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Honigdieb: Mein Hut hat keine Ecken

Nicht immer das Gelbe vom Ei
Wertung: 6/10
Genre: Folk/Chanson/Punk
Spielzeit: 49:00
Release: 21.12.2012
Label: Idiots Records/Rough Trade

Dass Sir Hannes in musikalischer Hinsicht schon immer ein Eigenbrötler war, muss man Liebhabern seiner ehemaligen Kapelle Phantoms Of Future wohl nicht mehr näher erläutern. Sein Nachfolge-Projekt Honigdieb geht zwar seit jeher in eine völlig andere Richtung als der eigenwillige Metal-Sound der Dortmunder Kulttruppe, bleibt aber ebenfalls ein Betätigungsfeld, welches eine 'Love it or hate it'-Attitüde verfolgt - und wahrscheinlich trifft dies für kein Album so sehr zu wie für den neuen Silberling "Mein Hut hat keine Ecken".

Der Inhaber des berüchtigten Szene-Ladens Idiots Records bewegt sich auch heuer wieder auf dem kontrastreichen Schauplatz von Folk, Punk und Chanson-Einflüssen, macht es seiner Hörerschaft aber vor allem im ersten Teil des neuen Albums arg schwer, Zugang zu den Songs zu finden. Während die lyrische, manchmal arg selbstironische Seite der Songs nämlich immer wieder zum Verweilen einlädt, ist der musikalische Output von Honigdieb auf "Mein Hut hat keine Ecken" nicht immer das Gelbe vom Ei. Startschwierigkeiten zeichnen Nummern wie "Marionetten" und "P.O.R.N.O", weil die Mixtur nichts Zündendes, Mitreißendes bereithält, auf das man später gerne wieder zurückkommen mag. Hannes und seine Musiker scheinen gewissermaßen dem österreichischen Freidenker Falco nachzueifern, was die eigensinnigen Songstrukturen angeht, nicht zuletzt wegen der bedeutungsschwangeren Texte, die hier einen wesentlich höheren qualitativen Stellenwert genießen als der instrumentale Schmuck der Songs. Mit "Künstler" und "Egal" gelingt zwar kurzzeitig die Wende, doch auch hier stellt man zum eigenen Leidwesen fest, dass das Material nicht wirklich mit den Highlights der Honigdieb-Historie mithalten kann. Die Spontaneität scheint nicht gegeben, die Kompositionen wirken arg verkopft, und auch wenn Sir Hannes einen höheren Anspruch an seine Musik verfolgt, fehlt es dem ständigen Grenzgang zwischen den Genres an Überzeugungskraft und Begeisterungsfähigkeit.

Letztgenannte entdeckt "Mein Hut hat keine Ecken" erst im richtig starken, melodischen Singalong von "Keine mag mich", dem zweifelsfrei stärksten Track des neuen Albums. Mit "Rosalie" und "Zuhause" schieben Honigdieb diesem kurzen Höhepunkt noch zwei brauchbare Nummern hinterher, doch auch hier verspürt man nicht den Druck, das Album in die Dauerschleife zu schicken und tiefer in die Welt der Musiker einzutauchen - Eigenschaften, die bei Honigdieb nicht immer so fragwürdig erschienen wie jetzt.

Insofern liegt es natürlich nahe, von einer Enttäuschung zu sprechen, selbst wenn man das ambitionierte Vorgehen der Band greifen kann. Aber allem Eigensinn sind Grenzen auferlegt, die diesmal nicht nur einmal überschritten werden. "Mein Hut hat keine Ecken" hat seine spannenden Momente, das will man nicht abstreiten. Aber verglichen mit dem Katalog eines Sir Hannes ist diese Platte dann doch nur ein teils recht biederer Mitläufer.

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