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Houston: Mechanical Sunshine

Oberflächlich nicht schlecht, aber ohne Substanz
Wertung: 6/10
Genre: Alternative Rock, Modern Metal
Spielzeit: 46:56
Release: 24.06.2011
Label: Tanzan Music/Fastball

Das erste, was beim Stöbern im Internet zur Band Houston auffällt, ist, dass die Jungs aus dem gleichen Ort in Italien kommen wie die doomigen Black Metaller Forgotten Tomb. Houston neigen allerdings zu ein wenig mehr Pathos als ihre düsteren Kollegen – obwohl die Italiener wirklich schwierig zu charakterisieren sind. Allerorten liest man von Gothic Rock, Modern Metal und Hard Rock, am ehesten passt wahrscheinlich die zweite Bezeichnung.

Dabei ist „Mechanical Sunshine“ bereits das zweite Album nach dem 2008er Werk „Fast In Elegance“, das hierzulande mehr oder weniger sang- und klanglos über die Theke ging, was sich aber mit der neuen Scheibe ändern sollte. Zumindest wissen die Jungs, wie man Abwechslung in die Sache bringt; wahrscheinlich fällt es deswegen auch relativ schwer, den Sound der Italiener in irgendeine Schublade zu stecken. Merkwürdigerweise bewegen sich Houston nahezu abwechselnd auf dem schmalen Grat zwischen radiotauglicher Austauschbarkeit und wirklich guten Songs – „Velvet Pressure“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Quartett auch mal daneben greift (abgesehen von dem wirklich guten Gitarrensolo), wohingegen das balledeske „Cold“ ein wirklich schöner, unkitschiger Track mit Gitarrenbegleitung geworden ist.

Der eigentliche Opener „Planet Terror“ (nach dem eigentlich verzichtbaren Intro „Shine Of The Rusty Gear“) entpuppt sich als typischer Modern-Metal-Rocker und erinnert natürlich ein bisschen an die Kollegen von Sonic Syndicate. Oberflächlich wird gerockt, aber immerhin kann man hier schon heraushören, dass die Herren nicht ganz talentfrei sind. Weiter geht’s mit „Black Rose“ in einem ähnlichen Tenor, aber durch die leicht sphärische Basis kann man inzwischen auch Parallelen zu den Schweden von Korea ausmachen. Interessant, was sich hier so alles findet.

Leider gibt’s hier auch seichten Poprock auf die Ohren; „One Day“ ist so ein Fall, bei dem man sich ein bisschen schämt und schnell einen Blick aus dem Fenster wirft, ob auch niemand hört, was da aus den eigenen Lautsprechern dringt. Das folgende „Generation '09“ tendiert da in eine gänzlich andere Richtung: Elektrobeats und ein geshouteter Refrain lassen die Frage aufkeimen, warum Houston-Sänger Niko es nicht öfter mit dieser Tonlage versucht, obwohl der Tracks als Ganzes gesehen auch relativ schnell verblasst – das einzige, was längerfristig im Gedächtnis verbleibt, ist eben der starke Refrain.

„Sick, Sex, Sick“ und „My Swedish Baby Looks Like A Star“ teilen sich dann mehr oder weniger das gleiche Gitarrenriff, was schon an sich schade ist, schlimmer wird’s dann aber, wenn selbiges Riff auch noch gänzlich austauschbar klingt. Zu guter Letzt haben sich Houston aber noch an eine Coverversion von Rob Zombies „Dragula“ gewagt und machen ihren Job gar nicht mal schlecht; obwohl man bei einem so geilen Track eigentlich ohnehin relativ wenig falsch machen kann.

„Mechanical Sunshine“ ist und bleibt auch nach mehrmaligem Durchhören ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind zwar ein paar gute Nummern auf der Scheibe zu finden, insgesamt wirkt das Album aber zu geplant, zu durchgestylt, zu oberflächlich und streckenweise leidenschaftslos. Wirklich guter Modern Metal sieht anders aus, auch wenn die Jungs technisch so ziemlich alles richtig machen. Für mehr als sechs Punkte reicht das dennoch nicht.

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