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Hundredth: When Will We Surrender

Prickelnd, überwältigend, bewegend
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 42:50
Release: 30.03.2010
Label: Mediaskare

Immer wieder bewähren sich althergebrachte Volksweisheiten aufs Neue – so zutreffend bei dem neuen Album „When Will We Surrender“ der Hardcore-Formation Hundredth. „Der Schein trügt“ wäre die sich bewahrheitende Weisheit, denn hinter der so schlichten und unscheinbaren Fassade des Albums verbirgt sich ein grandioses, melodisches und sehr emotionales Metalcore-Album.

Wirft man einen ersten Blick auf die Tracklist, könnte man denken, dass es sich um eine simple Einkaufsliste handelt, denn jeder der dreizehn umwerfenden Songs ist schlicht mit einem simplen Wort betitelt worden – doch das reicht auch völlig aus und steigert nur noch die Spannung auf die faszinierenden Songs. Als größte Einflüsse der Band dürfte man melodische Metalcore-Acts mit leichtem Hardcore-Einschlag nennen, so erinnert gerade die Instrumentalisierung stark an For The Fallen Dreams oder Shai Hulud, während der Gesang – bei dem Track „Desolate“ ganz extrem – an die Vocals der Genrekollegen The Ghost Inside angelehnt sind.

Die zu Vergleichszwecken genannten Künstler – beispielsweise For The Fallen Dreams – verstehen es zwar auf einzigartige Art und Weise, mitreißende und umwerfende Melodien mit brutalen Shouts und derben Breakdowns zu verbinden, doch Hundredth gelingt es, gleichwohl herrliche Melodien zu spielen, die zwar nicht immer so zuckersüß sind wie die der Kollegen, dafür aber um ein vielfaches emotionaler sind und gerade deshalb noch hundertmal mehr mitreißen, so kommen bei dem Song „Betrayer“ die Emotionen Enttäuschung sowie Verachtung perfekt heraus, während der Song „Passion“ hingegen trotz der so aggressiven Vocals enorm Spaß macht, einfach aufgrund der lockeren Stimmung und den clever eingesetzten Melodiebögen. Sehr ambient geworden ist das instrumentale Zwischenspiel „Fade“, das auch ganz ohne Vocals das Gefühl des Entschwebens und Vergessens auszudrücken vermag. Viel ungehemmter und wilder ging die Band da bei dem Track „Sinking“ zu Werke, der das ungestüme, dramatische aber auch epische Bild eines sinkenden Schiffs auf hoher See – oder was auch immer versinken mag - perfekt widerspiegelt.

Doch Hundredth beschränken sich nicht nur auf die gängige Grundrezeptur ihrer Songs, sondern können auch gekonnt neue Elemente in ihren Sound einbringen, so verzaubert das sich immer weiter aufbauende und stets an Epik gewinnende Stück „Greater“ mit einer klaren Hookline, die zum Ende hin noch großartiger unterstützt wird – nämlich von einem Chor; von Gang-Shouts kann man hier nicht mehr sprechen, da diese Parts wirklich gemeinsam gesungen wurden. Nach dem zweiten Instrumental „Rise“, welches „Fade“ in nichts nachsteht, folgen erst die Höhepunkte der CD, denn „Brighter“ kann man sich als eine geniale Mischung der Dramatik aus „Sinking“ und der Abwechslung und Epik von „Greater“ vorstellen. Die Krönung dieses hervorragenden Albums bildet der Song „Shine“, der sämtliche Elemente in sich zu vereinen weiß, so treffen hier ruhige Passagen auf klaren Gesang, ungehemmte Bassdrum-Attacken verbinden sich mit traumhaft harmonischen Gitarren, welche im nächsten Moment wieder brutale Shouts und mitreißende Chöre untermalen.

„When We Will Surrender“ ist von der ersten bis zur letzten Sekunde ein packendes Album geworden, das melodischen Metalcore mit Tendenzen zum Hardcore nahezu in Perfektion darbietet. Dieses Album kann man aufgrund der Melodien genießen, man kann sich zu der dargebotenen Energie austoben und – vor allem – kann man sich zu den sehr stimmungsvollen Passagen problemlos fallen lassen: Und genau diese Vielfalt ist es, die dieses Album so großartig macht.

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