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Hesperus Dimension: The Cyclothymic Panopticon

Verstörender Mix aus Black Metal und Industrial
keine Wertung
Genre: Post-Black Metal, Industrial
Spielzeit: 25:02
Release: 17.03.2008
Label: Sérpéné Héli Music

Es ist schon erstaunlich: Man wird doch immer wieder mit musikalischen Experimenten überrascht, mit denen man nicht gerechnet hätte. In diesem Fall handelt es sich um Hesperus Dimension aus Polen, deren Kern eigentlich nur aus drei Leuten besteht, die aber jede Menge Gastmusiker am Start haben.

Doch was ist nun das Überraschende an der Musik? Nun, wenn die Band selbst ihre eigene Mucke als „Post-Black-Metal mit Elementen aus Elektro-Musik“ bezeichnet, darf man im Prinzip schon gleich aufhorchen. Das klingt nämlich nicht nur ungewöhnlich, sondern ist es auch. Klar, die Kombination Black Metal mit Elektro-Einflüssen gab es schon hier und da mal, ob jedoch auf diese Art und Weise, wage ich zu bezweifeln.

Aber der Reihe nach: Schon der erste – und gleichzeitig auch längste – Track dieser EP, „The Axis Of Diagram“ beginnt mit einer eigenwilligen Kombination aus schwerfälligen, dissonanten Black-Metal-Akkorden und schrägen Saxophonklängen. Sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht gemacht. In der Mitte des Stücks wird es dann auch ein wenig konventioneller, zumindest im black-metallischen Sinne: Das Tempo zieht an, heisere, unheilgeschwängerte Vocals setzen ein. Hinzu kommen breite Keyboardteppiche und die angesprochenen Elektro-Elemente, die dem Ganzen eine sehr düstere, kalte und futuristische Atmosphäre verleihen und den Anschein erwecken, man befände sich auf einem verstörenden Drogentrip.

Ein Auftakt, der durchaus fasziniert und gespannt darauf warten lässt, was wohl als nächstes auf einen zukommt. Das folgende Titelstück, in welchem von Samples untermalter gesprochener Text, der mit einem durch Mark und Bein gehenden Schrei beendet wird, ertönt, ist dann so etwas wie eine Überleitung zum nächsten Horrortrip mit dem Titel „Through Drowsy Daydreams (Where Is That Man That I Heard Of)“, der passenderweise gleich mit den Worten „welcome to the worst nightmare of all – reality“ eingeleitet wird. Erneut trifft Black Metal auf Industrial/Elektro-Elemente - wer hätte gedacht, dass das so gut funktionieren kann? Normalerweise höre ich so etwas nämlich wirklich nicht, muss jedoch zugeben, dass diese kalte, maschinelle Atmosphäre etwas für sich hat. Man muss es jedenfalls erst einmal schaffen, eine eiskalte, freudlose Welt so in Töne umzusetzen. Zum verstörenden Text gesellt sich außerdem ein wirklich böses – aber durchaus wahres – Zitat aus Dante Alighieris „La Divina Commedi“: „There’s no greater sorrow than to recall moments of happiness in times of misery“.

Bei „23 Hands“ gewinnen die Elektro-Sounds dann endgültig die Oberhand: Trance-artig ist der Beat, alles hört sich verzerrt und völlig unmenschlich an, während das darauffolgende „Immortal Portal Mortal“ zwar eher ruhiger Natur ist, dafür aber nicht minder psycho. Die drei Worte im Titel werden immer wieder geflüstert, während dazu diverse Samples ertönen.

Doch damit immer noch nicht genug: Der finale Track „The Diagram Of An Axis“ ist nicht umsonst so betitelt, stellt er doch einen Remix des Openers dar – und zwar keinen leicht verdaulichen, wie man sich denken kann. Völlig verzerrt und entstellt wird das erste Stück präsentiert und setzt der futuristischen, kalten Atmosphäre damit die Krönung auf.

Fazit: Hesperus Dimension verstehen es durchaus, einen in entmenschlichte Dimensionen zu entführen. Gnadenlos, krank und verstörend, sicher nichts für schwache Nerven und musikalisch natürlich nicht jedermanns Sache. Ich kenne mich mit dieser Art Musik eigentlich überhaupt nicht aus, würde so etwas sicherlich auch nicht jeden Tag hören und kann schlecht Vergleiche ziehen, wenn man mal von Red Harvest absieht, von denen ich mal eine CD rezensieren durfte und deren Mucke im Prinzip noch gestörter ist. Ebenso wenig weiß ich über etwaige vorige Alben von Hesperus Dimension Bescheid. Vorliegende CD finde ich durchaus interessant und denke, dass jeder, der was mit Industrial anfangen kann, reinhören sollte, sehe mich allerdings aus oben genannten Gründen nicht wirklich in der Lage, eine adäquate Bewertung zu vergeben.

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