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Hollywood Undead: New Empire Vol. 1

Leider geht dann doch etwas die Puste aus
Wertung: 7/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 32:05
Release: 14.02.2020
Label: BMG Rights Management

Mit Hollywood Undead melden sich weiß Gott keine Unbekannten zu Wort, immerhin sind sie mittlerweile seit fünfzehn Jahren im Geschäft. Wobei ihnen in dieser nicht unerheblichen Periode immer mal wieder vorgeworfen wurde, dass sie ihren Stil noch nicht wirklich gefunden hätten und die Ähnlichkeiten zu anderen Bands wohl doch zu übermächtig seien. Mit „New Empire Vol.1“ schicken die Amis nun nicht nur ihren sechsten Output ins Rennen, sondern versprechen gleich mal, sich und ihren Sound ganz neu zu definieren.

Insofern darf man auf die gute halbe Stunde höchst gespannt sein, zumal sie sich mit „Time Bomb“ äußerst gut anlässt. Der bekannte Stilmix aus brachial ächzenden Riffs, Rhythmus-geschwängertem Rap und einem hypermelodischen Refrain, der sofort in die Ohren kriecht, funktioniert einfach irrsinnig gut und lässt gleich den Opener zu einem der besten Stücke avancieren. Natürlich kann man hier, wie auch bei anderen Tracks, Ähnlichkeiten zu anderen Bands heraufbeschwören und am ehesten fallen hier Body Count ein, aber genau dies darf man auch gerne knicken und sich lieber an den ersten Titeln erfreuen.

So bauen die Amis gerade im ersten Drittel einen anständigen Druck auf, der von einem glänzenden Sound unterstützt wird und das ganze Album wuchtig gen Ohren schießt. Da kann „Already Dead“ mit seinem orchestralen Intro und den zirpenden Gitarren punkten, um kurz darauf in ein Wechselbad aus giftigen Parts und melodischen Sequenzen zu verfallen, die spannungsgeladen und stellenweise recht derb aus den Boxen dröhnen. „Empire“ rappt sich mit geilem Flow auf das Album, kommt allerdings auch nicht ohne diesen lieblichen Einschlag aus, den man zu gerne ab und an beiseiteschieben könnte. Einfach durchziehen und dem Affen Zucker geben, erlebt man auf diesem Album leider nicht. Und dies rächt sich leider im Gesamturteil doch, gerade bei dem kriechenden und mit leicht düsteren Anklängen daherkommenden „Enemy“, wird man der melodischen Einschnitte doch etwas überdrüssig. Zudem bringt das Ganze eine gewisse Vorhersehbarkeit, die Hollywood Undead so gar nicht nötig haben, liegt hier doch ansonsten ein abwechslungsreiches Album vor, welches man nur zu gerne komplett abfeiern würde.

Letztlich geht den Herren in letzten Drittel auch noch etwas die Luft aus. Zwar passt „Nightmare“ als ruhiger Titel doch ganz gut ins Konzept, aber „Upside Down“ und „Second Chances“ möchte man eher als galantes Füllmaterial einstufen. Trotzdem muss man „New Empire Vol. 1” zugestehen, dass es alles andere als ein schlechtes Album ist. Die Grundbasis ist einfach brutal gut – Brachialriffs, ordentlich Druck, Gezeter und eine deftige Portion Rap, den sie wirklich bestens beherrschen, lassen unterm Strich doch ein gutes Gesamtwerk entstehen, bei dem man es bloß mit den alltagstauglichen Einschnitten etwas übertreibt.

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