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Human Suit: Demo '07

Noch zu wenig eigenständig
Wertung: 5/10
Genre: Hardcore, Modern Thrash
Spielzeit: 15:09
Release: 30.11.2006
Label: Eigenproduktion

Human Suit aus Paderborn bezeichnen sich im beiliegenden Band-Info zur CD zwar selbst als „modernen und melodischen Thrash Metal mit einigen Hardcore-Elementen“, doch meiner Meinung nach handelt es sich mehr um Hardcore mit einigen Thrash-Elementen.

Da wäre schon mal der Gesang, der nun wirklich ziemlich eindeutig in der Hardcore-Ecke anzusiedeln ist und mir persönlich bereits nach zwei Minuten tierisch auf den Keks geht. Zugegeben, man bemüht sich, Abwechslung in die Angelegenheit zu bringen, indem man bei vielen Passagen gedoppelt hat oder beim dritten Stück „Revenge Of The Toy-Soldier“ mit einer Art Wechselgesang aufwartet, wo das übliche Brüllkreischen durch Geflüster unterbrochen wird. In diesem Song gibt es sogar einige (allerdings nur ganz wenige) clean gesungene Stellen.

Insgesamt jedoch ist mir das trotzdem zu eintönig und zu wenig melodisch, was mich gleich zum nächsten Punkt bringt: Warum hier unter anderem von melodischem Thrash die Rede ist, ist mir ebenfalls ein Rätsel. Melodisch ist die Mucke nun wirklich nicht; es wird eigentlich ausschließlich gerifft und an den wenigen ruhigen Stellen werden aufgesplittete Akkorde verwendet. Und auch wenn die Riffs teilweise mit einer harmonischen Zweitstimme versehen sind – es gibt kaum irgendwelche Lead-Gitarren-Stellen, die dazu berechtigen würden, von melodischen Elementen zu sprechen. Auch Soli sind fast gar nicht vorhanden, lediglich im Opener „Chosen Destiny“, der im Übrigen mit einem eigentlich recht vielversprechenden thrashigen Riff beginnt, ertönt eines, das allerdings äußerst schief und zur Tonart unpassend klingt. Ich weiß nicht, ob man aus diesem Grund auf weitere Soli verzichtet hat...

Sorry, aber Gitarrensoli müssen bei dieser Art Musik am Start sein, um das Ganze aufzulockern und die fehlenden Leads lassen die Songs leider etwas fade und monoton erscheinen, was wiederum bedeutet, dass der Wiedererkennungswert nicht allzu hoch ist. Irgendwie plätschern die Stücke vor sich hin und man denkt sich, dass das, was man gerade hört, sicherlich nicht schlecht gemacht ist, aber einen eben auch nicht so recht vom Hocker reißt. In Sachen Songwriting ist sicherlich noch so einiges mehr drin.

Denn schlecht ist hier ja wirklich nicht alles: Man merkt zum Beispiel schon, dass die Jungs ganz gut spielen können und keine Anfänger sind (Gitarrist Karsten Greifenhagen zockte zuvor bereits bei einer Band namens Nausea) – auch wenn bei den schnellen Passagen Drums und Gitarren nicht immer hundertprozentig zusammen sind, aber wir wollen mal nicht päpstlicher sein als der Papst, gerade bei einem Demo –, das professionell gemachte Artwork kann sich für ein Demo ebenfalls sehen lassen und auch der Sound ist für Demo-Verhältnisse mehr als okay. Dass die Band sich Mühe gegeben hat, kann niemand bestreiten, wenn man auf einige Vokal-Arrangements, die harmonisierten Riffs und einige gelungene Rhythmuswechsel achtet, aber was sie braucht, ist insgesamt mehr Abwechslung und verbessertes Songwriting, um sich bei der Veröffentlichungsflut heutzutage aus der Masse hervorzuheben.

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