cover von den drei Bandmitgliedern persönlich mit Acryllack bemalt, hierbei können die Fans also ausschließlich Unikate abstauben. Eine schöne Idee, zumal es irgendwie zu dem künstlerisch-intellektuellen Konzept passt, das die Band sich zu eigen zu machen scheint. Dass das Debüt über das ehemalige Technolabel Dorfjungs erscheint, passt dann auch irgendwie dazu.

Auch nach dem vierten oder fünften Durchlauf hinterlässt die Scheibe aber kein allzu nachhaltiges Bild. Der Kopf fühlt sich ein bisschen besoffener und schwurbeliger an als zuvor, damit hat es sich dann aber auch größtenteils. Nur wenige Songs können positiv hervorstechen: Da wäre das beinah schon spacig zu nennende „Traces“ mit dem leicht monotonen, fast schon sinnlichen Gesang, teilweise untermalt von ordentlichem Hall, und immer wieder unterbrochen von Samples, aber trotzdem seinem roten Faden folgend. „Slow“ kann dann weniger mit den verzerrten Roboterstimmen überzeugen, dafür aber mit einer locker-leicht dahinfließenden Melodie, die durchaus zur Beruhigung beiträgt.

Auch der Opener „Young Guns“ kommt irgendwie charmant daher, gesampelten und verzerrten Stimmen, die ein bisschen wie eine erkältete Ente klingen, zum Trotz. Und auch die Tanzbarkeit ist hier noch vorhanden, was man vom Großteil der Platte ansonsten nicht behaupten kann. Auch wirkt der erste Track noch erstaunlich gut sortiert, trotz einiger Genrehüpfer, und wiegt den Hörer damit in Sicherheit, lullt ihn geradezu ein und bringt ihn so vielleicht dazu, sich auch die restliche Scheibe noch anzuhören.

Nach den knappen 35 Minuten bleibt man also als Hörer, der sonst nicht so Electro-Pop-Kollektiv affin ist, eher beduselt zurück und sucht in seinem Regal verzweifelt nach einer Grindcore-Platte, quasi als lärmige Antidote. Alles Geschmackssache, natürlich, aber Unikate hin oder her: Eine Kaufempfehlung wird an dieser Stelle nicht ausgesprochen.

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