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Hippie Trim: Cult

Breit aufgestelltes Debütalbum
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternativ/ Hardcore
Spielzeit: 25:20
Release: 29.11.2019
Label: Redfield Records

Mit Hippie Trim schickt sich ein Fünfer aus der Rhein-Ruhr-Region an, seinen ersten Longplayer gen Musikliebhaber zu schicken. Bevorzugt sollen hiermit Hörer des Hardcore-Genres angesprochen werden, zumindest empfiehlt dies die Pressemitteilung.

Ganz so einfach machen es Hippie Trim auf ihrem fünfundzwanzigminütigem Debüt allerdings nicht. Wer auf geradliniges, hartes Gebolze bis zum Anschlag hofft, wird von „Cult“ zumindest teilweise enttäuscht sein. Klar kann der Fünfer auch eine deftige Kante fahren, bestes Beispiel hierfür ist das krachende „Blasphemy“, mit welchem die Herren ordentlich Breitseite geben. Der Großteil der Songs lebt allerdings von einem Gemisch aus Hardcore, Alternativ, Punk und teils gar poppigen Elementen, die manchen vielleicht ungewöhnlich erscheinen mag, aber im Falle von „Cult“ bestens funktioniert. Bestes Beispiel hierfür ist schon der Opener „Supersonic“, mit dem der Fünfer einen wirklich geschmeidigen und eingängigen Ohrwurm pflanzt.

Bei „Nobody“ hätte man zudem nicht mal ein Problem, wenn das Prädikat „Post-Hardcore“ auftauchen würde. Unterm Strich mag es nun egal sein, wie man die Songs einordnet, Hauptsache die Scheibe gefällt. Und gerade eben benannter Titel macht dies definitiv, da knallen laut polternde Gesangsparts gen Ohr, die so herrlich wütend um die Ecke dröhnen und dem Titel richtig Spannung verpassen. Auch das nachfolgende „Tools Will Be Tools” schiebt sich voller Energie auf die Scheibe, wohingegen „Silver Spoon“ mit einem recht perligen Einstieg überrascht. Vermutet man gar anfangs, dass Hippie Trim es nun auf die ruhige Tour versuchen, merkt man zügig die Täuschung und stattdessen grätschen die Gitarren in das Konstrukt, was dem Song unheimlich an Energie und Feuer einbringt, selbst wenn die tröpfelnden Linien gen Ende wieder aufgegriffen werden.

Zur vollen Punktzahl reicht es leider noch nicht, gerade bei „Wicca“ hat man doch stellenweise das Gefühl, dass der Titel noch etwas hakelig kling. Was insgesamt bedeutet, dass es in puncto musikalischer Raffinesse noch etwas Luft nach oben gibt. Hin und wieder - oder eben nach dem dritten Durchgang - wirken die Titel etwas einfacher gestrickt oder leicht überladen. Letztlich muss man aber erstmal den Hörer zu ein paar Durchläufen animieren und dies gelingt Hippie Trim wirklich gut. „Cult“ bringt unterm Strich vieles mit, was ein gutes Album haben sollte: Energie, Abwechslung und einen gewissen handwerklichen Anspruch. Insofern kann man mit dem Debüt äußerst zufrieden sein und sich jetzt schon auf den Nachfolger freuen.

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