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Hidden Timbre: Odyssey

Harte Prog-Kost leicht serviert
Wertung: 8/10
Genre: Prog Rock / Prog Metal
Spielzeit: 58:50
Release: 06.10.2016
Label: Timezone Records

Während Prog-Bands wie Fates Warning schon lange wieder im Aufwind sind, Haken sich aktuell auf der Überholspur befinden und die anstehende Psychotic Waltz-Tour mit Sicherheit ein Erfolg wird, liegt es an Bands wie Hidden Timbre, die Fahne für heimischen Prog der härteren Gangart hochzuhalten, denn mehr als einmal schimmern Thrash-Einflüsse durch, ohne sie sich vollends entfalten zu lassen – eine gezügelte Hemmungslosigkeit quasi, um sie in ihr eigenwilliges, immer etwas sperriges, niemals aber langweiliges Konzept einzubinden.

„Odyssey“ pflügt sich durch die griechische Mythologie und gehört mit hundertprozentiger Sicherheit keinesfalls zu den „ich lausch mal eben ein bisschen“-Alben, dafür sind die Arrangements zu komplex, zu schräg und auch zu herausfordernd, genauso dürfen sich alle verabschieden, die eher auf gradlinige Dauerwiederholungen in Endlosschleife stehen. „Scylla And Charybdis“ ist da ein sehr gutes Beispiel für einen bunten Strauß an zahlreichen, nicht aber zusammengewürfelt wirkenden Songideen, einem melodischen Highlight mit rockigem Grundgerüst, sehr variablem Gesang und geschickt gesetzten Dauerrhtythmenwechseln inklusive kurzer flirrender Gitarrensoli.

Wer genau hinhört, darf dann auch sicherlich ein paar Einflüsse festhalten, ohne Hidden Timbre damit etwas Böses zu wollen. „Score“ stellt so zum Beispiel die erste wirklich richtig intensive, schräge, nicht zu abgedrehte Nummer dar, verbindet Alice In Chains-Vibes mit Psychotic Waltz-Lässigkeit, wuchtet ein paar Core-Gesangspassagen dazu, wirkt sperrig unangepasst, steht aber zum Refrain wieder mit eingängigerem Gesang zum schrägen Riffing parat und selbst der passend sphärisch ruhige Mittelpart sorgt für null Zäsurgefälle – sehr starke Nummer.

Progressive Fingerfertigkeit, schräg sperrige Gitarren und eigenwilliger Gesang, der Kern steht, doch immer wieder werden die Ideen mit neuen Feinheiten aufgeppt. Trotz des harten Einsteigens in „Sirens“ dominiert die Leichtigkeit, da können die kurzen, fast schon Core-artigen Ausbrüche nichts dran ändern, „Overture“ geht schon früh mit ein paar derberen Shouts auf ersten aggressiven Hörprobekurs, zeigt sich aber sehr wandelbar mal leicht nölig melancholisch und im nächsten Moment dann schräg aggressiv und bietet eben auch thrashige Momente.

In „Thousand Miles“ dominieren die „militärische“ Grundausrichtung, thrashige Ausflüge sowie gesprochene Passagen, erst beim bedächtig per Bass eingeleiteten, die CD abschließenden „Alpha And Omega“ wird der Prog-Faktor zurückhaltender, dafür aber auch eine Spur eingängig intensiver, ohne sich aber den Minimalismus von Rollins Band anzunähern. Harte Prog-Kost leicht serviert, so könnte man „Odyssey“ von Hidden Timbre ganz gut zusammenfassen. Mehr muss man nicht mehr schreiben, lieber hören.

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