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Hocico: Dog Eat Dog

Warum denn immer diese Remixes?
keine Wertung
Genre: EBM, Industrial, Aggro Tech
Spielzeit: 31:04
Release: 25.06.2010
Label: Out Of Line

Es ist family business, was die Mexikaner Hocico hier veranstalten. Die beiden Cousins Erk Aicrag, zuständig für Gesang und lyrische Ergüsse, und Rasgo Agroyam, der sich der Programmierung verschrieben hat, sind zwischenzeitlich seit 17 Jahren dabei, ihren aggressiven EBM/Industrial-Mischmasch unters Volk zu bringen und weltweit die Tanzflächen ordentlich aufzumischen. Zusammen mit den Berlinern Agonoize und den norwegischen Combichrist gehören sie zur Speerspitze von Out Of Line und verteidigen ihre Position als eine der erfolgreichsten Dark Electro-Bands mit Zähnen und Klauen.

Man könnte meinen, mit einer derart erfolgreichen Band sei man als Musiker ausgelastet, aber nebenbei haben die beiden ihre kreativen Fingerchen auch noch bei Dulce Liquido und Rabia Sorda im Spiel. Unter dem Banner Hocico bringt das Duo nun mit „Tiempos De Furia“ das sechste Full Length-Album heraus, eingebettet von fast einem Dutzend EPs und ganzen drei Live-Veröffentlichungen – was sich eben im Lauf der Jahre so ansammelt. Fast könnte man meinen, die Mexikaner wollten ihren Fans in sehr regelmäßigen Abständen ein Lebenszeichen von sich zukommen lassen – man kann nie wissen. „Dog Eat Dog“ markiert nun jedenfalls die Vorabsingle zum neuen Album und wartet natürlich wieder mit diversen Remixen auf; dieses Mal durften sich unter anderem Aesthetic Perfection und Solitary Experiments austoben.

Im Gegensatz zu den Kollegen von Combichrist, die auf ihre „Never Surrender“-Single auch einige Remixes gepackt haben, fällt die Wertung hier nicht ganz so positiv aus, denn die vier Aufgüsse glänzen nicht unbedingt durch Diversität. Gegen die Ur-Version von „Dog Eat Dog“ kann man allerdings nicht Negatives sagen: In bester Hocico-Manier, aber ausnahmsweise mit nachvollziehbarer Melodie, kommt der Song daher, dann setzt der wummernde Bass ein – sehr cool! Dazu gibt’s wie gewohnt Erks aggressiv-verzerrte Stimme auf die Ohren, teils mit ordentlich Hall versehen, was die ganze Angelegenheit etwas gruselig macht. Dennoch: Ganz so aggro wie man es von den Jungs gewöhnt ist, wird hier nicht zu Werke gegangen, eher etwas massenkompatibler, wenngleich sehr ordentlich – schauen wir mal weiter.

Denn glücklicherweise gibt es neben dem eigentlichen Song nicht nur die vier (!) Remixes zu bestaunen, sondern mit „Escape The Spell“ einen weiteren neuen Song, der – mit Verlaub – um einiges psychotischer klingt als sein Vorgänger. Zwar gleitet der Track durch weniger Melodie schneller ins Monotone ab, stillsitzen kann man aber auch hier kaum. Wenn die beiden Songs soundtechnisch wirklich als Vorschau aufs neue Album zu verstehen sind, kann man sich durchaus dazu hinreißen lassen, die neue Scheibe zu kaufen.

Leider, leider besteht die Single-CD, wie bei solchen Acts üblich, mehr aus Remixen als aus „richtigen“ Songs. Da wären an vorderster Front die Arsch Dolls, die „Dog Eat Dog“ einen etwas hysterischen Anstrich verpasst haben, aber nicht so ganz überzeugen können, obwohl das Stück jetzt lustig futuristisch anmutet.

Der „Doggy Style Remix“ von Solitary Experiments kann einem sogar in zweifacher Hinsicht ein müdes Gähnen entlocken, denn erstens klingt diese Version zwar minimal anders, aber nicht unbedingt besser und zweitens gehört die Combo allein für den schlechten Wortwitz, der wahrscheinlich jedem Fünftklässler eingefallen wäre, schwerst bestraft.

Fazit: Schade, dass keiner der vier Remixes großartige Begeisterung auslösen kann – mit „Dog Eat Dog“ und „Escape The Spell“ präsentieren Hocico aber zwei sehr gute Songs, die hoffentlich in etwa die Richtung des Albums vorgeben – zwar wird immer noch auf Psycho-Attacken, verzerrte Vocals und derbe Beats gesetzt, aber auch die Melodie hält Einzug im Hause Hocico. Wir dürfen gespannt sein, was „Tiempos De Furia“ für uns bereithält.

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