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Herod: Rich Man's War, Poor Man's Fight

Relativ durchschnittlich
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 39:57
Release: 24.04.2004
Label: Lifeforce Records

Aus dem New Yorker Amiland kommen anscheinend nicht nur ultraböse Metalcorer, die aussehen, als wären sie aus dem nächstbesten Straßenkrieg abgezogen worden.

Herod klingen ein bisschen nach der "New Wave of British Blablabla", ein bischen nach den 80er Jahre Eierkneifern Helloween und ein bischen nach Speed Metal-Größen wie Nevermind oder entmittelalterte Blind Guardian; den Interessierten erwartet also eine uptempolastige, melodische Metalmischung aus insgesamt doch Altbewährtem.

Herod sind insbesondere deswegen eine harte Nuss für den Musikredakteur, da sie kompositorisch weder bemerkenswerte Schwächen, noch in irgendeiner Weise wirkliche Stärken aufweisen, eine tödliche Portion Durchschnittlichkeit sozusagen.

Wer sich auch für diese geballte Ladung Mittelmäßigkeit begeistern kann, an den sind die folgenden Paar Sätze gerichtet; jeder Andere könnte sich auch seine Zeit sparen und aufhören, weiterzulesen.

Ihr seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mittlerweile drittes Studioalbum trägt den klischeeträchtigen Titel "Rich Man's War...Poor Man's Fight" und soll Teil dieses Reviews sein.

Bereits ab dem Opener "Assimilation" wird eine klare Marke abgesteckt: durchgängige Doublebass, zweistimmig-gesechszehntelte Leadgitarrensätze und klarer, bisweilen falsettartiger Gesang versprechen melodischen Metal-Charme; das Übliche halt, besonders das getappte Solo scheint in jede "Lead Guitar Basics"-Schablone zu passen.

"All Night" ist besser, hat es doch zumindest einen logisch durchstrukturieten Aufbau mit ansprechenden Tempo - und Lautstärkewechseln (vor allem die kurzen Cleanparts gefallen), die in einen brauchbaren Mitsing-Chorus münden.

Dann kommt erst einmal ziemlich lange ziemlich viel Leerlauf, der dem typischen Füllmaterial gleichkommt, das man haufenweise auf Alben zweitklassiger Bands vorfindet (ob es dafür wohl ein Nest gibt?), bevor einer der stärksten Songs des Albums gespielt wird, "Broken Pieces".

Hier gibt die Band wirklich ordentlich Gas und das in vielerlei Hinsicht: Erst erscheint dem Hörer das Stück als eher schleppende, balladeske Nummer mit Stop N' Go-Rhythmik im Vers und einem äußerst mitreißenden Chorus, gut aufeinander abgestimmte und eingespielte Gitarren inklusive.

Ab 2:43 entsteht jedoch ein äußerst krasser Stimmungswechsel und es wird urplötzlich ein Speed Metal-Brett par excellance aufgefahren, welches man sich äußerst technisch, aber auch eingängig wie Sau vorstellen kann; darauf stehen die Leute und damit bekommt man auch den Metalclub voll.

Das Ganze wäre aber auch als Intro für "Forever" denkbar, Herods höchstpersönliche Powerballade.

"Forever" hat genau das, was man dafür braucht, um eine Scorpions-geprüfte Kraftnummer abzuliefern und das wären lange Instrumentalpassagen, um der Musik Platz zu schaffen, reichlich Gelegenheit zum mitsingen - besonders natürlich im gitarrenlastigen Chorus - und ein Mordsausklang, der sich in zweistimmigem, klassischen Gesang seine Spitze sucht.

"The Ring" bietet erneut qualitativ stärkeres, hartrockendes Midtemporiffing, springt - ähnlich wie bei "Broken Promises" - ab 0:57 und wechselt die Stimmung hin zur Uptempowand und wieder zurück, kann sich aber auch bei eher gemäßigten Pegeln kraftvoll durchsetzen.

Besonders ab der Mitte wird es dann nochmals richtig getragen und episch, genau sowas hat klangliche Bandbreite und spielerische Dynamik zu sein, Daumen hoch.

Die beiden Songs danach sind zu uninteressant und langweilig, um ihnen mehr als diesen Satz zu gönnen.

Also alles ist dann doch nicht nur schlappes Mittelmaß, was man von Herod erwarten kann, aber eben doch leider auch vieles.

Ich würde den Jungs daher ans Herz legen, nur das Studio aufzusuchen, wenn sie wirklich ein volles und hochwertiges Album fabrizieren können, anstatt ein Paar Kleinode in einer Wüste der Nichtunterhaltsamkeit.

Die eingangs erwähnte Durchschnittlichkeit können sie vollends nämlich doch nicht ganz einhalten, denn einige Tracks haben durchaus Potenzial und könnten mal vielleicht dazu führen, dass diese Herren etwas mehr Beachtung erfahren.

Ich denke daher insgesamt: Mit einer 7,0 kommt dieses gefällig wie unauffällig auftretende und spielende Quintett doch ganz gut weg, solange sie mir von nun an aus den Augen gehen, bis sie wirklich etwas Amtliches verzapft haben.

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