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Holy Grail: Crisis In Utopia

Ein ansprechendes Werk mit Überraschungen
Wertung: 7/10
Genre: Old School Heavy Metal
Spielzeit: 46:14
Release: 22.10.2010
Label: Prostetic Records

Nach nur einer EP beglücken Holy Grail die Fans mit ihrem Debütalbum „Crisis In Utopia“. Die Amerikaner haben nun mit Prostetic Records ein Label an der Hand, welches auch den europäischen Markt gut abdecken kann, die erste große Tour im Vorprogramm von Blind Guardian ist auch unterwegs, besser kann man wohl nur schwer im Musikgeschäft starten

Die Band fühlt sich zum Old School geprägten Heavy Metal hingezogen und so verwundert es auch nicht, dass Bands wie Judas Priest, Amored Saint oder auch mal die deutschen Accept benannt werden. Das stimmt aber nur ansatzweise. Ein wenig Power Metal schwingt da auch mal mit und Bands wie Steelwing oder mit Abstrichen auch Enforcer sollten hier eher als Vergleich herhalten. Trotz aller Musikalität verwickelt man sich zum Glück nicht in technisches Gitarrengeplänkel oder permanentes Uptempogebolze.

Der Gesang wird zwar nicht unbedingt jedem gefallen, da es eine zwar deutliche Ausprägung im höheren Mittenbereich gibt, aber irgendwie das gewisse Etwas doch zu fehlen scheint. Mit wirklich gelungenem Sound zockt die Band einen Song nach dem anderen durch die Lautsprechermembranen. Da dürfen dann auch schon mal versteckte Growls (in „Crisis In Utopia“) gefunden werden oder wirklich gute Melodieverläufe („Call Of Valhalla“). Kantiger und eher powerlastig kann die Band dann zum Beispiel mit Stücken wie „The Blackest Night“ punkten.

Nein, schlecht ist das Dargebotene wahrlich nicht, aber wirklich von Hocker reißen kann das Material auch nicht. Komisch, dass gerade das leicht verspielte Instrumental „Nocturne In D Minor“ hier das klare Highlight darstellt. Wenn man den Rest der Scheibe hört, hätte man diesen Track so niemals erwartet. Die Gitarrenfraktion überzeugt auf ganzer Linie und entblößt keinerlei Schwächen.

Epische Versuche wie „Chase The Wind“ wollen einfach nicht funktionieren, da erstens der Gesang viel zu wenig hergibt und zweitens jede Form von Erhabenheit nicht zu finden ist. Schade, denn sonst könnte man hier deutlich mehr abräumen. Man darf gespannt sein, wie die Tour mit Blind Guardian sich musikalisch auf die Band auswirken wird.

Lediglich das ein wenig einpeitschende „Cherish Disdain“ kann dann als Abschluss noch einmal dafür sorgen, dass die Augenbrauen hochgezogen werden. Ein rasanter und auch gerade von der Intension her ein wenig an den in den USA so beliebten Punk Rock erinnerndes Stück. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Band getraut hat, dieses Stück auch in die deutschen Liveshows zu packen, wäre sicherlich eine Bereicherung für die Setlist gewesen.

Fazit: Die Amerikaner Holy Grail sind musikalisch noch weit vom heiligen Gral entfernt. Spaß macht die Mucker und mit zwei stilistisch überraschenden Stücken wie „Nocturne In D Minor“ und „Cherish Disdain“ kann sich die Band von der Masse der „normalen“ Heavy-Metal-Bands abheben. Ob das reicht auf dem breit gefächerten Musikmarkt darf aber dennoch bezweifelt werden. Musikalisches Talent ist zuhauf vorhanden und man darf sich auf die weitere Entwicklung der Jungs freuen, denn da kann noch die ein oder andere Überraschung folgen.

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