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Horizon Ablaze: Spawn

Ambitioniertes, doch durchwachsenes Debüt der Norweger
Wertung: 6.5/10
Genre: Thrash Metal / Death Metal
Spielzeit: 60:07
Release: 24.01.2011
Label: Mayhem Music

Horizon Ablaze lautet der Name des jüngsten Sprösslings aus der Familie der norwegischen Metal-Szene und aufgepasst, es handelt sich zur Abwechslung mal nicht um eine den Nordwind anheulende Black-Metal-Band. Seit der 2009 erschienenen EP „Deconstructive“ haben sich die Nachwuchs-Norweger mit ihrer Mischung aus Death und Thrash Metal mit einer Portion Grind einen Namen gemacht, der es ihnen ermöglichte, nun ein Full-Length-Debüt zu zimmern. Die Scheibe mit dem Namen „Spawn“ ist dabei äußerst ambitioniert und präsentiert sich als Konzeptalbum, dessen fiktive Geschichte sich im Rahmen der bei Metalbands beliebten Thematik des zweiten Weltkriegs abspielt. Zumindest ebenso ambitioniert verkaufen die Jungs ihre Idee, das Album als Performance-orientiertes Werk ohne Trigger-lastige und verschnörkelte Produktion in Erscheinung treten zu lassen, was dem geneigten Puristen bereits jetzt schon wie Musik im Ohr klingen sollte.

Nach Geräuschkulissen- und Klavier-Intro und auch einer Choral-Einlage, die wohl noch nicht zur unverschnörkelten Produktion zählen, legt die Band dann bei „Throne Of Trepidation“ mit satten Thrash-Riffs und dem versprochenen, ungeschöntem Klang los und haut einem erstmal ein paar Headbang-Beats um die Ohren, bevor es dann phasenweise in mit Keyboard verstärkte, epischere Death-Gefilde geht. Der Genre-Mix aus peitschenden Thrash-Passagen und düsteren Death-Einlagen verleiht der Musik eine gewisse Spannung und Dynamik, die dem Ganzen das nötige Leben einhaucht. Gerade bei einem Song wie „1941“ entwickelt sich förmlich eine sich stetig steigernde Szenerie, die, untermalt durch Gewehrschüsse, die gewollte Stimmung effektiv zu erzielen weiß. Die Geschichte des Konzeptalbums wird so immer mal wieder mit in die Musik eingeflochtenen Soundeffekten beleuchtet und weitererzählt, was der Scheibe eine vielsagende, düstere Atmosphäre verleiht.

Während das Konzept also wirklich gut umgesetzt ist, leidet die eigentliche Musik der Norweger phasenweise an mangelnder Konstanz. So gibt es an einer Stelle wahre Ohrwurm-Riffs zu hören und es werden epische Gänsehaut-Passagen wie zum Beispiel bei „Homicidal Return“ geboten, nur um sie im nächsten Moment in ein stumpfes, eher uninspiriert wirkendes Riff absinken zu lassen. Auch der Frontmann schafft es nur selten, über die Leistung eines mittelmäßigen Metal-Schreihalses hinauszukommen, was dem durchaus grundsoliden Fundament der Musik abträglich ist. Dennoch äußert sich auf dem Silberling durchweg echtes Talent und ein gesundes Maß an Ideenreichtum, das in Songs wie dem spannungsgeladenen „Barbed Wire Deathbed“, dem düsteren „Origin“ und dem bereits angesprochenen epischen „Homicidal Reign“ zum Tragen kommt.

„Spawn“ ist ein Album, das zwei Gesichter hat, eins davon originell und atmosphärisch, das andere geradlinig und steril. Trotz alledem lässt sich den Norwegern von Horizon Ablaze ein gelungenes Debüt attestieren, dass einiges an Talent, Elan und Einfallsreichtum zu bieten hat und Lust auf mehr macht. Es schadet sicher nicht, die Truppe mal im Hinterkopf zu behalten, denn es kann gut sein, dass da noch was kommt.

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