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Hroptatyr: Auf Zu Neuen Ufern

Eine einzige Viking Metal-Party
Wertung: 8.5/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 49:15
Release: 04.04.2010
Label: Düsterwald Produktionen

Im Hause Düsterwald scheinen Heinzelmännchen am Werke zu sein, die CDs am Fließband raushauen: Nach BlackShore und Vargsheim ereilt uns jetzt mit Hroptatyr eine weitere Band, die den Weg ihrer Ahnen in den heiligen Metal-Hallen beschreiten will. Dabei klingt der Bandname zwar wie ein dubioser Zungenbrecher, ganz so schlimm ist es aber doch nicht: „Hroptatyr“ ist einfach nur einer der über 200 bekannten Namen für Odin, den Hauptgott der nordischen Mythologie – neben ihrem Label ein weiteres Zeichen dafür, dass die Jungs ganz im Sinne der alten Metalgötter handeln.

Im wunderschönen Rothenburg ob der Tauber gegründet, konnten auch Hroptatyr dem Fluch des Bandkarussells nicht entkommen – nach unzähligen Besetzungswechseln (und damit meine ich unzählig), veredeln nun mit Bassist Patrick, Drummer Steve, den beiden Sängern Sebbl und Andi, sowie den beiden Gitarristen Niels und Moritz und dem Gitarrero/Mikroschänder Michi sieben junge, dynamische Herren bei Düsterwald Produktionen die Viking Metal-Abteilung.

Beim Gitarrenintro könnte man noch meinen, man hat es hier mit zahmen Burschen zu tun (nicht umsonst heißt der Track „Die Ruhe Vor Dem Sturm“), aber schon bei „Berserker“ wird klar: Hroptatyr wollen saufen, feiern und kämpfen. Hier herrschen rock’n’rollige Gitarren, auf die gut getanzt, geschunkelt und gepogt werden kann und ein absolut geiler Mitgröl-Refrain wird den Song vermutlich zum absoluten Klassiker auf Metalparties erheben.

Die bierselige Stimmung wird recht schnell durch „Die Schlacht“ vertrieben; eine ziemlich penetrante, aber ebenso geniale Gitarrenmelodie erhebt sich, während die Sänger uns mit fiesem Gekrächze von ihrer Kampfeslust überzeugen. „Der Weg Eines Helden“ überrascht mit klarem Gesang; in den Strophen wirkt vor allem das Gollum-mäßige heisere Flüstern im Hintergrund ganz lustig, verstärkt aber irgendwie den Effekt, dass man sich bei dieser Platte fühlt wie auf einem Schlachtfeld.

In der zweiten Hälfte des Albums schlagen Hroptatyr heftigere Töne an; nach stimmungsvollem Meeresrauschen und einer einsamen Gitarrenspur wird der Gesang beim Titelsong zunehmend heiserer, gequälter, aber: Alles passt und wirkt wie aus einem Guss. Das muss man erstmal hinbekommen, bei so vielen Bandmitgliedern.

Wie fast jedes Stück auf „Auf Zu Neuen Ufern“ lädt auch „Der Sieg Und Seine Früchte“ irgendwie zum Tanzen ein, man möchte seine Mähne schütteln und Bier verschütten – die Vocals klingen beinah gespuckt, was die urige Atmosphäre definitiv noch unterstützt. Zum guten Schluss kredenzen uns die wackeren Sieben mit „Symbole Der Vergangenheit“ noch einmal eine Hymne, die es in sich hat: Bei dem rasanten Einstieg und einer Mischung aus Gekrächze und dem fast klassisch zu nennenden klaren Gesang kann man sich beinah bildlich vorstellen, wie auf allen Metalfestivals der Welt bei diesem Song die Methörner erhoben werden und der Ruf der Viking-Fans gen Himmel schallt – ein geniales Finale!

Hroptatyr haben das geschafft, was ich schon kaum mehr zu hoffen gewagt hatte, nämlich frischen Wind in die doch etwas eingestaubte Viking-Szene gebracht und gezeigt, dass die Asche der Ahnen mit viel Krach und Spaß gefeiert werden kann, statt sie im Keller vergammeln zu lassen. Das ganze Album hat, trotz des Kampf-Themas, eine äußerst bierselige Stimmung inne, die einfach perfekt zu dieser Art von Musik passt und Lust auf mehr macht – und zwar nicht nur auf mehr Met, sondern vor allem auf mehr Metal dieses Schlages! 

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