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Hot Water Music: No Division

Digitale Neuauflage - 9 Jahre gereift
Wertung: 8/10
Genre: Post Hardcore
Spielzeit: 34:53
Release: 30.01.2009
Label: Unter Schafen Records

1999 veröffentlichte die US-amerikanische Band Hot Water Music ihr Album „No Division“. Eben dieses Album wird nun unter neuem Label in (dem Zeitgeist entsprechend) digital neu abgemischter Form, ansonsten augenscheinlich unverändert, wieder veröffentlicht. 

Vor dem Öffnen der Hülle fällt bereits das Coverartwork ins Auge: ein abstraktes Gemälde eines Mannes, der in der unteren Hälfte einer russischen Matrjoschka steht, aus der Friedenstauben aufsteigen. Das Innere des Booklets ist erfreulich schlicht gehalten; hier finden sich die Lyrics der Songs sowie Schwarzweißfotos der Band an ihren Instrumenten. Soviel zum Äußerlichen. 

CD eingelegt, Play gedrückt, zugehört:

Hot Water Music spielen Post Hardcore mit melancholisch-melodischen Gitarrenriffs und teilweise mehrstimmigem Gesang, der sich meist irgendwo in der Grauzone zwischen Singen und Shouting aufhält. Die Berliner Beatsteaks waren meine erste spontane Assoziation mit dem Sound der Amerikaner. 

Verspielte Gitarren mit beinah verträumten Leads und inspiriert gesetzten Rhythmusfiguren dominieren das Klangbild, unterlegt und umspielt von Jason Blacks kunstvollem und oktavenreichem Bassspiel, das den Songs Dichte und Drive verleiht. 

Die raue Stimme des Sängers Chuck Ragan vermittelt dem Hörer die tiefsinnigen, oft persönlichen, teils kritischen, häufig nachdenklichen Texte. Hin und wieder unterstützt vom Organ des Gitarristen Chris Wollard. Der zweistimmige Gesang fällt besonders im Song „Free Radio Gainesville“ auf, dem gezielte Dissonanzen zwischen den beiden Stimmen seine Fülle und eigene Note geben. 

Musikalisch bewegen sich Hot Water Music definitiv auf hohem Niveau und auch auf kompositorischer Ebene hält das Album jede Menge gelungener Songs bereit, wobei insbesondere die schnellen, energetischen Songs wie beispielsweise der Titeltrack „No Division“ gefallen. Kleine akustische Spielereien wie das Percussionsolo am Ende des Titels „Hit And Miss“ sorgen für Abwechslung und Überraschungsmomente und retten das Album an manchen Stellen vor der Beliebigkeit, die leicht eintritt, wenn der CD nicht die volle Aufmerksamkeit entgegengebracht wird.

Fazit: Ob es sinnvoll ist, eine CD neun Jahre nach ihrem Release neu aufzulegen sei dahingestellt; im Falle von „No Division“ hat man hier aber zumindest ein vielschichtiges und technisch sehr gutes Album wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. Freunde von melodischem Gitarrenrock mit ansprechenden Ecken und Kanten sollten ein Ohr riskieren, zumal „No Division“ gemeinhin gewissermaßen als das „Meisterstück“ der Band angesehen wird.

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Wiederauflage leidet nur unter Fandesinteresse