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Hot Mama: Downloader

Die schwierige Suche nach innovativen Sounds
Wertung: 6,5/10
Genre: Blues / Hard/ Alternative Rock
Spielzeit: 40:02
Release: 08.03.2013
Label: Sonic Revolution / BOB Media

Hot Mama sind anders als das typische Modern-Rock-Outfit und zumindest in dieser Hinsicht erzeugt das junge Newcomer-Quartett ausreichend Spannung, um das Interesse für das Debütalbum "Downloader" zu wecken. Musikalisch haben die drei Herren und ihre hübsche Frontdame allerdings noch nicht das entdeckt, was man einen persönlichen, charakteristischen Sound nennen könnte. Irgendwo zwischen wilden Blues-Rock-Geschichten, eigenwilligem Alternative Rock und diversen Zitaten aus dem klassischen Hardrock entwickelt die Scheibe ein Eigenleben, welches nicht bloß mit sympathischen Auswüchsen um Aufmerksamkeit buhlt, denn so gut und hörenswert der eine Teil von "Downloader" ist, so verquer und schwierig gestaltet sich schließlich der andere.

Die Platte startet aber erst einmal viel versprechend: "Seed Of Anger" ist ein geeigneter Opener, der bereits das Gros der bandeigenen Facetten in die Waagschale wirft, allerdings noch recht kontrolliert und einprägsam aus den Boxen schallt. Und auch "Higher" und "Voodoo" machen einen richtig anständigen, soliden Eindruck, selbst wenn die Chorus-Melodien nicht ganz so mächtig zünden, wie man sich das nach dem interessanten Songaufbau erhofft hatte. Doch entgegen den definitiv überzeugenden Eindrücken, die Hot Mama hier hinterlassen haben, präsentieren sich Nummern wie "Alcohol" und "Waiting For The Beast" als ziellose Achterbahnfahrten durch die moderne Rockmusik. Die Band scheint gerade hier Probleme zu bekommen, ihre Ambitionen, außergewöhnlich zu bleiben, mit dem eher basischen Songwriting unter einen Hut zu bekommen, was sich später dann auch noch in "Your Way" als massives Problem entpuppt. Zweifelsohne wollen die Musiker mehr, streben nach Innovationen, wissen aber offenkundig noch nicht so recht, welche Mittel geeignet sind, um sich hier mit genügend Selbstvertrauen aus dem Fenster lehnen zu können, ohne dass ein Absturz droht.

Andererseits muss man der Truppe zugestehen, dass sie sich etwas traut und nach neuen Wegen sucht, um zeitgemäße, nahhbare und trotzdem weitestgehend eigenständige Noten zu entwerfen. Letzteres haben Hot Mama auf "Downloader" schon erreicht, eine Erfolgsformel muss die Band allerdings noch entdecken, damit das gesamte musikalische Konstrukt auf der nächsten Scheibe noch stabiler klingt als auf dem Debüt. "Downloader" ist ein anständiges Werk, keine Frage, und es sollte die Band auch vorerst etablieren. Aber sollte es für das Quartett weiter hinaufgehen, funktioniert dies nur dann, wenn das Ganze eine Spur ästhetischer und sicherer arrangiert wird als auf dem hier vorliegenden Erstling.

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