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Horns Of Resistance: Covancide

Drei Vokalisten ersetzen leider kein Schlagzeug
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 14:44
Release: 17.07.2009
Label: Eigenproduktion

Es mutet ja immer etwas seltsam an, wenn gestandene Metaller - oder solche, die es noch werden wollen - sich zum vegetarischen Lebensstil bekennen. Horns Of Resistance gehen noch einen Schritt weiter und propagieren auf ihrer EP "Covancide" die Vegan Straight Edge-Philosophie, die sich vor allem natürlich in ihren Texten widerspiegelt. Die fünf Wuppertaler sprechen sich auch auf ihrer MySpace-Seite gegen das Tragen von Pelz, das wie auch immer geartete Töten von Tieren und die Ausbeutung der Natur aus. Dabei reihen sie sich in die Riege anderer deutscher Metal-Naturfreunde ein, wie zum Beispiel Heaven Shall Burn oder Scarscab

Gegründet wurde die Death Metal/Hardcore-Combo erst 2007 von Drummer Holger und Gitarrist Yannick, die bald darauf noch Bassist Larry, den zweiten Gitarristen Marc und Drüllwürfel Gabbo ins Boot holten, um ihren Emotionen musikalisch Ausdruck zu verleihen. Neben ihrer Philosophie ist das Außergewöhnliche an der Gruppe sicher die Tatsache, dass Gabbo gesanglich von Holger und Yannick unterstützt wird. So entfacht das Quintett ein wahres Soundgewitter auf ihrer vier Songs umfassenden EP.

Die Umstände hört man der Scheibe zuerst gar nicht an, wurde doch alles im Do It Yourself-Verfahren aufgenommen und abgemischt. Der Opener "Invaders" zumindest klatscht einen musikalisch wie textlich an die Wand; Gabbo, Holger und Yannick brüllen und grunzen ihre Wut auf die die Natur ausbeutende Menschheit heraus, dass einem nur so die Ohren klingeln. Die Kombination der drei verschiedenen Gesangsstile klingt genial und hebt die Band von anderen Gruppen ihres Kalibers hervor. Die Drums scheppern zwar ein wenig, aber bei der Großartigkeit des Songs fällt das kaum nennenswert ins Gewicht.

"Band Of Mercy" geht etwas core-lastiger zu Werke; druckvolle Gitarren erklingen und die genau an den richtigen Stellen platzierten Breakdowns lassen erahnen, dass die Band live noch mehr rocken könnte als auf Platte. Die drei Sänger überfordern den Hörer zeitweise ein wenig, lassen aber keine Zweifel daran aufkommen, wie genial dieses Konzept tatsächlich ist.

Spätestens beim etwas Old School-behafteten "People Are Alive All Over" weiß man, was zu Anfang schon permanent gestört hat: Obwohl die Scheibe für eine Eigenproduktion erstaunlich professionell klingt, scheinen die Jungs am Schlagzeug gespart zu haben. Abgesehen von der recht spärlich eingesetzten Doublebass klingt inzwischen alles irgendwie nach Topfschlagen. Eine schöne, wenn auch ungewollte Reminiszenz an die Kindheit, hier jedoch völlig fehl am Platz.

Der Titelsong "Covancide" versöhnt den Hörer wieder halbwegs mit der Welt; schreddernde Gitarren und Death Metal-Gesang bestehen Seite and Seite mit einem ruhigen und sehr schönen Gitarrenzwischenstück. Die Doublebass haut alles kurz und klein, die sonstigen Schlagzeugpassagen scheppern gelassen vor sich hin.

Die veganische Achterbahnfahrt ist nach nicht ganz einer Viertelstunde Spielzeit schon zu Ende. Horns Of Resistance haben mit ihrer ersten Veröffentlichung einen guten Start hingelegt, das Ergebnis wird allerdings durch den blechernen Schlagzeugsound getrübt, den man spätestens nach der Hälfte der Sound nicht mehr ignorieren kann. Ein großes Plus ist allerdings der Einsatz von gleich drei Vokalisten, die ihre Sache extrem gut machen. Mit dieser Leistung im Hinterkopf kann man sich auf ein komplettes Album freuen, bei dem das Schlagzeug hoffentlich nicht endgültig zum Pflegefall mutiert.

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