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Horn Of The Rhino: Weight Of Coronation

Lange Songs, aber kaum Ideen
Wertung: 4.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 68:14
Release: 03.09.2010
Label: Doomentia Records

Die spanische Band Horn Of The Rhino hieß vorher schlicht Rhino, musste sich aber aufgrund von Copyright-Verletzungen umbenennen. Dementsprechend kann man „Weight Of Coronation“ auch als drittes Album der Spanier bezeichnen. Ein Blick auf den Namen ihres Labels (Doomentia Records) verrät bereits, dass wir es hier nicht gerade mit einer Truppe zu tun haben, die einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen wird. Immerhin geben sie als Einflüsse beispielsweise Black Sabbath, Neurosis und Alice In Chains an, was kaum zu überhören ist. Horn Of The Rhino spielen keine leicht verdauliche Musik, sondern sprengen mit ihren, mit schweren Riffs ausgestatteten, Songs gleich mehrfach die Sieben-Minuten Marke.

Mit „Speaking In Tongues“ wird gleich schon ein schwerer Brocken an den Beginn gestellt, der klar macht, wohin die Reise geht. Es ist äußerst schwer zu beschreiben, wie schwermütig und erdrückend der Sound dieser Band teilweise klingt. Black Sabbath (zu Ozzy Osbourne-Zeiten natürlich) sind jedenfalls überall zu hören. Über sieben Minuten lang kriecht der Song fast aus den Boxen und man muss schon ein eingefleischter Doom-Head sein, um wirklich begeistert zu sein. Gegen diese Urgewalt geht Sänger Javier fast unter, obwohl er schon eine gewisse Kraft in seiner Stimme hat. Vergleichen lässt er sich mit Candlemass/Solitude Aeturnus-Frontmann Rob Low, auch wenn dieser natürlich noch ein paar Stufen über seinem spanischen Kollegen steht.

Danach folgen mit „Mass Burial Punishment“ und „Sovereign“ zwei Zehn-Minuten Brocken, die musikalisch etwas variabler sind, als der Opener des Albums. „Mass Burial Punishment“ ist für Doom Metal-Verhältnisse sogar relativ schnell ausgefallen und lässt im Mittelteil die erwähnten Alice In Chains-Einflüsse aufblitzen. Leider geht dem Song zum Ende hin ein wenig die Luft aus, was heißen soll, dass die Riffs einfach nicht gut genug sind, um sie stetig zu wiederholen. „Sovereign“ ist im Prinzip ähnlich aufgebaut, bietet aber mit einer Hammondorgel ein unerwartetes Instrument, welches einen wirklich angenehmen Farbtupfer darstellt. Im krassen Gegensatz dazu steht der Gesang, der nun plötzlich extrem theatralisch geworden ist und nicht so recht zum Rest passen will.

Seltsam bleiben die Vocals auch beim kurzen „Throats In Blood“, denn der nun plötzlich gebrüllte Gesang setzt einem völlig zerfahrenen Song die Krone auf. Die versprochenen Melodien lassen jedenfalls noch weiter auf sich warten. Das ist das Problem von Horn Of The Rhino: Theoretisch wissen sie, was man für guten Doom Metal braucht und rein von der Atmosphäre her funktionieren die Songs auch. Allerdings gibt es nichts, woran man sich noch erinnert, wenn das Album nicht mehr im CD-Player steckt. Alles was im Kopf bleibt, ist eine graue Masse aus bleischweren Gitarren.

Das gilt auch für den Titeltrack und den Rest der Platte, denn die Songs unterscheiden sich (wenn überhaupt) nur minimal. Bei „Brimstone Breath“ kann man mit viel Wohlwollen Thrash Metal-Einflüsse ausmachen und die Akustikgitarren bei „Crushed And Dragged To The Swamp“ kann man schon fast als Highlight des Albums bezeichnen, aber viel Wirkung erzielen diese Dinge auch nicht. Der Band geht einfach das Talent völlig ab, lange Songs interessant zu gestalten. Daher ist es schade, dass die Coverversion von Black Sabbaths „Disturbing The Priest“ lediglich auf der Vinyl-Version enthalten sein wird und mir daher nicht vorliegt. Aber auch so kann ich sagen, dass sich nur wirklich eingefleischte Doom-Jünger dieses Album zulegen sollten.

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