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Hoiter Dipoiter: Mit dem Kopf durch die Wand

Erstaunlich melodisch, aber immer noch angepisst
Wertung: 8/10
Genre: Oi, Streetpunk
Spielzeit: 47:08
Release: 04.12.2015
Label: Spirit Of The Streets Records

Wenn man den Bandnamen Hoiter Dipoiter nur liest und sich ein klitzekleines bisschen auskennt, kann man anhand der Schreibweise schon erkennen, dass die Herren sich dem Oi und Streetpunk verschrieben haben. Seit 2004 gondeln die sechs Nordhausener durch die Republik, viele Line-Up-Wechsel pflasterten ihren Weg, ab 2008 war die Truppe gar für zwei Jahre auf Eis gelegt. So kommt es, dass trotz der recht langen Karriere „Mit dem Kopf durch die Wand“ erst das dritte Langspiel-Album der Band markiert.

Wer sich jetzt angewidert abwendet ob der Aussicht auf stumpfes Oi-Gebretzel, kann direkt beruhigt werden: Hoiter Dipoiter haben ein paar Überraschungen eingebaut und bringen in mehrfach doppelter Besetzung (immerhin zwei Gitarren und zwei Sänger) einige erstaunlich melodische Passagen in all dem Gepöbel unter. Da beweisen die Herren doch gleich im gitarrenlastigen, instrumentalen „Intro“ vom Fleck weg, dass sie Melodie-technisch so einiges drauf haben, auch der Titeltrack lässt da keine Wünsche offen, wird doch neben dem Gerotze von Rene und Norman das Griffbrett flirrend von oben bis unten bedient und auch Drummer Lucas baut immer wieder spannende Fills ein, was in dem normalerweise relativ stumpfen Oi-Galopp gar nicht so einfach ist.

„Thüringer Jungs“ mag zwar textlich nicht unbedingt philosophisch angelegt sein, hier können die Sechs aber ihr Hippietum ein bisschen ausleben, wenn es um gemeinsames Saufen und Friede, Freude, Eierkuchen geht – eine coole Melodie liegt dem Ganzen zugrunde, bei der man einfach die Beine nicht stillhalten kann.

Dabei bedienen sich Hoiter Dipoiter natürlich den üblichen Punk- und Oi-Themen wie dem Auseinanderleben („Vergangenheit“), Alkoholkonsum („Saufen, Saufen“), aber auch tiefgründiger geht es bei dem Sextett zu, wie „Der Mensch ein Tier“ zeigt, das sich mit der Ausbeutung der Natur durch den geld- und erfolgsgeilen Menschen beschäftigt. Rene und Norman rotzen und rüpeln sich durch die Strophen, dass es trotz des ernsten Themas eine wahre Freude ist, gleichzeitig werden wieder melodische Gitarrenläufe aufgefahren, die dem ganzen Song etwas Resigniertes, Verzweifeltes geben – super!

Das Finale markiert das wütende „Ich hasse dich“, bei dem die Jungs mit Heuchlern und und Lügnern abrechnen – schöner Song, aber den eigentlichen Ausklang  des Albums bildet dann ein Unplugged-Geröhre, dass nicht nur ziemlich schief, sondern auch ziemlich besoffen klingt, und tatsächlich nicht hätte sein müssen. Belassen wir es also dabei, dass mit „Ich hasse dich“ auch ein starker Song am Albumende steht.

Fazit: Hoiter Dipoiter gehören sicherlich zu den besseren deutschen Oi- und Punkbands, heben sich auch durch wahnsinnig gute Melodieläufe, ihre beiden Sänger und die Auseinandersetzung mit ernsteren Themen von der Masse ab und haben auch mit ihrem dritten Album eine Platte fabriziert, die man sich nicht nur im Kreise der Saufbrüder anhören kann, sondern  die durchaus auch mal zum Nachdenken anregen kann.

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