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Hundred Seventy Split: Special Edition

Der beste relaxte Blues Rock-Output seit langer Zeit
Wertung: 9.5/10
Genre: Blues Rock
Spielzeit: 19:35
Release: 03.09.2010
Label: Corner House Records

Ten Years After dürften viele Rockmusik-Fans kennen. Zu diesen Rockveteranen gibt es nun ein Sideprojekt namens Hundred Seventy Split, bestehend aus Joe Gooch (Gitarre und Gesang) und Leo Lyons (Bass). Hier zocken die beiden mit Unterstützung verschiedener Drummer und einem Orgelspieler Songs, die nicht so ganz ins Konzept von Ten Years After passen würden. Ob das so die wirkliche Offenbarung sein wird, darf bezweifelt werden, gehört die Band zwar zu den großen, aber dennoch nicht zu den erfolgreichsten der Zunft. Aber vielleicht täuscht das ja auch, mal reinhören in den Four-Tracker, der auf den etwas einfallslosen Namen „Special Edition“ hört.

„The World Won’t Stop” startet mit toller Gitarre. Mit einigem Funk im Blut groovt sich der Track richtig tief in das Gedächtniszentrum ein. Das Wah Wah-Pedal wird kräftig malträtiert und der Spaß kommt mit jeder einzelnen Note aus den Lautsprechern geflogen. Jawohl, völlig relaxt und dennoch stark unter Strom stehend zeigt Joe Gooch, warum er zu den großen Gitarristen in diesem Genre gehört. Da wird es dem Hörer schonmal warm ums Herz. Der Sound, den im übrigen Bassist Leo Lyons produziert hat, ist einfach fantastisch. Offen, luftig und absolut klangorientiert. Wahnsinn, so was hätte ich aus der Ten Years After-Ecke sicher nicht erwartet. Schade, dass nach fünfeinhalb Minuten ausgeblendet wird, da hätte man gern noch dreißig Minuten zuhören können.

„Where The Blues Began“ ist dann das zweite Highlight der Scheibe. Mit etwas mehr Chartgenen rockt man sich gemächlich durch die groovigen Strophen. Der Gesang passt wie das sprichwörtliche Pils zwischen Leber und Milz. Das ist schon etwas ganz Besonderes, was die alten Recken hier gezaubert haben.

„Let The River Flow“ ist dann der kürzeste Track der EP, ist aber dennoch bei weitem nicht zu verachten. Unglaublich, wie tuftig-leicht der Track so vor sich hin fließt. Fast schon poppige Nuancen strömen durch die Strophen, während zum Refrain hin deutlich mehr gerockt wird. Was für ein Meisterwerk. Joe Gooch verzaubert mit seiner Gitarre und im Hintergrund darf die gute alte Hammond-Orgel auch ein wenig beisteuern.

Schade, dass dann schon der letzte Track „Goin’ Home“ an der Reihe ist. Bester Blues Rock wird hier gute sieben Minuten lang zelebriert. Das hat man in dieser Qualität schon Jahre nicht mehr hören dürfen. Man lässt sich einfach von der Musik gefangen nehmen und verabschiedet sich verträumt von der realen Welt. Ganz ehrlich: Da kann die Stammband nicht mithalten. Das ist einfach unglaublich, was die beiden Herren da anscheinend völlig lässig aus ihren Ärmeln schütteln.

Fazit: Ich hätte nicht erwartet, derartiges geboten zu bekommen. Das Trio zockt auf absolut höchstem Niveau und verzaubert den Hörer in allen Belangen. Man muss gespannt sein, was uns da im Februar 2011 als komplette CD erwartet. Wenn man bedenkt, dass das Album fertig sein dürfte, dann ist es schon eine Gemeinheit, die Fans mit dieser EP derart anzuheizen, um dann noch Monate auf das Gesamtprodukt warten zu müssen. Das hat was von Folter.

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